Interview im Frauenpanorama vom 16.12.2017

Am 16.12.2017 erschien ein ganz besonderes Interview mit mir im Magazin Frauenpanorama: https://frauenpanorama.de/ein-brillantes-ausnahmetalent-leveret-pale/ In keinem Interview zuvor habe ich einen so tiefen Einblick in mein Privatleben, mein Denken und Fühlen erlaubt, wie in diesem. Wer sich also für die Person hinter Leveret Pale interessiert, sollte unbedingt mal reinlesen.

Ich danke meiner Kollegin Astrid Korten für dieses tolle Interview.




Gereon Sand im Interview

Wenn ich ehrlich bin, lese ich persönlich wenige noch lebende deutsche Autoren (es sind vielleicht ein, zwei Dutzend, was im Verhältnis zu meinem Bücherkonsum eine verschwindend geringe Menge ist) – denn die Kollegen aus dem englischsprachigen Raum sind heutzutage nicht nur den Deutschen in der Quantität, sondern leider in der Regel auch in der Qualität und Originalität überlegen. Ob das an unserem langweiligen Deutschunterricht, der die meisten jungen Autoren vergrault, liegt oder daran, dass bei den Amerikanern Creative Writing sogar ein studierbares Fach ist, werde ich aber ein anderes Mal behandeln. Heute soll es um einen Autor gehen, der weder Nietzsche, Hesse, Mann noch Fallada heißt, also noch lebt, und mich trotzdem begeistern kann. Zu den wenigen lebenden deutschen Autoren, die ich gerne lese, gehört Gereon Sand, der bisher drei Romane veröffentlicht hat.

Es freut mich daher besonders, dass ich die Gelegenheit hatte Gereon persönlich zu interviewen.

1. Gereon Sand, Du gehörst zu meinen liebsten deutschsprachigen Autoren, allerdings befürchte ich, dass Dich die meisten Leser noch nicht kennen. Möchtest Du vielleicht dich und deine Bücher kurz vorstellen?

Na klar, wenn Du mich so nett fragst :). Ich bin 47 Jahre alt, arbeite in einem technischen Beruf, manage dort Projekte und schreibe in diesem Kontext häufig Fachkonzepte und Benutzerdokumentationen. Zudem mag ich von Kindesbeinen an fantastische Welten, was sich u.a. in Pen&Paper-Rollenspielen, Trading-Card-Games, MMORPGs sowie zahlreichen Fantasy- und Science-Fiction-Romanen in meinem Bücherregal niederschlägt.

Im Jahr 2011 ergab sich eine Gelegenheit, meine Arbeitszeit zu reduzieren und trotzdem noch eine Familie zu ernähren (ich bin verheiratet und habe 3 Kinder). Die dadurch gewonnene Zeit darf ich nach Rücksprache mit meiner Familie zum Schreiben einsetzen, wofür ich unendlich dankbar bin und was mir unglaublich viel Spaß macht. Ich hoffe, dass sich ein wenig davon in meinen Romanen widerspiegelt.

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2. Gereon Sand ist ein Pseudonym. Warum verwendest Du es und wie bist Du darauf gekommen?

Der Schriftsteller bei der Arbeit … oder so ähnlich sieht es vermutlich aus, wenn auch mit Computer und elektrischem Licht, wenn Gereon Sand schreibt. So genau werden wir das vielleicht nie erfahren, denn der Autor möchte in der Öffentlichkeit unerkannt bleiben.

Ich wollte einfach nicht, dass man meinen Echtnamen googlet und dann als erstes auf meine Bücher stößt. Das Pseudonym ermöglicht mir, meine Rollen als Familienvater, Angestellter und Autor so voneinander zu trennen, wie ich es für angemessen halte. Zudem ist mein Echtname vergleichsweise sperrig und schwer zu merken.

An dem Pseudonym „Gereon Sand“ mag ich den Klang der Worte, den leicht zu merkenden Nachnamen (der im Englischen und im Deutschen die gleiche Bedeutung hat) sowie die Assoziationen, die der Name mit sich trägt. Sand poltert nicht und fällt nicht. Stattdessen zerrinnt er zwischen den Fingern, durchläuft unerbittlich den Trichter der Sanduhr, rieselt leise und unbemerkt in alle Ritzen.

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3. Was bedeutet das Schreiben für Dich?

So viel, dass ich es kaum in Worte fassen kann. Ich bin seit jeher ein kreativer Mensch, was sich z.B. in (hochnotpeinlichen!) Gedichten aus meiner Teenagerzeit, dem Songwriting für diverse Rockbands oder Inhalten für MMORPGs (z.B. Roleplaying-Servern) niederschlägt.

Merkwürdigerweise bin ich nicht nur kreativ, sondern auch ziemlich diszipliniert. Ich freue mich daran, wenn Dinge ihre Ordnung haben und manage meine beruflichen und privaten Projekte mit Herzblut und Leidenschaft. Ich mag es, auf ein Ziel hinzuarbeiten, Sachverhalte zu optimieren und aus gegebenen Rahmenbedingungen das Beste herauszuholen.

Das Schreiben vereint für mich Kreativität und Ordnung in einer ganz wundervollen Weise. Die Figuren meiner Romane agieren in einem Universum, das „gemanaget“ werden will. Aus ihrer Interaktion und ihren Eigenheiten ergeben sich immer wieder unvorhergesehene Dinge (Kreativität!), die aber stimmig sein und zum Universum passen müssen (Ordnung!). Ich mag dieses Zusammenspiel sehr und genieße das Privileg, Zeit dafür investieren zu dürfen.

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4. Wie läuft bei dir der Prozess von der Idee bis zum fertigen Buch ab? Wie arbeitest und veröffentlichst Du? Wie findest Du Inspiration?

Oh weh, so viele Fragen auf einmal 🙂

Als ich mit Rasmus angefangen habe, gab es lediglich eine grobe Vorstellung von den Fähigkeiten der Propheten, ansonsten keinerlei Material über Annstein und die Mittlande … und insbesondere keinerlei Ahnung, wie der Roman enden sollte. Die einzigen Charaktere, die zu Beginn des Romans existierten, waren Rasmus, Flemming und Stella; ein Exposée, eine Kapitelstruktur oder auch nur ein Konzept für einen Handlungsstrang gab es nicht. Mit anderen Worten: falscher kann man es eigentlich nicht machen :).

Letztendlich hat mich die sich in jedem Kapitel verändernde Erzählperspektive gerettet. Nachdem ich Grubb, Nalissa, Keshar, Milan und Tjark eingeführt hatte, gab es eine über viele Monate andauernde Phase, in der der Roman sich wie von alleine schrieb. Die Charaktere erwachten zum Leben, während sie die Welt durch ihre Augen betrachteten, entwickelten Eigenschaften, interagierten, wodurch sich neue Situationen ergaben, die wiederum Interaktion erforderten, die wiederum zu neuen Situationen führte … und so ging es immer weiter. Längst lassen sich Haupt- und Nebencharaktere nicht mehr eindeutig trennen, Gut und Böse nicht mehr voneinander abgrenzen. Wenn ich drei Protagonisten nennen müsste, die mir am meisten ans Herz gewachsen sind … ich müsste sehr lange überlegen.

