Terror-Management in „Der Fall Charles Dexter Ward“

Seit dem 13.12.2017 kann man über den Buchhandel meine wissenschaftliche Arbeite „Terror-Management in Der Fall Charles Dexter Ward“ erwerben. Ich schrieb diese 32 DIN-A4 Seiten lange Arbeit im Rahmen meines Wissenschaftspropädeutisches Seminas im Gymnasium (Oberstufenjahrgang 2016/2018).  Tortz dieser Kürze habe ich sehr viel Zeit für die Recherche um Umsetzung dieser Arbeit aufgewendet und dabei zwei Themen miteinander verknüpft, die bisher von niemanden zuvor verknüpft wurden. Ich verwendete die Terror-Management-Theorie aus der Sozialpsychologie und analysierte mit ihr den Roman „Der Fall Charles Dexter Ward“ von H.P. Lovecraft. Die Terror-Management-Theorie identifiziert die Angst vor dem Tod als eine der Hauptursache für das menschliche Kulturschaffen und Fürchten und basiert dabei auf Erkenntnissen des interdisziplinären Denkers Ernest Becker und wurde mithilfe von Versuchen bereits mehrmals belegt. H.P. Lovecrafts Roman hingegen induziert beim Leser existenzielle Ängste und dekonstruiert mit seinem kosmischen Grauen Kultur und Religion, was ihn besonders interessant zu analyisieren macht. Ich bezweifel, dass dieses sehr spezielle Thema für eine breite Masse interessant ist, allerdings glaube ich, dass es für die wenigen Menschen, die sich sowohl für Existenzialismus, Horror, Literatur als auch Psychologie interessieren, sehr spannend sein könnte. Deshalb habe ich die Arbeit publiziert.

Im Folgenden als Leseprobe die Einleitung:

1. Einleitung

»Die älteste und stärkste menschliche Gefühlsregung ist die Angst, und die älteste und stärkste Art von Angst ist die Angst vor dem Unbekannten.«[1], schreibt 1927 der Horrorschriftsteller Howard Philips Lovecraft in seinem Essay »Literatur der Angst«, in welchem er versucht die psychologischen Mechanismen der Horrorliteratur zu untersuchen. Diese Angst vor dem Unbekannten ist laut Lovecraft eine anthropologische Konstante, die im Kern jeder funktionierenden Horrorerzählung liegt. Lovecraft war jedoch kein Psychoanalytiker – im Gegenteil, er verachtete die zu seiner Lebenszeit aufkommende Psychoanalyse und bezeichnete die Freud´schen Theorien als »kindische[n] Symbolismus«[2]. Entsprechend fundieren seine Aussagen mehr auf seiner subjektiven Erfahrung als auf einer wissenschaftlichen Methodik. Es stellt sich daher die Frage, inwiefern sie einer genaueren Untersuchung standhalten können.

Das Unbekannte spielt zwar vor allem in Lovecrafts Texten eine große Rolle, doch es gibt auch zahlreiche funktionierende Horrorgeschichten, die mit dem Bekannten arbeiten, wie z.B. Stephen Kings Sie oder Jack Ketchums Roman Evil, welche Angst durch die Darstellung menschlicher Grausamkeit erzeugen. Gewalt und Schmerz sind dem Menschen alles andere als unbekannt und trotzdem fürchtet er sie.

Allgemein erzeugt das Unbekannte, wie Lovecraft richtig erkannt hat, beim Leser einen Horror, der nach dem Enthüllen des Obskuren[3], also des Bekanntmachens des zuvor Unbekannten, meistens zerfällt[4]. Die Angst vor dem Unbekannten ist jedoch nicht die konstitutive Angst, die den psychologischen Mechanismen von Horrorgeschichten zugrunde liegt.

Wenn man nämlich hinterfragt, warum Menschen sich vor dem Unbekannten fürchten, warum sie aber genauso Gewalt und teilweise auch oft Andersdenkende oder das Obskure fürchten, dann ist die Antwort, die Angst vor dem, was sie nicht verstehen, wäre ein angeborener Instinkt, wie Lovecraft behauptet, viel zu trivial. Auch Instinkten liegt nämlich eine innere logische Kausalität zugrunde. Um diese allerdings zu erkennen, benötigt es mehr als nur der eindimensionalen literarischen Sicht, der sich Lovecraft bediente.  Ein interdisziplinärer Ansatz ist notwendig, um das Thema holistisch zu erfassen. Die Psychoanalyse, die Literaturwissenschaft, die Soziologie, die Anthropologie, die Sozialpsychologie und nicht zuletzt die Philosophie liefern gebündelt mit ihren wissenschaftlichen Methoden die geeigneteren Werkzeuge hierfür.

