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Über die Verantwortung von Autoren und den Wert der Erfahrung

Vor kurzem fragte der BookTuber Florian Jung auf seiner Instagramseite, welche gesellschaftlichen Verantwortung (Horror-)Autoren in der heutigen, seiner Meinung nach zunehmend verrohenden Zeit haben. * Einen Ausschnitt meiner Videoantwort darauf könnt ihr in seinem neusten Video sehen.

Aufgrund des Umfangs musste er leider meine fast viertelstündige Erklärung auf einen rund eineinhalb Minuten langen Ausschnitt reduzieren. Dieser stellt daher nur einen Teil der meiner Aussagen dar, weshalb ich es mir nicht nehmen lasse hier auf dem Blog meine Gedanken ausführlich und vollständig zu elaborieren – und noch um die ein oder andere Einsicht zu ergänzen, die vor allem für junge Autoren, aber auch Leser interessant sein sollte, da ich mich auf Belletristik-Autoren und Publizisten im Allgemeinen beziehe.

Ich schreibe unter dem Pseudonym Leveret Pale selber Horror und Science Ficition, und auch ich greife mit meinen Büchern immer wieder aktuelle philosophische und politische Themen auf, allerdings glaube ich nicht, dass ein Autor von Belletristik, wozu Horror zählt, im Bezug auf die Gesellschaft mit seinen Werken eine allgemein definierbare extrinsische Verantwortung hat, sondern nur eine intrinsische Verantwortung gegenüber dem eigenem Schaffensprozess aus der sich dann eine gesellschaftliche Funktion ergibt.

Natürlich ist jeder Autor auch Bürger. Als Bürger sollte er sich mit seiner gesellschaftlichen Verantwortung als Bürger auseinandersetzen und diese erfüllen – allerdings ist es eine andere Frage, ob der Autor zusätzlich zu den bürgerlichen Pflichten noch weitere, für seine Tätigkeit spezifische Verantwortungen hat, und falls ja, inwiefern und wie er diese wahrnehmen kann.

Belletristik-Autoren im Vergleich zu anderen Schriftstellern

Vor allem bei metaphysischen Angelegenheiten (hier: der Kirchenvater Hieronymus) kann es – so zumindest einige zynische Stimmen – schwierig sein die Grenze zwischen Kreativität und Wahrheitssuche zu definieren.

Für die Beantwortung der Frage nach der Verantwortung von (Horror-)Autoren ist es essentiell erstmal festzustellen, worin ihre Tätigkeit eigentlich besteht.

Das kreative Schaffen von Romanen, Gedichten und Erzählungen, wie es Autoren von Horror und anderen belletristischen Genre betreiben, ist nämlich ein anderer Prozess des Schreibens, als das publizistische Schaffen von Artikeln, Essays oder wissenschaftlichen Abhandlungen.

Während letztere vor allem Sachtexte sind, die mithilfe der Rhetorik, Argumenten und Objektivität klare Sachverhalte und bewusste Gedanken und Erkenntnisse ausformulieren, handelt es sich bei den literarischen oder lyrischen Erzählungen von Horrorautoren um Texte, die Geschichten erzählen. Im Gegensatz zu Sachtexten appellieren Geschichten nicht primär an den Verstand (Logos) des Lesers, sondern an seine archaischen und unterbewussten Intuitionen und das, was man im allgemeinem Sprachgebrauch als das Herz oder die Seele eines Menschen umschreibt und in der Rhetorik auch als Pathos bezeichnet wird. Entsprechend haben die meisten und besten literarischen Geschichten ihren Urpsrung nicht im Verstand des Autors, sondern in seinen Gefühlen und in seinem Unbewussten.

Diese Unterscheidung ist nicht immer ganz möglich, allerdings trotzdem wichtig, da an den Verstand eines Kulturkritikers, Journalisten oder Wissenschaftlers andere Maßstäbe der Verantwortung gesetzt werden müssen und können (z.B. die Verpflichtung zur Wahrheit und Belegbarkeit), als an das Herz eines Poetens, da sie über andere Wege wirken und schaffen und andere Funktionen für die Gesellschaft erfüllen.