Natürlich forderte diese spontane Vorgehensweise ihren Preis. Im dritten Band, der derzeit lektoriert und in 2018 veröffentlicht wird, hatte ich einige Mühe, die Handlungsfäden, die sich aus der „spontanen“ Interaktion der Protagonisten ergaben, wieder zusammenzubinden. So umfasst der dritte Band von Rasmus nur einen einzigen (ziemlich blutigen) Tag … und er ist dabei nicht kürzer als seine beiden Vorgänger.

Gereon Sands neuster Roman „Marie“ spielt in der Zukunft und zeigt die Gefahren der technologischen Entwicklung nach dem Motto: „Share your life, share it live!“

Mit „Marie“ habe ich meine Arbeitsweise umgestellt. Sowohl zu „Marie“ als auch zum vierten Band von Rasmus, an dem ich derzeit schreibe, existierten Exposée und Kapitelstruktur von Beginn an, so dass z.B. das Ende, auf das der Roman hinarbeitet, schon vor der ersten Zeile feststand. Beide Arbeitsweisen, die spontane und die durchgeplante, haben Vor- und Nachteile bzw. ihre Daseinsberechtigung. Es wäre ein eigenes Interview wert, diese gegenüberzustellen.

Ich schreibe mit MSWord, fast ausschließlich am frühen Morgen oder an meinen freien Nachmittagen. Ich sitze dabei typischerweise in Cafés, d.h. an öffentlichen Orten, da es zuhause an meinem Schreibtisch viel zu viele Dinge gibt, die mich ablenken. Ich schreibe meine Kapitel nicht nur stur herunter, sondern lese sie sehr häufig Korrektur und feile immer wieder an Details. Dieser fortwährende Korrekturprozess endet auch dann nicht, wenn alle Kapitel geschrieben sind, denn an die eigentliche Schreibphase schließen sich das Lektorat, die Covergestaltung und der technische Veröffentlichungsprozess (via createspace.com) an. Im Schnitt verstreichen eins bis anderthalb Jahre, bis ich einen fertig geschriebenen Roman letztendlich veröffentliche. Es ist m.E. wichtig, diese Nachbereitungsphase nicht zu kurz, aber auch nicht zu lang anzusetzen. Man könnte unendlich lange feilen, korrigieren und verbessern … aber irgendwann muss man sich selbst dazu zwingen, einen Haken zu machen und einen Roman loszulassen.

Meine Inspiration finde ich in den Menschen um mich herum. Letztendlich geht es in all meinen Romanen um Menschen und ihre Eigenheiten. Ob die Handlung nun im einem fantastischen (Rasmus) oder technisierten (Marie) Rahmen stattfindet, ist für mich unerheblich. Ich zeichne Menschen, aber nicht mit Pinsel und Farben, sondern mit Worten.

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5. Dein Hauptwerk besteht aus der Fantasyreihe „Rasmus und die Gilde der Propheten“, von der mittlerweile die ersten zwei Bände erschienen sind. Kannst Du kurz skizzieren, worum es in den Büchern geht und warum Leser ausgerechnet diese Reihe lesen sollten, wo der Fantasymarkt doch bereits so übersättigt ist? Was macht die Reihe so besonders?

In der Fantasy gibt es unendlich viele Stereotypen. Elben, Zwerge, Orks oder Drachen. Zerstreute Zauberer, mystische Feen, strahlende Helden oder grausame Monster. Ich glaube, dass die Übersättigung des Marktes, die Du ansprichst, zum Großteil durch fortwährendes Variieren dieser Stereotypen erfolgt. „Rasmus und die Gilde der Propheten“ geht hier einen völlig anderen Weg. Die Serie baut darauf, dass der Mensch alleine genügt, um gute Fantasy zu tragen. Ein Mensch kann sowohl Held als auch Monster sein, manchmal sogar in ein- und derselben Person. Für mich ist die beste Fantasy diejenige, die mit menschlichen Protagonisten arbeitet und bei der diese nicht klassisch „gut“ oder „böse“ sind, sondern über Grautöne verfügen. George R. R. Martin ist für mich der unangefochtene Meister dieser Disziplin, aber auch Joe Abercrombie oder Guy Gavriel Kay produzieren wunderschön ausgearbeitete Charaktere.

Rasmus und der Gilde der Propheten“ erzählt eine Geschichte durch die Augen verschiedenster menschlicher Protagonisten, die allesamt ihre Stärken und Schwächen haben. Die Grenze zwischen Gut und Böse ist nicht eindeutig; es passieren derbe und blutige Dinge (wobei ich überzeugt bin, dass die historische Realität noch weitaus derber und blutiger war). Wer „realistische“ Fantasy in einem mittelalterlichen Szenario mag, sollte m.E. einen Blick auf die Serie werfen, die nach meinem derzeitigen Stand der Dinge mit dem vierten und letzten Band im Jahr 2019 enden wird. Wie bereits erwähnt, verzichtet die Serie vollständig auf die genreüblichen Klischees; übersinnliche Dinge (wie die Magie der Propheten oder die Fähigkeiten der Fallenden Sterne) tauchen nur sporadisch und in kleinen Dosen auf. Es sind Menschen, die den Roman tragen. Feige, grausame, zynische, tapfere, einzigartige und unendlich zerbrechliche Menschen.

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6. Vor kurzem erschien dein neuester Roman „Marie“, der in einem Deutschland des Jahres 2023 spielt. Damit hast du nach zwei Fantasyromanen ein Science-Fiction Buch veröffentlicht. Was brachte dich dazu das Genre zu wechseln? Werden wir in Zukunft mehr Bücher in verschiedenen Genre von dir lesen können?

„Marie“ war nicht geplant, ist mir aber immer mehr zum Bedürfnis geworden. Hauptberuflich arbeite ich in einem technischen Umfeld, so dass mir das Szenario, in dem „Marie“ spielt, durchaus nicht unbekannt ist. Ich finde es hochgradig bedenklich, ja sogar pervers, wie immer allgegenwärtigere Technik im Alltag Stück für Stück den Umgang mit Menschen ersetzt. „Marie“ spielt mit zahlreichen Motiven, die wir derzeit noch untrennbar mit Menschen assoziieren (Geburt, Hochzeit, Tod, Advent, Weihnachten etc.) … und ersetzt dort konsequent den Menschen durch etwas anderes. Mein total vereinsamter Protagonist stolpert entsprechend von einer künstlichen Welt in die nächste und verliert am Ende jeden Bezug zur Realität.