1974 veröffentlichte der interdisziplinäre Denker und Sozialanthropologe Ernest Becker das mit dem Pulitzerpreis ausgezeichnete Buch »Die Überwindung der Todesfurcht«, in welchem er mithilfe dieser Werkzeuge die Theorien diverser Denker vereint, um den Terror, also die Angst vor dem Tod, als prima causa für das Kulturschaffen und Fürchten des Menschen zu identifizieren. Auf der Basis von Ernest Beckers Theorien entwickelten die Sozialpsychologen Jeff Greenberg, Sheldon Solomon und Tom Pyszczynski in den 1980er Jahren die Terror-Management-Theorie. Die Ergebnisse ihrer Überlegungen und Studien zu dieser fassen sie in ihrem 2016 auf Deutsch erschienenen Buch »Der Wurm in unserem Herzen: Wie das Wissen um die Sterblichkeit unser Leben beeinflusst«[5] zusammen.

Der Terror-Management-Theorie zufolge fürchten Menschen das Unbekannte, weil sie den Tod fürchten, den dieses bringen könnte, oder weil es das Weltbild bedroht, welches sie als Schutzschild vor der Mortalitätssalienz[6] errichtet haben.

Im Folgenden wird Lovecrafts einziger Roman »Der Fall Charles Dexter Ward« anhand der Terror-Management-Theorie analysiert, um aufzuzeigen, wie die Angst vor dem Tod grundlegend die Motive und die Handlungen der Charaktere und letztendlich das Angstgefühl beim Leser bestimmt. Für die Analyse werden des Weiteren neben der Terror-Management-Theorie auch psychoanalytische Theorien von Ernest Becker sowie Erkenntnisse aus der Literaturwissenschaft und Psychologie zu Rate gezogen, um Archetypen zu identifizieren und ihre Wirkung auf den Leser und ihre Korrelation zum Terror-Management zu erklären.

Ergo wird Lovecrafts eigenes Werk gegen ihn verwendet, um zu beweisen, dass seine Behauptung korrigiert lauten muss: Die älteste und stärkste menschliche Gefühlsregung ist die Angst, und die älteste und stärkste Art von Angst ist die Angst vor dem Tod. Diese Angst ist letztendlich auch diejenige, die der Wirkung seines Romans zugrunde liegt.

 

[1] Lovecraft, Howard Philips. »Die Literatur der Angst: Zur Geschichte der Phantastik«, Frankfurt am Main, Suhrkamp, 1995, S.7

[2] Houellebecq, Michel »Gegen die Welt, gegen das Leben«, Reinbek, Rowohlt, 2011, S.62

[3] dies kann je nach Geschichte ein Monster, eine undefinierte Bedrohung usw. sein

[4] vgl. King, Stephen »Danse Macabre: Die Welt des Horrors«, Heyne, 2011, S.83ff

[5] Das Buch erschien erstmals 2015 auf Englisch unter dem Titel »The Worm at the Core: On the Role of Death in Life« beim Verlag Allen Lane, UK

[6] Mortalitätssalienz = das Bewusstsein der eigenen Sterblichkeit




Über die größte bewusstseinserweiternde Erfahrung meines bisherigen Lebens: Die Liebe