Während ein Journalist mit seinem Schreiben die Funktion erfüllt Öffentlichkeit herzustellen, zu berichten und zu beurteilen, und ein Wissenschaftler die Funktion erfüllt Wissen zu generieren, zu überprüfen und aufzuarbeiten, erfüllt der Horrorautor – obwohl er auch schreibt wie die andern – eher die Funktion eines Künstlers. Während Wissenschaftler, Journalisten und Politiker die Verantwortung haben die bewussten Probleme der Gesellschaft zu lösen, ist die Aufgabe der Künstler allerdings diese Probleme zu generieren.

Der Schatten der Gesellschaft bei C. G. Jung

Der schweizer Psychiater Carl Gustav Jung entwickelte die analytische Psychologie, die zwar zu Teilen auf der freudschen Psychoanalyse aufbaut, sich allerdings differenzierter mit archetypischen Strukturen der Kultur und der Psyche beschäftigt

In der analytischen Psychologie gibt es einen interessanten Ansatz, was den Künstler und seine Rolle in der Gesellschaft angeht – und Autoren von Geschichten sind ja Künstler, wenn auch ihre Leinwand das Papier und ihre Farben die Worte sind.

Folgt man den Ideen von analytischen Psychologen wie Otto Rank und Carl Jung entstehen Krisen in Gesellschaften unter anderem dadurch, dass in einer Kultur kollektiv bestimmte Themen und Ideen verdrängt werden. Mißstände, die nicht in das Selbstbild der Gesellschaft passen, werden sozusagen kollektiv ins Unbewusste abgeschoben. Der Mensch neigt ja nicht nur als Einzelner, sondern auch als Gemeinschaft dazu, sich ein falsches Lächeln aufzusetzen und so zu tun, als ob alles in Ordnung wäre, obwohl es das nicht ist. Dadurch entsteht eine Dissonanz, also ein  Unterschied zwischen der Wirklichkeit und der Persona, also der Maske, die sich die Menschen jeden Tag aufsetzen.

Die Summe dieses Verdrängten und des archetypisch angelegten Unbewussten bezeichnet die analytische Psychologie als Schatten. Trotz dieses düsteren Namens ist der Schatten nicht rein negativ. Der Schatten enthält nach Carl Jung das, was dem positiven (und meist naiven) Selbstbild und der Maske / Persona eines Individuums oder Kollektivs entgegensteht.  Außer dem „Bösem“ können daher im Schatten auch positive Entwicklungsimpulse lauern. So kann zum Beispiel der Schatten neben verdrängten Ängsten, Trieben, Ressentiments und Mordfantasien, auch das Streben nach Selbsterfüllung oder Mut beinhalten, wenn das Ich-Bewusstsein von Angst oder schädlichen Hemmungen dominiert wird.

Das Gefährliche am Schatten ist, dass wenn man ihn zu lange ignoriert, er immer mächtiger wird, da das Ausblenden von verdrängten Sachverhalten, vor allem wenn immer mehr Beweise für sie auftauchen, viel Energie kostet . Das führt zu psychischen Spannungen, einer Entfremdung vom wahren Selbst, der Selbstwahrnehmung und der Persona. In der Folge kommt es zu sozialen Konflikten. Einem Dämon gleich sabotiert der Schatten das Leben, wenn man ihn ignoriert.

Psychische Gesundheit kann bei Jung nur bestehen, wenn man seine dunklen Seiten, also den Schatten, als wichtigen Teil seiner Selbst anerkennt und integriert. Ein ähnliches Konzept findet man im Daoismus bzw. in dem Konzept Taijitu als Ganzheit von Yin und Yang.