Das Genre (Fantasy vs. Science-Fiction etc.) ist für mich zweitrangig. Es bildet letztendlich nur den Rahmen, um Menschen zu beschreiben.

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7. Was sind deine Pläne für die Zukunft als Gereon Sand?

Falls sich bei „Rasmus“ oder „Marie“ nicht über Nacht unerwarteter Erfolg einstellt, werde ich nach dem Abschluss von „Rasmus“ vermutlich ein weiteres Mal das Genre wechseln. Ich habe zwei Ideen für Sachbücher, außerdem eine ziemlich konkrete Idee für einen historischen Roman, der eine allseits bekannte Szene aus der Menschheitsgeschichte durch die Augen von Nebencharakteren neu erzählt … d.h. Kapitel aus wechselnden Perspektiven wie bei Rasmus, aber dieses Mal mit einem „ja, so könnte es gewesen sein“-Anspruch.

Auf jeden Fall habe ich nicht vor, das Schreiben aufzugeben. Dafür mag ich das Dasein als „Gereon Sand“ viel zu sehr!

Vielen Dank für die spannenden Fragen und das Interesse an meiner Person. Dir selbst viel Spaß und Erfolg beim Schreiben … und bis zum nächsten Mal!

Ich danke dir für das Interview. 🙂




Im November 2017: Nikodem Skrobisz in den Medien

Der gerade vergangene November war einer der interessantesten Monate in meiner bisherigen Schriftstellerlaufbahn als Leveret Pale. Ich traf viel neue Kollegen, startete neue Projekte und ich schaffte es gleich zweimal in die Zeitung. Einmal im Rahmen der Langen Lesenacht in Billerbeck in die WAZ und einmal war ich sogar auf der Titelseite meiner Lokalzeitung, der „Hallo Hachinger Tal“.

Die Artikel findet ihr unter den folgenden Links:

Lange Lesenacht in Billerbeck:  https://www.dropbox.com/s/9a05e2g0tw2jp9o/RBI01A13.pdf?dl=0

Die gesamte Augabe samt Titelseite der „Hallo Hachinger Tal“: http://www.epaper-system.de/bkbackoffice/getcatalog.do?catalogId=286768

Der einzelne Artikel aus der Hallo: https://www.hallo-muenchen.de/muenchen/landkreis/hachinger-tal-ort559066/verrueckten-welten-unterhachinger-jungautors-nikodem-skrobisz-9406461.html




Rezept für einen Apfelsmoothie der Erkenntnis

Äpfel gehören zu den beliebtesten und am meisten konsumierten Früchten der Welt und kommen bei einer Auswahl von über achttausend, für den Konsumismus gezüchteten Sorten, in allerlei sinnvollen und sinnlosen Farben, Geschmacksrichtungen und Größen daher. Der Apfel vom Baum der Erkenntnis ist jedoch in diesem Fall etwas Besonderes und verdient etwas mehr von unserer durch Smartphones, Social Media und Ritalin zerstörten Aufmerksamkeit. Er ist eine vielseitige und geschmacklich sehr anspruchsvolle Frucht, die eine großartige Grundlage für ein 10∞-breites Spektrum an diversen bewusstseinsverändernden Speisen liefert – von bewusstseinserweiternd, über verwirrend bis hin zu bewusstseinsauslöschend und sogar den Zorn Nietzsches erweckend.

Als die beliebteste Konsumform des Apfels vom Baum der Erkenntnis, hat sich im ersten Jahr der Trumppräsidentschaft in Realität LBS0815, der Erkenntnis-Smoothie nach dem Rezept des berühmt-berüchtigten Topterroristen und Schriftstellers Nathan bewährt. Wie alle Smoothie liefert er ein breites Spektrum an Vitaminen, Drogen und anderen wichtigen Vitalstoffen, die einem helfen ein glückliches und produktives Mitglied des Programms zu sein.

Der Smoothie setzt sich aus folgenden Zutaten zusammen:

Der Limettensaft gibt dem Smoothie seine einzigartig abgefuckt-säuerliche Note.

1 ½ Äpfel vom Baum der Erkenntnis
13 Spritzer Limettensaft
2 Tassen weinender Babyspinat
3 zerstampfte Kolanüsse
250 µg 1-Propionyl-Lysergsäurediäthylamid
½ Karotte
1 Handvoll Blätter des Erythroxylum coca
1 Handvoll Blätter des Mitragyna Speciosa
15 mg Methylphenidat
5 mg Soma
¼ geriebene Ginsengwurzel
1 aufgekochtes Autogramm von David Gilmour
5 Schamhaare einer Jungfrau
1 ½ Tassen Oxidan
¼ überreife, matschige Avocado
5 Tütchen Brausepulver
1-6 Schuss Absinth (Dosierung je nach Schwere des Delirium tremens.)

Die Zutaten werden optimalerweise alle zusammen in der exakten Reihenfolge in einen Mixer geworfen, bevorzugt einen der Marke Barcodom (Product Placement). Der Mixer wird für zweiundhalb Stunden auf die höchste Stufe gestellt. In der Zwischenzeit kann man ein Buch lesen, zum Beispiel eins des Schriftstellers Leveret Pale, um sich bereits auf die belebende und bewusstseinsverändernde Wirkung einzustimmen. Es empfiehlt sich täglich zwei bis drei dieser Smoothies über den Tag verteilt zu trinken, um das optimale Ergebnis – den absoluten Wahnsinn, die Epiphanie über die Natur der Wahrheit und eine nette Ekstase mit anschließenden Hirntod – zu erzielen.


 

Der Apfelsmoothie der Erkenntnis“ ist die Fortsetzung des Romans „Crackrauchende Hühner“ und wird  im zweiten Quartal 2018 als Taschenbuch und eBook erscheinen.  Erste Ausschnitte aus dem Buch erscheinen bis dahin jede Woche am Mittwoch um 18:30 auf der App Snipsl.




Lange Lesenacht in Billerbeck 2017

Die Lange Lesenacht in Billerbeck 2017, bei der ich aus meinem Roman „Crackrauchende Hühner“ las, war fantastisch!

Die Reise war es nur nicht ganz …

Nach einer kleinen Odyssee durch ganz Deutschland, mit verspäteten Zügen und verpassten Anschlusszügen, kam ich am Abend des Samstags dann doch noch rechtzeitig in Billerbeck an. Ich platze zwar in die letzen zehn Minuten der Autorenvorstellungsrunde hinein, aber zumindest war ich zu den Lesungen pünktlich.

Eine Gruppenfoto der Autoren und viele weitere fantastischen Bildern von der Lesenacht kann man in einer Galerie auf der Webseite der AZ finden: http://www.azonline.de/Fotos/Lokales/Kreis-Coesfeld/Billerbeck/Lange-Lesenacht-2017


Es war wie immer eine wunderbare Erfahrung all die Kollegen, die ich bisher meistens nur flüchtig von Messen oder durch E-Mails kannte, persönlich zu treffen und sich über das Leben und das Schreiben auszutauschen.