Ich bin in meinem jungen Leben bereits ziemlich herumgekommen; zwar werde ich in drei Monaten erst 19, aber weil ich stets von meiner Rastlosigkeit getrieben und meiner Neugier gelockt wurde, sah ich in dieser Zeit viele verschiedene Aspekte dieser Welt. Ich war auf verschiedenen Schulen; von heruntergekommenen Vorstadbetonklötzen bis hin zu Elite-Internaten; ich bereiste dank meiner reisfreudigen Eltern die Welt, sah die Slums in Afrika und die Wolkenkratzer Tokyos, stand vorm Eiffelturm und vorm Weißen Haus. Ich habe Freundschaften mit Menschen aus allen Gesellschaftsschichten geschlossen und mich in vielen verschiedenen Leidenschaften betätigt, von Programmieren, über Kampfsport bis hin zum literarischen Schreiben, welches ich sogar für mein Alter recht erfolgreich betreibe. (Wenn ich das so unbescheiden formulieren darf.) Noch mehr als die äußere Welt, erforschte ich dabei allerdings meine inneren Welten, indem ich nicht nur viel las (Aristoteles, Nietzsche, Schopenhauer, Watts, Camus, Sartre,Becker, Yalom, Jung, Hesse, Dick, Dostojewski, Tolstoi … )  und philosophierte, sondern auch extrem viel schrieb, meditierte und auch experimentierte, darunter eine Zeit lang mit bewusstseinsverändernden und -erweiternden Substanzen, wie LSD. Kurz: Ich war stets auf der Suche nach neuen Wegen um Erkenntnis und Glück zu finden. Dies führte immer wieder zu tiefen Einsichten, die mein Leben über die Zeit stark umformten.
In all den 18 Jahren meines Lebens durchlief ich durch meine Explorationen immer wieder starke Veränderungen, wie wohl jeder Mensch in dieser Lebensphase zu einem gewissen Grad. Man könnte sagen, der Nikodem, der mit dem Schreiben anfing nach den LSD Erfahrungen, war ein anderer als der ambitionierte Kampfsportler und Partylöwe davor, genauso wie dieser ein komplett anderer Nikodem war als der dicke Nerd, der bis zum dreizehnten Lebensjahr gemobbt wurde und seine Zeit mit Videospielen und Programmierung verbrachte, bis er irgendwann mal durch Ritalin und Stress einen Nervenzusammenbruch erlitt und sich neuaufbaute. Die meisten Veränderungen wurden tatsächlich von schmerzhaften traumatischen Erfahrungen initiiert und vollzogen sich recht schnell, oft über wenige Wochen hinweg. Jedes Mal war es dabei ein Sprung, eine Überwindung von alten, negativen Gewohnheiten und Aneignung neuer Perspektiven und Ziele.
Doch die größte positive Veränderung und am meisten bewusstseinserweiternde Erfahrung meines Lebens war jedoch eine langsame und umfasst fast das gesamte Jahr 2017. Diese Erfahrung war und ist die der Liebe.
Durch meine Freundin Vivienne erfuhr ich und erfahre ich immer wieder aufs Neue, was wahres Glück und was Liebe bedeuten. Bis zu dieser Beziehung war ich von Kind auf konstant ein eher sehr pessimistischer und rastloser Mensch, mit Neigungen zu Depressionen und Nihilismus. Bereits mit sechs Jahren war ich wegen Angststörungen in Psychotheraphie, mit elf bekam ich das erste Mal Psychopharmaka. Ich habe das Leben eher gehasst und es vor allem aus Neugier weitergeführt; doch Vivienne veränderte das grundlegend. Oder eher, wir beide veränderten uns gegenseitig. Anfangs waren wir nämlich beide eher düstere Menschen mit einem Hang zur schwarzen Romantik; wir trugen beide immer Schwarz (tun wir heute noch, aber nun vor allem, weil Schwarz stilisch ist), dachten nihilistisch und das erste Gespräch, das wir je führten, handelte von Schopenhauer, Houellebecq und Lovecraft (drei sehr depremierende Autoren). Doch als wir dann langsam