Fast jeder kennt zum Beispiel jene Vorfälle, bei denen man sich mit seiner Freundin, den Eltern oder einem Freund streitet und sich danach selbst fragt, was für ein Dämon da in einen gefahren ist: Irgendeine Kleinigkeit passiert, einer der Beteiligten rastet aus und die Konversation eskaliert zu einem gegenseitigen Anschreien. Nach dem Streit bemerken die Beteiligen dann oft, dass es eigentlich gar nicht in dem Streit um diese Kleinigkeit ging, die ihn ausgelöst hat, also nicht um etwas was direkt davor passiert ist oder die beim Streit erhobenen Vorwürfe, sondern dass da mehr dahinter steckt. Dieses mehr ist meist ein Teil des Schattens, der im Unterbewusstsein rumort und nie ausgesprochen wurde. Manchmal wird man sich bewusst, was die Natur dieses Schattenaspekts ist und man realisiert verdrängte Gefühle oder Traumata, aber umso häufiger wundern sich alle Beteiligten, warum sie eigentlich so wütend aufeinander sind und woher diese Spannungen zwischen ihnen ihren Ursprung haben. Oft lassen sich keine Antworten finden, da die Wahrheit ein Teil des Schattens ist, den man ausblendet, um das etablierte Bild von sich Selbst und den Anderen zu wahren.

Solange der Schatten aber ausgeblendet wird, können die Spannungen auch kaum gelöst werden. Ein psychisch gesunder Mensch und damit eine psychisch gesunde Gesellschaft kann daher nur existieren, wenn man sich selbst überwindet und seine dunklen Seiten anerkennt und den Schatten kontinuierlich integriert und so den lebenslangen Prozess der Selbstwerdung beziehungsweise Individuation auf sich nimmt. Nur wenn man akzeptiert, dass in jedem Menschen – auch einem selbst – sowohl das Potential dazu steckt, so gutmütig wie Mutter Theresa als auch so hasserfüllt und böse wie Adolf Hitler oder Ted Bundy zu sein, kann man vernünftig mit den inneren Trieben und Komplexen umgehen. Sinngemäß schreibt Carl Jung: „Man wird nicht dadurch erleuchtet, daß man sich Lichtgestalten vorstellt, sondern durch Bewusstmachung der Dunkelheit.“

Die besondere Gabe des Horrautors als Wortkünstler

Was den Künstler und in dem Fall den (Horror-)Schriftsteller nun ausmacht ist nach Jung, dass er intuitiv ein Gefühl  für den Schatten (oder zumindest einen Teil davon) seiner Gesellschaft hat. Mehr noch: dieser Schatten ergreift wie ein Dämon Besitz vom Künstler. Dieses Besitzergreifen wird von vielen Autoren oder anderen Kreativen mit so Phrasen umschrieben wie: „Das Buch musste einfach raus.“, „Es wollte geschrieben werden.“ oder „Ich konnte nicht anders.“ oder einfach wie bei Poe, als Monomanie beschrieben.  Der Künstler fasst in seiner Besessenheit den Schatten in eine Form, bietet einen Weg ihn als Bild oder Werk auszudrücken und bringt ihn so zurück in die Gesellschaft. Die Kultur kann in Folge den Schatten wieder integrieren. Die Integration ist oft mit Komplikationen verbunden, führt aber letztendlich zu einer Auflösung der Konflikte und langfristig zu einer besseren psychischen Gesundheit beziehungsweise gesellschaftlichen Stabilität.

Entgegen dieser etwas mystisch klingenden Metaphern, begründen sich die besondere Begabung des Künstlers und die Mechansimen des Schattens nicht in irgendwelchen übernatürlichen Kräften. Bei dem Künstler sind – um es umgangsprachlich zu sagen – einfach ein paar Schrauben locker, in dem Sinne, dass Verdrängungs- und Filtermechanismen nicht so gut funktionieren und sein Gehirn Details registriert und miteinander assoziert, die die meisten anderen Menschen einfach ausblenden oder nicht weiter beachten würden. Diese Fähigkeit bzw. dieser Defekt erklärt auch die Neigung vieler Kreativer zu Hypersensibilität und psychischen Erkrankungen. Kreativität basiert nunmal darauf in der Lage zu sein Probleme, Zusammenhänge und Lösungen zu sehen, die andere nicht sehen können und deren Anblick auch nicht besonders gut tut.

Für die Gesellschaft macht der Künstler durch seine von der Intuition und Subjektivität getriebenen Einsichten in den Schatten also die Dunkelheit bewusst, damit andere Menschen, wie zum Beispiel Wissenschaftler, objektive Methoden entwickeln können, um die Dunkelheit zu lösen. Das unterscheidet auch wahre Literatur und Kunst von Propaganda wie Gemälden von Führungspersonen und politischen Narrativen oder von dem Design von Produkten. Propaganda und Design bedienen sich zwar künstlerischer und literarischer Methoden, allerdings meist mit dem bewusst definierten Ziel die Menschen blind zu machen für die Dunkelheit, um sie so in eine bestimmte Richtung zu lenken.