Ich konnte den Vorstand des BVjA, Tobias Kiwitt, persönlich kennenlernen, ich tauschte mich stundenlang mit der fantastischen und erfolgreichen Astrid Korten über das Schreiben und Agenturen aus, ich sah endlich mal meine Kollegin Monika Loerchner ( die einen noch besseren Beitrag über die Lesenacht geschrieben hat, als ich, und zwar unter: https://monikaloerchnersite.wordpress.com/2017/11/13/die-lange-lesenacht-in-billerbeck-2017/ ) wieder und konnte Kerstin Lange, Nicole Böhm und Carl Wilckens, der mir auch mein Exemplar seines Romans „13″ signierte, kennenlernen.

Astrid Korten, Nicole Böhm und meine Wenigkeit. Danke an Monika für das tolle Foto 🙂


Und die Lesung an sich war auch fantastisch. Es war das erste Mal, dass ich so lange (eine Stunde) und bei so einem großen Event gelesen habe; aber alles war toporganisiert und ‚Crackrauchende Hühner‚ kam sehr gut an. Das Publikum und ich haben herzlichst viel gelacht, ich gab Anekdoten rund um das Buch zum Besten und es gab zahlreiche Fragen. Ich kam mit zahlreichen Lesern ins Gespräche über Psychologie, Schule, das Schreiben und viele andere Themen. Kurz nach der Lesung waren dann bereits auch alle Exemplare des Romans in der Buchhandlung ausverkauft und ich konnte fleißig Autogramme verteilen. Nach den Lesungen fand ich mich mit den anderen Autoren im Jöppi ein, und signierte dort nochmal Exemplare von Crackrauchende Hühner und wurde von der Presse ausgefragt, bevor ich mich mit den anderen Autoren den Getränken und Gesprächen widmete. Ich tauschte mich vor allem mit Nicole Böhm, die die erfolgreiche Urbanfantasyreihe „Die Chroniken der Seelenwächter“ schreibt, Astrid Korten, der bekannten Thrillerautorin, und Carl Wilckens und Monika Loerchner, die beide beim acabus-Verlag veröffentlicht haben, aus, und plauderte auch mit Lesern und Veranstaltern bis wir gegen eins dann die Kneipe verließen.

Evelyn Barenbrügge moderierte meine Lesung und kündigte mich an.

An dieser Stelle will ich mich bei den Organisatoren der Veranstaltung bedanken: Vielen Dank Evelyn Barenbrügge und alle anderen, die diesen Abend möglich und so grandios gemacht haben.

Am nächsten Morgen verabschiedete ich mich von den Autoren, die wie ich im Billerbecker Hof eingecheckt hatten, und fuhr nach Hause. Wieder nicht ohne Pannen; mein IC blieb liegen, bis nach Köln musste ich die Regionalbahn nehmen, und der ICE von dort aus, war nicht nur zu spät, er hatte auch dreimal so viele Passagiere wie Sitzplätze. Als ich dann endlich gegen 20 Uhr zuhause ankam, war ich erschöpft, aber glücklich – weil ich Teil dieses fantastischen Events sein konnte, und weil ich erstmal der Deutschen Bahn fernbleiben kann.

In der Lokalpresse erschien auch ein fantastischer Artikel über die Lesung von der Journalistin Ursula Hoffmann: „Billerbeck: Seine ersten Kurzgeschichten hat Nikodem Skrobisz mit vier Jahren seiner Mutter diktiert, das erste Buch mit 15 Jahren veröffentlicht, etliche weitere folgten unter dem Pseudonym Leveret Pale. Jetzt ist er 18 Jahre, […]“

 




Lange Lesenacht in Billerbeck 2017 – ich bin dabei :)

Wer mir auf Instagram folgt, der weiß es bereits seit Monaten, da ich meinen Blog noch immer viel zu selten update … aber ich freue mich trotzdem hier meine Vorfreude auf ein Event der ganz besonderen Art nochmal verkünden zu können:

Heute in einer Woche, am 11.11.2017, lese ich bei der Langen Lesenacht in Billerbeck eine Stunde lang aus meinem Roman „Crackrauchende Hühner“ . Die Lange Lesenacht wird von der Stadt Billerbeck veranstaltet und vom BVjA und meiner Kollegin Evelyn Barenbrügge organisiert.

Die fantastischen Flyer und das Plakat kamen vor ein paar Tagen bei mir an:

Ich freue mich schon sehr darauf, dort den restlichen Vorstand des BVjA kennenzulernen – dessen Teil ich seit drei Wochen bin, als Vorstandsmitglied für Selfpublishing – und dort viele Kollegen und Leser zu treffen. Meine Kollegin Monika Loerchner, die mich vor kurzem interviewte, wird mit ihrem Roman „Hexenherz“ auch dabei sein. Nach der Lesung, die von 20:30 bis 21:30 geht, werde ich auch auf Fragen eingehen, Autogramme geben und wer wil, kann auch ein signiertes Exemplar meines Buches erwerben, oder einfach mit mir und den anderen Autor etwas Smalltalk betreiben. Der Eintritt zur Lesung ist kostenlos und ich würde mich freuen, wenn ich dort möglichst viele Leser aus Billerbeck und Umgebung kennenlernen dürfte. 🙂




Rezeption von „Wenn Soziopathen träumen“

Mittlerweile ist meine neuste Anthologie „Wenn Soziopathen träumen“ bereits seit einiger Zeit draußen und die ersten Kritiker und Leser haben ihre Rezensionen verfasst. In diesem Buch habe ich diesmal einige meiner experimentellsten und ungewöhnlichsten Texte versammelt, darunter auch ein Gedicht, und auch das erste Mal Illustrationen eingebaut, weshalb es mir schwer fiel vorherzusehen, wie das Buch bei euch, meinen Lesern ankommt. Deswegen bin ich doppelt glücklich darüber, dass die Rezensionen wieder sehr gut ausfielen. 🙂

Vor allem die äußerst lange, bebilderte und ausführliche Rezension von Lisa auf ihrem Blog Buecherschlucker, hat mir sehr gefallen und ich empfehle allen mal da reinzulesen, auch wenn ihr das Buch vielleicht schon habt, weil es einfach ein Lesegenuss an sich ist 😉 : https://buecherschlucker.blogspot.de/2017/08/wenn-soziopathen-traumen-leveret-pale.html

Ihr Fazit zu dem Buch:

Wer gerne düstere und Gänsehautgeschichten mag und offen für Abwechslung ist, ist bei diesem Buch absolut richtig! Dieses Buch fasziniert vor allem mit seinen besonderen Welten, heiklen Themen und außergewöhnlichen Gedankengängen. Manchmal etwas verwirrend, aber im Großen und Ganzen unterhaltsam!

