Ein heiterer Adorno Porno

Für Hannah Arendt war Theodor Adorno „einer der widerlichsten Menschen, die ich kenne“ und je mehr ich durch seine literaturtheoretischen Exkremente wühle, desto mehr fühle ich mich Hannah Arendt verbunden, deren Werke mir dabei aus dem Bücherregal heraus über die Schulter zulächeln. In diesem Adorno Porno Essay geht es um die Rolle der Kunst, Ernst, Heiterkeit, Jazz und die Legitimität von Hitler-Witzen.

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Zum Europatag – Für einen paneuropäischen Patriotismus [Randgedanken]

Heute ist Europatag. Oder er war es gestern. Oder am Mittwoch. Je nachdem welchen der beiden offiziellen Europatage – den basierend auf der Gründung des Europarats am 5. Mai 1949 oder den auf der Schuman-Erklärung von 9. Mai 1950 – man bevorzugt. Oder ob man eher den deutschen Sonderweg einschlägt, und die Kapitulation der Wehrmacht am 8. Mai 1945 als Europatag feiert. Es herrscht allerdings nicht nur beim Datum des eigenen Feiertags Uneinigkeit innerhalb unserer Europäischen Union.

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Nietzsches Genealogie der Moral: Von Herren und Sklaven

Was gut und was böse ist, das erscheint den meisten Menschen intuitiv klar zu sein. Und fast ebenso erscheint es ihnen als selbstverständlich, dass das „Gute“ wertvoller und erstrebenswerter sei als das „Böse“. Doch nicht nur in den hitzigen Moraldebatten der kontemporären Culture Wars und politischen Diskurse besteht selten Einigkeit darüber, was nun als „gut“ und was als „böse“ zu bewerten ist. Wenn man sich etwas mit der Geschichte der Menschheit und ihren zahllosen Kulturen beschäftigt, so erkennt man, dass die Werturteile von Zeit zu Zeit und Kultur zu Kultur massiven Veränderungen und Verschiebungen unterworfen waren und sind. Zentral ist dabei der von Nietzsche herausgearbeitete Konflikt zwischen Herren und Sklavenmoral.

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Die globale Bullshit-Krise

Unsere Politik, Kultur und Diskurse sind voll mit Bullshit. Tonnenweise ergießen sich mentale Grütze und Schwachsinn aus unseren Feeds und den Mündern von Talkshowgästen, Politikern, Verschwörungsideologen, Verwandten, Freunden und viel zu oft uns selbst. Von Jahr zu Jahr scheint dabei diese Informationsmülllawine, die unsere Köpfe umspült und ertränkt, anzuschwellen. Doch was ist Bullshit und wie sind wir in diese Bullshit-Krise geraten? Welche Auswege gibt es?

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Vom Tod zu einer ästhetischen Ethik

Es gibt weniges, das der Zufriedenheit mit dem eigenen Leben so zuträglich ist, wie regelmäßige Spaziergänge über Friedhöfe. Nicht weil es sonderlich angenehm wäre, die verwitternden Namen und Daten auf den Grabsteinen zu sehen und sich bewusst zu machen, dass man selbst unvermeidlich eines Tages nicht mehr sein wird. Sondern weil es notwendig ist, sofern man ein gutes Leben führen will.

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Der Faschist und das Unbehagen in der Kultur

Mit Freud, Nietzsche, Bataille, Jung und Becker erläutere ich in diesem Essay, warum es notwendig ist, Bücher aus der Sicht des Bösen zu schreiben und zu lesen, warum ich das bei meinem neusten Roman „Der Faschist“ tat und was überhaupt hinter dem schwammigen Begriff des Bösen steckt.

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