zusammen kamen und sich unsere Beziehung entwickelte, lernten wir was Liebe wirklich bedeutete, und es veränderte uns. Die Finsternis lüftete sich. Ich veränderte mich in diesen Monaten von einem kruden Außenseiter, der die meiste Zeit blutige und verrückte Roman schrieb, zwischen Depressionen, Pillendosen und Wahnsinn hin und her schwangte, und fast die Schule abgebrochen hätte – nicht wegen schlechten Noten, sondern um ein Aussteiger zu werden -, im Lauf dieser Monate zu einem ziemlich glücklichen Menschen, der Verantwortung für seine Handlungen übernimmt, seine psychischen Aussetzer deutlich besser unter Kontrolle hat, und sich am Leben freut, einen Sinn sieht (auch in seinem Schreiben), und so viel mehr versteht und deutlich empathischer auf seine Menschen sieht … Ich habe in keinem Jahr meines Lebens zuvor so viel Glück erlebt und so viel gelernt, dabei habe ich weniger gelesen als zuvor, und auch den Drogenkonsum habe ich eingestellt. Der beste Lehrer ist das Leben, und die wundervollste und mächtigste Erfahrung, die ein Menschen in seinem Leben machen kann, ist die der Liebe. Selbst in ihrem spirituellen Gehalt schlägt sie jedes Psychedelikum um Welten. (Tatsächlich beweisen Studien, dass das „Liebeshormon“ Oxytocin Spiritualität fördert.)
Sie veränderte mich, nicht nur als Mensch, auch als Schriftsteller. (Auch wenn sich das in meinen Werken noch nicht abgezeichnet hat, da ich bisher kaum etwas von den Texten publiziert habe, die ich bisher während der Beziehung schrieb. Es sind auch etwas weniger, als im Jahr zuvor, und das liegt nicht nur daran, dass ich weniger Zeit hätte. Wie Wagner einst in einem Brief schrieb: „Hätten wir das Leben, hätten wir keine Kunst nötig. Die Kunst fängt genau da an, wo das Leben aufhört. Ich begreife gar nicht, wie ein wahrhaft glücklicher Mensch auf den Gedanken kommen soll, „Kunst“ zu machen[…]“. Ich habe durchaus mehr Leben als früher.)
Mit der Liebe fand ich einen Zugang zum Leben, eine Antwort auf das Sein und eine glänzlich neue Perspektive. Tausende von schönen Erinnerungen habe ich gesammelt und durch Vivienne und auch mit ihr zusammen viele neue Bereiche in der Kunst, Philosophie und Realität entdeckt. Wir haben zusammen Städte bereist, neue Menschen kennengelernt und vieles erlebt; waren füreinander da, wenn der andere krank war oder Probleme hatte, lernten uns zu öffnen und einander ziemlich blind zu vertrauen. Vor allem zu lernen, dass man jemanden wirklich bedingungslos vertrauen und alles sagen kann, und für diesen auch mit seinem Leben mitverantwortlich ist, war für ein zu Paranoia neigendem Scheidungskind für mich eine heilende Erkenntnis.
Ich fühle mich so weise und glücklich wie noch nie zuvor im Leben. Das, was ich in den letzten Jahren zwischen den Seiten der großen Werke toter Männer und an der Peripherien des Geistes gesucht hatte, mit Meditation, Rausch und Reisen zu finden hoffte, fand ich letztendlich im Leben selbst.
Natürlich, die Zukunft hält noch viele Überraschungen und Wendungen für mich bereit. Ich bin noch sehr jung und ich bezweifel nicht, dass sich in meinem Handeln und Denken noch viel verändern wird, und dass ich noch vieles verstehen muss, dass ich noch recht unerfahren bin, und dass mein Geist vielleicht noch die ein oder andere Erweiterung und Veränderung durchlaufen wird, allerdings, wenn ich hier zu meinem bisherigen Leben ein Resümee ziehen müsste, so würde ich sagen: Was mich am meisten prägte, nach meiner Kindheit, war wohl die romantische Liebe.*