Und auch Krisi von Wurmsuchtbuch hat auf ihrem Blog, der übrigens mittlerweile von blogspot auf WordPress umgestiegen ist und daher ein neues, frisches Design hat, eine lesenswerte und positive Kritik veröffentlicht: https://wurmsuchtbuch.com/2017/08/13/3428/

Ihr Fazit zu dem Buch:

Für mich ist Leveret Pale einer der Autoren, welcher mit der Psyche und den gegebenen Verhältnissen spielt, wie kaum ein anderer. Einige der Geschichten sind überzeugender, als andere und dennoch ist die Anthologie nur zu empfehlen für all jene, die über den Tellerrand hinausschauen wollen.

Neben Bloggern haben aber natürlich auch Leser bereits Rezensionen hinterlassen, vor allem auf Lovelybooks, wo die dazugehörige Leserunde nun vor kurzem geendet ist, aber noch immer allen Interessenten offensteht: https://www.lovelybooks.de/autor/Leveret-Pale/Wenn-Soziopathen-tr%C3%A4umen-1476147074-w/leserunde/1476174355/

Jeder ist herzlichst eingeladen jederzeit der Leserunde noch nachträglich beizutreten und seine Meinung zu den einzelnen Geschichten oder dem Gesamtwerk mit den anderen Lesern auszutauschen. Ich bin auch immer zur Stelle, um Fragen zu beantworten oder mitzudiskutieren 😉 .

Auf YouTube hat unser Buch auch seinen Weg gefunden, nämlich auf den Kanal chrissieskleinewelt der BookTuberin Christiane. Ihre Videorezension findet ihr hier:

Auch auf Instagram gab es Posts von Lesern, die mich sehr erfreut haben. Hier exemplarisch ein sehr schönes von Nadine, einer Teilnehmerin der Leserunde bei Lovelybooks:

Ich freue mich immer extrem über das Feedback meiner Leser 🙂 Ich würde auch Bücher schreiben, wenn sie außer mir niemand lesen würde, aber ich liebe es einfach auch mit meinen Texten Menschen zum Nachdenken zu bewegen und mich dann mit ihnen darüber austauschen zu können, was in unseren Köpfen beim schreiben und lesen dann vorgeht ^^

 

 




Spezial: Zitatinterview mit Monika Loerchner

Monika vor dem heimischen Bücherregal bei der Lektüre ihres neusten Romans „Hexenherz“

Diesmal gibt es hier auf meinem Blog mal etwas ganz Besonderes, nämlich ein Interview; und als ob das nicht schon ungewöhnlich genug wäre, ist es nicht einmal ein normales Interview. (Wo würden wir den hinkommen, wenn ich anfange irgendetwas normal zu machen? Das wäre ja langweilig.) Meine Kollegin Monika Loerchner und ich* sind auf die Idee gekommen uns gegenseitig zu interviewen, allerdings mit der Auflage, dass wir auf die Fragen jeweils nur mit ein bis drei Zitaten aus unseren bereits veröffentlichten Werken antworten können. Hier könnt ihr meine Fragen und Monikas Zitatantworten lesen. Wenn ihr wissen wollt, wie ich mich dabei angestellt habe, und mit welche Zitaten, dann schaut auf Monikas Blog vorbei, den sie übrigens deutlich besser und ordentlicher pflegt und füttert, als ich meinen. 😛

 

  1. Warum hast du angefangen zu schreiben bzw. warum schreibst du?

     

    Von da an sah Fabian die Frau jeden Dienstag. Sie kam stets vom Supermarktparkplatz rechts auf der anderen Straßenseite, ging über den Fabian gegenüberliegenden Bürgersteig nach links und verschwand irgendwann einfach aus seinem Blickfeld. Dabei ging sie weder besonders schnell, noch auffallend langsam. Sie ging einfach und das war etwas, dass Fabian nicht in den Kopf ging. Entweder man ging wohin und hatte ein Ziel, oder man ging spazieren. Letzteres kam kaum in Frage, hier gab es nichts zu sehen als die Autos, Busse und LKW, die über die Hauptstraße rollten, den Supermarkt und die Tankstelle neben dem Bushäuschen. Wer spazieren gehen wollte, suchte sich eine bessere Gegend. Die Stadt war keine Schönheit, hatte aber durchaus ein paar hübsche Ecken. Also warum sollte die Frau ausgerechnet die Hauptstraße entlanggehen? Die hier nichts zu bieten hatte außer Straßenlärm und -Luft und hinter Vorgärten verschanzten Wohnhäusern?
    Die andere Möglichkeit war natürlich, dass die Frau ein Ziel hatte. Doch das passte einfach nicht zu ihrem Gang: Wer wohin wollte, ging irgendwie anders. Nicht unbedingt schneller, aber bestimmter. Fabian wusste selbst nicht, was ihn so sicher machte, aber für ihn stand fest, dass die Frau kein Ziel hatte.“ (Aus: „Die Dame in Lila“, Seite 94f.)

    Ich denke fieberhaft nach. Mein Gespür, nicht mehr als ein leichtes Kribbeln in meinem Bauch, sagt mir, dass ich da an etwas dran bin. Noncoai. Incaono. Verdammt, so komme ich nicht weiter! Wenn ich nur etwas zu schreiben hätte!“ (Aus: „Hexenherz, Eisiger Zorn“, Seite 294.)

    Und ich hab Hummeln im Hintern!“ (Aus: „Ein Winterberger Winterkrimi“, Seite 23.)

    2. Man lässt ja als Autor auch immer ein bisschen die eigene Persönlichkeit in seine Bücher einfließen; gibt es Passagen, die deine gut umschreiben?

„Ich balle die Hände zu Fäusten. Wenn ich etwas nicht ausstehen kann, dann ist es Ungerechtigkeit!“

„Huhu! Is hier einer? Haaaalloooo! Kaaaaffeeee!!!! Hallo?“ Nicht alle Autoren fröhnen verschiedenen Alkaloiden so sehr wie Leveret Pale, aber eine gewisse Affinität zu Koffein lässt sich in Schriftstellerkreisen immer wieder beobachten.

(Aus:„Hexenherz, Eisiger Zorn“, Seite 262.)

 

„’Wenn Sie das so sagen, dann war es wohl so‘, antwortete Kurt vorsichtig. ‚Wollen Sie mir jetzt sagen, was das mit mir zu tun hat, oder noch länger drumrum reden?‘
Zu Kurts Überraschung lachte Bachmann auf.
‚Na, Sie sind ja ein ganz Direkter‘, sagte Bachmann und neigte anerkennend den Kopf. ‚Männer Ihres Formates sind selten geworden.‘
Kurt schnaubte zustimmend.
Mit Genugtuung sah er wie Bachmann bei einer etwas stärkeren Brise fröstelte und dann den Kragen seines Mantels hochschlug. So viel Geld, so viel Zeit, so viel Wolle, und wofür? Für einen Mantel, der nicht wärmte. Manchmal fragte sich Kurt, auf was für verrückte Ideen die Menschen noch so alles kommen würden.“ (Aus: „Der Spaten“, Seite 263f.)