Der Schlaf der Vernunft bringt die Monster des Menschen hervor – aber diese Monster sind auch dann da, wenn die Vernunft wach ist. Manchmal muss man daher die Vernunft kurzzeitig verlassen, um die Monster erkennen und später mit Vernunft bekämpfen zu können.

Folgt man nun der Theorie vom Künstlers als Erkenner und Integrationsbeauftragter des Schattens weiter, so ist der Horrorschriftsteller als Subtyp des Künstlers im Bezug auf die Gesellschaft besonders dafür zuständig die verdrängten und aktuellen Ängste aus dem Schatten zu extrahieren und aufzuarbeiten.

Das kann man dann auch tatsächlich an den prägenden Horrorwerken einer Zeit sehen.

So sind zum Beispiel Werke wie E.T.A. Hoffmanns Der Sandmann in denen Menschen zu Maschinen werden, zur Zeit der Industrialisierung entstanden. Edgar Allan Poes etwas psychotischen, eitrigen Krimigeschichten sind in einer Zeit geboren, als die Menschen ihre Gesichter puderten und imperiale Dekadenz vorspielten, während sich gleichzeitig Syphilis und Tuberkulose epidemiehaft ausbreiteten und die ersten Serienkiller auftauchten. Lovecraft schrieb seinen Kosmischen Horror als durch die Elektrisierung in Amerika und die Hochkonjunktur der Physik – vor allem durch die damals neue Relativitätstheorie von Einstein – die Winzigkeit der Erde im riesigen Universum in das Mainstreambewusstsein drang und die Leute verunsicherte. Die Serie Walking Dead erschien 2010, kurz nachdem die Probleme mit Migrationskrisen im Westen richtig aufflammten. 2010 hat Obama bereits Soldaten an die Mexikanischen Grenzen schicken müssen, um der Lage dort Herr zu werden (so ähnlich wie Trump 2018) und dann kam die Flüchtlingskrise auch nach Deutschland, und Walking Dead wurde zum Bestseller bzw. Blockbuster, weil es einfach dieser unbewussten, rassistischen Angst Ausdruck gab, dass die menschliche bzw. westliche Zivilisation von blutrünstigen Massen überrannt und zerstört wird.

Die Aufgabe des Horrorautors ist also solche verdrängten Ängste aufzuspüren, zu beschreiben und auszuformulieren und damit der Gesellschaft einen Spiegel vorzuhalten, damit sie erkennt, von welchen irrationalen Ängsten sie gerade in dumme Entscheidungen getrieben wird – oder zumindest ein Ventil dafür zu schaffen, wie die Katharsistheorie proponiert. Der gute Horrorautor zeichnet sich demnach dadurch aus, dass er besonders gut darin ist, die aktuellen Ängste seines Zeitgeistes aufzuspüren und sie wortkünstlerisch auszuleben.

Das ist auch das, was in meinen Augen Stephen King so großartig macht. In seinen Geschichten, insbesondere bei Es und jetzt wieder in Der Outsider, geht es meist um Dinge, die lange verdrängt und weggeredet werden, bevor sie ausbrechen oder eskalieren und gefährlich werden. Dabei hat King ein gutes Gespür für den Geist der Zeit und den Schatten der amerikanischen Kultur. Seine Bücher sind nicht nur Unterhaltung, sondern auch immer eine Warnung an die Leser die irrationalen Ängste nicht zu verdrängen sondern bewusst auseinanderzunehmen.

Warum man gesellschaftliche Verantwortung und Politik beim kreativen Schreiben ausblenden muss

Wie die Literaturgeschichte und auch die analytische Psychologie zeigen, ist der Autor meist derjenige, der am wenigsten versteht, warum er etwas Bestimmtes geschrieben hat. Wenn wir Lovecraft fragen könnten, warum er seinen kosmischen Horror entwickelt hat, oder King warum er diese oder jene Geschichte geschrieben, dann würde keiner von denen sagen, dass er das gemacht hat, weil er irgendwo ein Problem in der Gesellschaft gesehen hat und es ansprechen wollte. Genausowenig haben die Drehbuchautoren von Walking Dead wahrscheinlich bewusst daran gedacht, dass die sich gerade entwickelnden Migrationskrisen eine klasse (wenn auch rassistische) Analogie auf eine sich daher gut verkaufende Zombieapokalypse wären.