 


*Meine Eltern liebten mich auch beide sehr und waren immer für mich da, auch während und nach der Scheidung, aber diese parentale Liebe ist etwas anderes, als die zu einem Seelenverwandten. Vor allem wenn man Geschwister hat und der Vater als Manager um die Welt jettet und einmal im Monat zuhause ist.




Gedankenströme, Hypnagogie, Inspiration und Einschlafen – Betrachtungen eines Schriftstellers um zwei Uhr morgens

(Alternativer Titel; Kreative Insomnie und ihre Vor- und Nachteile)

Mein Gehirn arbeitet ununterbrochen: Es kreiert, analysiert, phantasiert, es denkt ununterbrochen in rastlosen Kreisen. Meine Psychiaterin diagnostizierte mir immer wieder einen hohen IQ, ADHS und Depressionen und anderen Kram; aber ich glaube, das sind nur grobe Reduktionen, die gerade mal die quantifizierbaren Symptome umfassen. Es steckt mehr dahinter.  Das Gehirn eines Kreativen,  also auch das eines Schriftstellers, reagiert sehr intensiv auf Reize. Es steht stetig unter Strom, denn die Welten in mir und die um mich herum stimulieren mich ununterbrochen mit ihren Wunder und Schrecken zu stark, als das ich sie ignorieren könnte. Das stetig Nachdenken trägt auch reiche Früchte; Schlagkraft bei Debatten, ein Arsenal an Argumenten, ein differenzierendes Weltbild, ein zyklopischer Berg an selbstgeschriebenen Romanen, Briefen, Gedichten, Essays, Betrachtungen und Aphorismen; ein Plan A, B, C, D, E, F und G für jede mögliche und unmögliche Situation.
Doch die Rastlosigkeit hat auch ihre negativen Seiten, spätestens wenn es notwendig wird, zur Ruhe zu kommen; oder wenn die Gedanken grundlos um Sorgen und Probleme kreisen.
Haben Sie jemals beim Einschlafen gedacht? Wahrscheinlich nicht, denn Einschlafen, das Versinken in den Schlaf, geht bei den meisten Menschen normalerweise einher und folgt aus dem Sichloslösen vom bewussten Denken.
Und da ich immer und ununterbrochen denke, neige ich zur Insomnie, und wenn ich überhaupt einschlafe, dann nur weil mein Verstand an den Gedanken vorbeigleitet, sich selbst austrickst und den Einschlafensprozess überspringt und direkt in das Träumen und damit einen Halbwachzustand eintaucht. Dieser Zustand ist es wert, genauer betrachtet zu werden, denn er ist von höchst fruchtbarer, sonderbarer und numinoser Natur.
Der Fall in den Schlaf kündigt sich bei mir mit dem Zerfall meines sonst immer klaren und rastlosen Gedankenstroms an. Ich liege in der Dunkelheit, eingewickelt in die Laken und doch schwebe ich. Die Bilder, die durch den geistigen Äther strömen, werden zusammenhangloser; die Logik krümmt sich; Zeit und Raum verschmelzen; der Strom separiert sich und ich versinke Schritt für Schritt darin, bis ich in den Bildern treibe, das Denken verschwimmt und ich einschlafe … meistens … Denn in diesem Zustand befinde ich mich bereits im Reich der Träume und stehe an der windgepeitschten Küste des Visionenmeers, das Poe bereits in „A dream within a dream“ beschrieb. Alles löst sich hier auf, gleitet davon, verliert jede feste Struktur und verschwindet in den Tiefen; nichts wirkt real, nichts wirkt richtig oder falsch; ein magischer Glanz liegt über den Dingen; aber auch die Furcht vor der Essenz einer unausgesprochenen Wahrheit lauert darunter; ungreifbar wie ein Nebelfetzen im Wind. Es ist ein Meer aus Assoziationen, Fusionen, verwirrenden Neukreationen; Paradoxons werden hier zu Singularitäten; und in diesem Meer angel ich die Inspiration. Und plötzlich erhebt sich eine gewaltige Idee, eine Erkenntnis, eine metaphysische Struktur, wie der Leviathan aus den schillernden Fluten … Und ich erhebe mich aus den Laken, greife nach Stift und Papier und beginn zu schreiben. Das Papier wabert, der Stift schwingt ohne mein Zutun, die Dunkelheit formiert und transformiert sich um mich herum, schmiegt sich an mich wie eine kalte Geliebte und flüstert Bilder und Ereignisse in meine zitternden Finger. Hypnagoge Halluzinationen treten auf. Dies ist erregte der Zustand der kreativen Muse; und in diesem Zustand; sei er durch Schlaf, Zufall oder Rausch herbeigeführt, entstehen meine besten Werke. Die meisten meiner Romane, Essays und auch dieser Text, entstanden/entstehen um zwei Uhr morgens, im Halbschlaf am Nachttisch … Schlafen werde ich nun nicht mehr; aber wer braucht schon Schlaf, wenn er mit offenen Augen träumen kann? Und auch wenn es uns den Schlaf raubt, ist es nicht die Aufgabe von uns Kreativen, die Träume einzufangen und aus ihnen Geschichten, Kunstwerke und Welten zu weben und so den magischen Glanz in die sonst so langweilige Realität und die Leben unserer Mitmenschen zu tragen?