„Huhu! Is hier einer? Haaaalloooo! Kaaaaffeeee!!!! Hallo?“ (Aus: „Ein Winterberger Winterkrimi“, Seite 10.)

  1. Du hast ja unter anderem Religionswissenschaften studiert. Wie stehst Du zum Thema Glaub, zu Religion usw.?

Luzena indes wurde unruhig. ‚Warum antworten sie uns nicht? Warum fragen sie uns nichts?‘, wollte sie wissen. ‚Sie haben doch auf unseren Ruf reagiert?‘
‚Ruhig.‘ Wie es seine Art war, vermittelte Reso trotz seiner Jugend Ruhe und Wohlgefühl. ‚Es scheint mir, sie haben erst ihren Göttern huldigen müssen. Wer sind wir, dass wir uns über fremde Götter erheben wollen?’“ (Aus: „Der Besuch“, Seite 204.)

Die Weibchen der Fremden kamen langsam herbei und vollführten scheinbar sinnlose Gesten, taten im Grunde genommen nicht viel, außer das liegende Männchen aufzurichten und einige rätselhafte, grob hergestellte Gegenstände vor ihm abzustellen. Ob das Opfergaben waren?
Mili war fasziniert von der Szene, die sich vor ihr abspielte. Gleichzeitig schnitt es ihr ins Herz, wie traurig das Männchen offenbar war. Oder missverstand sie da nur etwas? (Aus: „Der Besuch“, Seite 205.)

‚Glaubst Du denn, die Götter hören uns noch zu?‘
‚Natürlich!‘ Luke nickt. ‚Das tun sie, kleiner Freund, ganz zweifellos. Überleg doch mal: Wie sonst wäre es möglich, zu träumen?’“ (Aus: „Der Zweifel“.)


4. … und du hast auch Friedens- und Konfliktforschung studiert. Ein Statement dazu?

Es muss doch eine Möglichkeit geben, wie alle Menschen, Männer und Frauen, gleichberechtigt und in Frieden miteinander leben können!“ (Aus: „Hexenherz, Eisiger Zorn“, Seite 27.)

Ich wünsche dir, dass du zur Einsicht kommst. Doch das wirst du nicht, nicht wahr? Du hast immer schon deinen eigenen Kopf gehabt und deinen eigenen Sinn von Gerechtigkeit. Den habe ich immer an dir bewundert, aber dieses Mal, Kleine, wird er dir zum Verhängnis werden. Eine Frau muss wissen, wann sie kämpfen und wann sie wegschauen muss.“ (Aus: „Hexenherz, Eisiger Zorn“, Seite 356.)

Wer sich gegenüber Schwächeren anders verhält als gegenüber Gleichgestellten, sollte sein Verhalten überdenken, pflegt meine Mutter immer zu sagen.“ (Aus: „Hexenherz, Eisiger Zorn“, Seite 246.)

5. Du hast ja mittlerweile einige Lesungen gehalten und wir beide werden demnächst ja auch bei der Langen Lesenacht in Billerbeck aus unseren Romanen lesen. Wie empfindest du es vor Publikum aus deinem Buch zu lesen?

Schriftstellersein ist harte Arbeit … aber auch eine sehr erfüllende und wunderbare, wie ich aus eigener Erfahrung bestätigen kann.

‚Die Basis der Schriftstellerei ist nichts anderes als harte Arbeit.‘

‚Du willst mich wohl auf den Arm nehmen!‘ Wütend funkelt mich der Fremde an. ‚Als ob dir das

Schreiben keinen Spaß machen würde!‘

‚Doch, tut es. Es ist ein großes Glück, wenn man seiner Berufung folgen kann und die Arbeit Spaß

macht. Aber soll man sich deswegen etwa nicht mehr dafür bezahlen lassen? Und denken Sie bloß

nicht, das mir das Schreiben IMMER Spaß macht!‘

Ich schließe die Augen und denke an Kopfschmerzen und Schniefnase.“ (Aus: „Ein widerstehliches Angebot“, Seite 70.)

Wir sitzen hier, du und ich und … ich bin sicher, wir können zusammen eine ganze Menge Spaß haben! Mindestens so viel, wie wenn wir in Miami wären, ja?“ (Aus: „Ein Winterberger Winterkrimi“, Seite 9.)

6. Wenn man deinen Roman Hexenherz liest, in dessen Welt ein oppressives Matriarchat herrscht, merkt man, dass dir das Thema Gleichberechtigung sehr wichtig ist. Wie sollte eine Gesellschaft deiner Meinung nach optimalerweise aussehen?

„‚Ganz so ist es nicht‘, hatte ich erwidert, ‚aber merk dir eins, mein Junge: Gerechtigkeit muss für jeden da sein. „

Wahnsinn ist das, was diese Gesellschaft aus uns gemacht hat. Nicht alle denken so. Wir nicht und andere auch nicht. Also zog Adrian los, Gleichgesinnte zu finden. Mit ihnen wollte er leben, als Gleicher unter Gleichen, ganz egal, ob Mann oder Frau oder Fräulein. Bemessen einzig und allein an der Stärke seines Wesens, seines Charakters.“ (Aus: „Hexenherz, Eisiger Zorn“, Seite 306.)

‚Ganz so ist es nicht‘, hatte ich erwidert, ‚aber merk dir eins, mein Junge: Gerechtigkeit muss für jeden da sein. Ob groß oder klein, mächtig oder schwach, Frau oder Mann: Man kann sich nicht aussuchen, für wen die Gerechtigkeit da sein soll und für wen nicht. Man muss zu dem stehen, der man ist, und stets versuchen, so zu handeln wie der Mensch, der man sein möchte. Nur so wirst du es eines Tages schaffen, der Göttin ohne Scham gegenübertreten zu können.’“ (Aus: „Hexenherz, Eisiger Zorn“, Seite 396.)

7. … und man merkt auch, dass du zweifache Mutter bist. Wie würdest du eine optimale Mutter beschreiben?

‚Jenny’“, wiederhole ich so sanft ich kann. ‚Ich werde aller Wahrscheinlichkeit nach in den Tod gehen. Vieles im Leben erscheint einem sinnlos, Jenny, wenn man nur an sich denkt und nicht an das Morgen, das andere noch erleben werden. Ich habe diesen Jungen an Kindes statt genommen. Ich muss ihn in der Obhut einer Person wissen, der ich absolut vertrauen kann. Ihr beide seid für mich das Leben, das Weiterleben. Selbst, wenn wir anderen alle scheitern sollten. Kannst du das für mich tun?’“ (Aus: „Hexenherz, Eisiger Zorn“, Seite 375.)