Wenn Autoren im Nachhinein erklären, wie ein Buch entstand, handelt es sich bei ihren Erklärungen meist entweder um merkwürdig anmutende Konstruktionen wie die Eisbergtheorie von Hemingway oder Lovecrafts Theorie der Angst vorm Unbekannten (die ich einer wissenschaftlichen Arbeit zu widerlegen versucht habe) oder komische psychoanalytische Monologe wie in meinem Fall. Nur selten sind Autoren so ehrlich zu sich selbst und anderen wie Stephen King, der zugibt, dass er sich aufgrund von Drogenkonsum an das Niederschreiben einiger seiner Romane nicht erinnern kann und bei den meisten anderen frei nach Gefühl geschrieben hat und auch nicht so genau weiß, wie das im Detail funktioniert. (Stephen Kings biographischer Schreibratgeber Das Leben und das Schreiben ist meiner Erfahrung nach der einzige nützliche Schreibratgeber auf dem Markt, weil er einen nicht mit irgendwelchen kruden, realtitätsfernen Theorien zuhäuft – wie es einige Literaturprofessoren tun, die selber noch nie einen guten Roman geschrieben haben, aber glauben anderen erklären zu können wie es geht – sondern einfach nur mit Kings brutaler Ehrlichkeit und Erfahrung gefüllt ist.)

Die meisten und die besten Schriftsteller schreiben das, was sie (vom Schatten besessen) intuitiv für richtig und wichtig halten. Ich denke, das ist auch das, was belletristische Autoren tun sollten. Ein Autor sollte dem Schatten seine Arbeit tun lassen. Dafür muss er jede Zensurschere aus dem Kopf werfen und frei vom Herzen und der Intuition folgend die Geschichten erzählen. Wenn die Muse dann verlangt, dass das Manuskript voll mit Kettensägenmorden sein muss, dann sollte der Autor das auch so ausformulieren. Würden (alle) Autoren gegen die Muse ankämpfen und sich selbst zensieren oder von der Vernunft geleitet umschreiben, dann würden gesellschaftskritische Werke wie American Psycho wahrscheinlich nicht existieren, geschweige denn ihre Wirkung entfalten können. Letztendlich entscheiden die Leser selber, ob sie etwas lesen oder nicht. Sich Sorgen zu machen, dass man mit einem gewalttätigen Buch seine Leser gewalttätig macht, ist nicht nur aus empirischer Sicht zweifelhaft, sondern auch wenn man bedenkt, wie brutal der Mensch in seiner Grundveranlagung ist, absurd.

Die Intuition ist ja ein Produkt des Unbewussten und damit weiß sie, wie die Schattentheorie zeigt, oft mehr als unser bewusstes Ich, vor allem wenn es eben um die komplexen Zusammenhänge des kreativen Schaffenprozess geht. (In unbekannten Situationen und Statistiken ist sie dafür dann doch sehr fehlerhaft, wie Daniel Kahneman und Amos Tversky eindrucksvoll herausgearbeitet haben – aber die wissenschaftliche Wirklichkeit ist doch etwas anderes als die kreative Wahrheit, um mal Lyotard hier etwas auszudehnen.)

Autoren sollten einfach ihre Geschichten schreiben, nicht überlegen, was andere darüber denken würden, nicht versuchen politisch korrekt zu sein, sondern einfach machen, der Gesellschaft den Spiegel vorhalten und damit auf bisher nicht beachtete Probleme hinweisen. Der kreative Autor ist wie ein Bergarbeiter, der aus den Tiefen der menschlichen Psyche und des kollektiven Unterbewussten die Probleme aus dem Schatten an das Tageslicht des Bewusstsein schürft. Ein konstruktive Lösung für diese Probleme zu finden, ist danach die Aufgabe der Wissenschaftler, Journalisten und anderer Experten, die im Lichte des Verstands mit objektiven Werkzeugen arbeiten.