Videoempfehlung: Stephen King on Childhood (English)

Auf dem YouTube-Kanal blank on blank von Patrick Smith ist ein neues animiertes Interview erschienen. In diesem spricht Stephen King, der wohl erfolgreichste Horrorautor unserer Zeit, über die Verbindung zwischen Kindheit, Tod, Träumen und Kreativität. Ich lege jedem Menschen, der sich für kreatives Schaffen und / oder Psychologie interessiert, dieses Interview ans Herzen. Und wer gut gemachte Animationen mag, wird hier auch fündig. Einzige „Barriere“: Das Video ist auf Englisch.




Neue Rezension zu „Das Erwachen des letzten Menschen“

Auf dem Blog „Bücherwyrm“ erschien gestern eine Rezension zu meiner Novelle „Das Erwachen des letzten Menschen“.

Zitat: „Manchmal kommen Bücher rein, die direkt von den Augen ins Gehirn und von dort in die Tastatur gehen, und diese düstere philosophische Novelle gehört dazu.

https://buecherwyrmblog.wordpress.com/2016/12/15/rezension-das-erwachen-des-letzten-menschen-von-nikodem-skrobisz/

Wenn ihr mehr über die Novelle erfahren wollt, empfehle ich euch entweder die Blogrezension zu lesen, oder sich das Buch direkt bei Amazon zu holen. Vielleicht braucht ihr ja noch ein kleines, aber feines Weihnachtsgeschenk. Und wenn ihr das Buch schon habt, dann könnt ihr euch auf dem Bücherwyrm-Blog nach neuem Lesefutter umsehen.

EDIT: Upps, das ging ja schnell ^^ Wie ich gerade sehe, ist das Buch bei Amazon gerade ausverkauft. Nachschub ist aber unterwegs, ihr könnt also bedenklos bestellen, auch wenn dort steht „Nicht auf Lager“.




Videoempfehlung: Interview mit BoD-Pressesprecher Thorsten Simon

Die meisten meiner Bücher habe ich via BoD veröffentlicht. Wer mehr über BoD erfahren will, dem empfehle ich ein klasse Videointerview, welches der YouTuber creepycreaturesreview mit dem BoD-Presssprecher Thorsten Simon auf der Frankfurter Buchmesse geführt hat.

 




07.12.2016 Update zu BoD & Amazon

Nachdem ich vor kurzem meine Probleme mit BoD publik gemacht und mich mit anderen Autoren verbündet habe, die mit ähnlichen Problemen zu kämpfen haben, scheint sich langsam etwas in der Sache zu tun. Zwar bleibt ein Statment von BoD (noch) aus, obwohl ich sie erneut angeschrieben habe, allerdings ist jetzt mein Buch „Wahn“ seit heute wieder bei Amazon bestellbar und sogar schon wieder, wenn auch nur mit einem Exemplar, auf Lager. Die Bücher der anderen betroffenen Autoren sind weiterhin nicht verfügbar.

Mal sehen, wie sich die Dinge weiterentwickeln. Ich hoffe, BoD und Amazon.de bekommen diese Probleme  möglichst bald endgültig in Griff. Ich werde euch auf dem Stand der Dinge halten.




Vlog #3 ist auf meinem YouTube Kanal online

Ein neuer Video-Blog ist auf meinem YouTube Kanal erschienen. Im Thema: Meine Projekte, der Autorenstammtisch, erowid, Recherchen und Veröffentlichungen.

 




Das NpSG ist in Kraft getreten

In einem meiner letzten Artikel habe ich über das NpSG und seine Auswirkungen geschrieben. Mittlerweile ist das Gesetz wie erwartet am 26.11.2016 im Bundesgesetzblatt verkündet worden und ist damit in Kraft getreten. Welche Auswirkungen dieses Gesetz hat, erfährst du in dem verlinkten Artikel.




Rezension zu „Das Erwachen des letzten Menschen“ von „Wurm sucht Buch“

Die Bloggerin Krisi Schöllkopf hat auf dem Blog „Wurm sucht Buch“ eine Topkritik zu meiner vor kurzem erschienenen Novelle „Das Erwachen des letzten Menschen“ verfasst. Ihr findet sie hier: https://wurm-sucht-buch.blogspot.de/2016/11/rezension-das-erwachen-des-letzten.html