Das Baby in meinem Arm ächzt im Schlaf. Es streckt Ärmchen und Beinchen von sich, zittert ein wenig und entspannt sich wieder mit einem zufriedenen Seufzer. Kire liegt völlig schlaff in meinen Armen. Sie ist so voller Vertrauen, wie sie es als Erwachsene nie wieder sein kann. Noch weiß sie nichts von dieser Welt, noch kennt sie nichts außer Liebe, Wärme und Geborgenheit. Göttin, beschütze sie!“ (Aus: „Hexenherz, Eisiger Zorn“, Seite 426.)

8. Wie schaffst du es, dich um deine Kinder zu kümmern und dich gleichzeitig so einer zeitintensiven Tätigkeit wie dem Schreiben zu widmen? Werden da manchmal die Kinder vernachlässigt?

Ich schätze, mit etwas Organisationstalent kann man das irgendwie hinkriegen?

Empfanden zwar einen Hauch Mitleid mit dem Kind, aber der Vater würde zweifellos Physiklehrer Müller werden, und der war schließlich echt in Ordnung.“ (Aus: „Der Langzeitplan“.)

9. Wie du schreibst, möchtest du deinen Lesern auch gewisse Wert vermitteln, welche sind das?

Als sich ihre Blicke trafen verliebte sich der junge Mann unsterblich in die Prinzessin, denn er hatte hinter ihrem hochmütigen Wesen ihr gutes Herz erkannt. Und ebenso verliebte sich die Prinzessin unsterblich in den jungen Mann, denn sie erahnte die Güte und Wärme hinter seinem kühlen Gebaren.“ (Aus: „Der Winterprinz“.)

Jetzt muss ich wirklich lachen. ‚Mirja, ernsthaft? Ja, wir haben uns ganz gut unterhalten. Und ehrlich gesagt haben wir mehr gemeinsam, als ich je gedacht hätte. Aber das macht doch noch lange keine Freundschaft aus. Dazu gehören Dinge wie Vertrauen, Ehrlichkeit und Treue! Dinge, von denen du keine Ahnung hast!’“ (Aus: „Hexenherz, Eisiger Zorn“, Seite 218.)

 

10. Bist du eher eine Idealistin oder eine Materialistin?


„Was ich meinte, war, dass Adrian damals ein Idealist war, ein Träumer. Als ich ihn vor etlichen Jahren wiedertraf, hatte sich das geändert. Er war realistischer geworden, härter. Seinen Idealismus hat er jedoch nie ganz verloren.“ (Aus: „Hexenherz, Eisiger Zorn“, Seite 307.)

Hunger tut weh, das solltest du am besten wissen.“ (Aus: „Hexenherz, Eisiger Zorn“, Seite 221.)


11. Was erwartest du dir von der Zukunft?


„Ich weiß es nicht, ist das überhaupt wichtig?“ (Aus: „Hexenherz, Eisiger Zorn“, Seite 346.)

 

12. So, das habe ich jetzt von dir geklaut. Ich konnte sie ganz gut beantworten, weil ich mal einen passenden intertextuellen Metafiktionwitz in einer meiner Kurzgeschichten eingebaut habe (man hüte sich vor den ganzen postmodernen Autoren, die sich selbst in ihre Texte einbauen). Aber ich glaube, du wirst da eher deine Schwierigkeiten haben. Überzeuge du mich jetzt deine Bücher zu kaufen. (bzw. nochmal, ich habe sie eigentlich bereits alle mittlerweile) 😉

Ich fürchte, Sie missverstehen da etwas: Was irgendein Jurist dazu sagt, interessiert mich nicht. Ich will mein Geld. Geben Sie es mir und alles ist gut. Geben Sie es mir nicht, und … Nun: Ich bekomme immer, was ich will.“ (Aus: „Der Spaten“, Seite 265.)

Wie magisch wurde er von dieser Eisblume angezogen, die so wunderschön war, so einzigartig, so kühn in ihrem Muster und so anmutig zart, dass es ihm die Sprache verschlug. (Aus: „Der Winterprinz“.)

‚Entspann dich mal, Schatz!‘, hatter gesagt, ‚Ruh dich mal richtig aus‘ und ‚Lass dich mal so richtig verwöhnen, Schatz!‘, hatter gesagt. (Aus: „Ein Winterberger, Winterkrimi“, Seite 9.)

ENDE

Ich glaube, lieber Nikodem, mir hat noch nie ein Interview so viel Spaß gemacht wie dieses hier! Deine Fragen waren zugegeben sehr kniffelig, aber ich liebe Herausforderungen! Vielen lieben Dank also für dieses tolle Interview! 🙂

Danke Monika, dass du dir die Zeit für das Interview genommen hast.

Mehr zu Monika könnt ihr hier finden:

https://monikaloerchnersite.wordpress.com
https://www.facebook.com/MonikaLoerchner/
https://www.lovelybooks.de/autor/Monika-Loerchner/
https://www.amazon.de/Monika-Loerchner/e/B01MRLT7GK/
http://www.acabus-verlag.de/autoren_31/loerchner-monika_1133.htm

Bibliographie:

*Naja, eher sie, aber ich habe sehr schnell zugestimmt und die Genialität dieser Idee erkannt und das Konzept ausgearbeitet. 😉  Ich meine, wie cool ist das, ein Zitatinterview ^^




Soziale Konformität und Bilanzsuizid

Soziale Konformität und Bilanzsuizid als Zeichen der selbstbestimmten Persönlichkeit

Man unterscheidet zwischen zwei Formen der Konformität. Bei der inneren / privaten Akzeptanz, akzeptiert das Individuum in Folge der Sozialisation die von seinem Umfeld geforderten Ansichten und Handlungen als richtig und glaubt von sich selbst daran. Dies wird häufig von Unmündigkeit und kognitiver Dissonanz begleitet und von Propaganda, Hierarchie und sozialen Einflüssen gefördert und gefestigt.
Bei der öffentlichen Folgsamkeit / compliance handelt das Individuum ebenfalls konform und befolgt die Normen, allerdings ohne selbst an die Richtigkeit der Handlung zu glauben. Es läuft einfach aufgrund von Faktoren wie Gruppenzwang und Angst vor negativer Resonanz mit und handelt nach außen konform, obwohl es innerlich dagegen ist. Man spricht hier in der Extremform von Mitläufertum oder innerer Migration.
Konformität kann in Form der inneren Akzeptanz für das durchschnittliche Individuum im Rahmen der Sozialisation förderlich sein, da ein glückliches und erfolgreiches Leben innerhalb einer Gesellschaft für jemanden ohne besondere Talente oder Fähigkeiten nur möglich ist, wenn man sich in diese Gesellschaft integriert und seine Rolle akzeptiert und sich der Konsensillusion hingibt. Wer absolut konform mit dem System ist, der braucht keinen eigenen Willen, um glücklich zu werden, sondern kann sich von den Medien, sozialen Happenings und Prestige berieseln lassen. Für die, wie sie Nietzsche nannte, „letzten Menschen“ ist die Herdentierexistenz die geeigneteste und bequemste.
Compliance hingegen ist für die persönliche Entwicklung schädlich, da sie voraussetzt, dass es sich bei dem betroffenen Individuum um einen Andersdenker handelt, der sich permanent von der Gesellschaft bevormunden lässt und so auf Dauer seine Mündigkeit abgibt und seine Willenskraft und die Möglichkeiten zur Selbstbestimmung verliert.
Compliance muss, genauso wie die innere Akzeptanz, daher überwunden werden, wenn das Individuum sich zu einer mündigen und selbstbestimmten Persönlichkeit entwickeln soll, die in der Lage ist ihr volles Potential auszuschöpfen, und Eudaimonia zu erreichen. Vor allem bei Querdenkern und Hochintelligenten, führt Konformität zu einem immensen Verlust an potentieller kultureller und wissenschaftlicher Errungenschaften. Erst das Ausbrechen aus der Norm ermöglicht die Geburt des Neuen, ebnet die Wege für die persönliche Freiheit und lässt das innere Potential des begabten Individuums aufblühen.
Für die persönliche Entwicklung ist daher jegliche Art von unkritischer Konformität kontraproduktiv (nicht nur die soziale Konformität; auch die Konformität mit sich selbst und den eigenen Schwächen).
Als Beispiele für die Folgen von Konformität auf die persönliche Selbstbestimmung und die Charakterentwicklung die fiktive Person „Otto Normalbürger“ und der real existierende Gonzo-Journalist Hunter S. Thompson gegenüberzustellen.
Otto N. verhält sich sein ganzes Leben lang konform; er geht zur Schule, lässt sich manchmal aus Compliance von seiner Peer-Group zum Schwänzen überreden, aber damit bewegt er sich noch in der Norm, und letztendlich macht er seinen Abschluss und beginnt irgendwann zu arbeiten. Als Jugendlicher träumt er davon, Rockstar zu werden und übt fleißig auf der Gitarre. Er ist auch sehr gut und hat Talent, aber seine Eltern und sein Umfeld überzeugen ihn, dass eine Musikerkarriere zu unsicher ist. Aus Konformität zu sich selbst und der Gesellschaft, gibt er nach, und entscheidet sich für ein Studium eines Faches, das seine Eltern ihm vorgeschlagen haben. Nach einiger Zeit und Fehlschlägen findet er einen normalen Beruf, denn er dann bis zum Rentenalter ausführt, da er weder die Kraft aufbringen kann/will sich nach etwas besseren umzuschauen und er auch nicht seine Peer-Group verlieren will. Er spielt nur noch selten Gitarre, da das Studium, die Partys zu den er eingeladen wird, die Beziehungen und Familientreffen und später die Jobs zu viel Zeit in Anspruch nehmen. Nach einigen Beziehungen, gelegentlichen Alkoholeskapaden an den Wochenenden, wird er mit dem Alter den Erwartungen der Gesellschaft entsprechend ruhiger, heiratet eine Frau und bekommt mit ihr Kinder. Diese stecken ihn im hohen Alter in ein Altersheim, wo er aus Compliance und arbeitsbedingter Erschöpfung bleibt, obwohl er eigentlich vor seinem Tod nochmal die Welt bereisen will. Nach einigen Jahren stirbt er in geistiger Umnachtung.
Otto N. führte ein durch und durch konformes Leben, welches stark fremdbestimmt war. Er absolvierte die vom Staat und der Gesellschaft vorgegebenen Sozialisationsinsanzen und war ein konformer Teil der Gesellschaft, bis diese ihn letztendlich entwürdigte, bis er nicht einmal mehr seinen Lebensabend selbstbestimmen konnte. Man kann in keiner Weise Otto N. eine selbstbestimmte Persönlichkeit attestieren, denn dadurch, dass er immer auf die ein oder andere Art und Weise konform handelte, konnte sich so eine gar nicht herausbilden.

Der amerikanische Schriftsteller Hunter S. Thompson kann hingegen als Paradebeispiel eines Nonkonformisten benutzt werden. Angefangen bei seiner von Straftaten und Schulabbrüchen geprägten Jugend über eine Karriere als berühmter Romancier, politischer Aktivist und Journalist bis hin zum offenen Konsum sozial geächteter Drogen. Er schöpft sein Potential voll aus, schreibt Romane, die ganze Generationen prägen und bereist die Welt. H. S. Thompsons Nonkonformität gipfelt in seinem Bilianzsuizid im Alter von 67 Jahren. H. S. T. war zu dem Zeitpunkt wohlhabend und wurde weder von äußeren Krisen noch von physischen oder psychischen Problemen zu seinem Suizid getrieben. Nach eigenen Angaben begann er ihn, um selbstbestimmt aus dem Leben zu scheiden und nicht langsam am Alter sterben zu müssen. Dieser Akt (den man klar von einem Suizid aus Verzweiflung differenzieren muss) ist der der höchsten Selbstbestimmung und kann nur von einer durch und durch selbstbestimmten Persönlichkeit vollführt werden. Damit steht Hunter S. Thompson in einer langen Reihe an Persönlichkeiten, die aus Bilanz Suizid beginnen und die über Sigmund Freud geht und bis zu Sokrates und Seneca zurückgeht. Und so eine radikal selbstbestimmt Persönlichkeit kann sich nur durch radikale Nonkonformität entwickeln.




Große eBook-Sommerrabattaktion

Es ist Sommer, und was gibt es da Schöneres, als im Schatten zu liegen und endlich mal wieder ein gutes Buch zu lesen? 😎😉 Und damit euch der Lesestoff nicht so schnell ausgeht, gibt es ab heute für eine Woche die eBook-Fassungen von vier meiner Bücher stark reduziert für nur 0,99€. Um genau zu sein, handelt es sich hierbei um meinen vielgelobten Roman Crackrauchende Hühner, meine über vierhundert Seiten starke Horrorgeschichtenanthologie Wahnsinn, den ersten Band meiner Elirium-Saga Die Rückkehr der Götter und die kleine, psychedelische Geschichtenreise Wahn. Ihr könnt die eBooks überall kaufen, wo es eBooks gibt, also bei Amazon, Tolino, iBooks, playstore usw.
(„Wenn Soziopathen träumen“ wird es als eBook übrigens auch zum Start reduziert geben, allerdings nicht so stark)
Also, schlagt zu, solange noch Zeit ist, denn zu solchen Kampfpreisen werde ich meine Bücher nicht mehr verschenken 😉

 

Die Aktion dauert vom 07.08. bis zum 14.08.2017, danach gilt für die oben genannten eBooks wieder der reguläre Preis.