Wenn man als Autor versucht aufgrund eines extrinsischen Verantwortungsgefühls politische Ideen oder eine Analyse oder Lösung der Probleme in ein belletristisches Werk einzubauen oder vorzuschlagen, dann verfälscht man meist nicht nur unabsichtlich die von der Intuition vorgegebenen Wahrheiten, man neigt auch dazu das Narrativ zu zerstören und oberflächliche und nicht ausdifferenzierte politische Statements aneinanderzureihen. Dadurch verliert der Roman meist nicht nur seine Authentizität und Tiefe. Auch der Leser fühlt sich erschlagen, denn da wo er einen Roman erwartete, bekommt er langatmige Erklärungen. Ein Roman überzeugt allerdings nicht mit Argumenten, sondern mit den Narrativen und Gefühlen, die er aufbaut, und den Archetypen und anderen tiefenpsychologischen Strukturen, die er damit im Leser berührt. Natürlich kann man einen Roman auch mit philosophischen Dialogen versehen, aber wenn diese nicht von selbst kommen und sich aus dem Narrativ ergeben, sondern plump reinkonstruiert werden, so wird der Roman oft statisch und trocken oder wirkt inkonsistent. Als Beispiel dafür wie politische und philosophische Ideen Geschichten ruinieren, können die zwar populären, aber nüchtern kaum lesbaren Romane von Ayn Rand, insbesondere Atlas Shrugged, genannt werden. Als gelungenes Beispiel dafür, dass schwere Themen durch Geschichten und Dialoge vermittelt werden können und man dafür keine Agenda forcieren muss, sind die Romane von Irvin Yalom, Hermann Hesse und Fijodor Dostojewski aufzuführen.

Politiker, Journalist und Wortkünstler in einer Person zu sein ist nicht unvereinbar

Auch wenn er heutzutage vor allem als Politiker bekannt ist, war Winston Churchill auch als Romanautor, Kriegsberichterstatter und Biograph tätig. Insgesamt schrieb er zwanzig Bücher und erhielt 1953 den Literaturnobelpreis.

Die Natur des kreativen Schreibens als subjektiver, vom Unbewussten getriebener Prozess, fordert allerdings nicht, dass sich Autoren komplett aus der Politik, Wissenschaft oder Philosophie heraushalten oder ihren logischen Verstand wegballern sollten. Sie sollten es nur, wenn es darum geht, fiktive Romane und Geschichten zu schaffen, denn gute Erzählungen benötigen höchste Konzentration und die Schöpfung eben jener tiefenpsychologischer Archetypen und Intuitionen. Wenn ein Autor außerhalb seines belletristischen Schaffens politische, wissenschaftliche oder journalistische Werke, wie Essays, Artikel und dergleichen schafft, oder wie Churchill als Politiker oder wie Yalom als Wissenschaftler tätig ist oder wie Goethe sowohl als Politiker als auch Wissenschaftler, so spricht nichts dagegen. Wichtig ist lediglich, die Funktion des Autors als Verfasser von Erzählungen von der Funktion derselben Person als Urheber nicht-belletristischer Texte und nicht-literarischer Tätigkeiten zu nach Möglichkeiten zu trennen.

Ich bin zwar vor allem als Schriftsteller unter dem Pseudonym Leveret Pale bekannt, selber allerdings in meiner Person als der Bürger Nikodem Skrobisz politisch sehr engagiert. Ich schreibe politische Artikel für diverse Magazine und bin unter anderem Redakteur für das liberale Studentenmagazin Peace Love Liberty. Darüber hinaus bin ich als Local Coordinator für European Students for Liberty in Jena tätig und fungiere als PR-Berater für mehrere liberale Organisationen; nebenbei bin ich Vorstandsmitglied des Bundesverbands junger Autoren und Autorinnen e.V. und engagiere mich für Autorenrechte.

Dennoch trenne ich diese intellektuellen und politischen Tätigkeiten bewusst von meinem kreativen Prozess beim Schreiben meiner Romane und Kurzgeschichten. Nicht weil ich irgendwie glaube, dass Kreativität und Vernunft oder mein politische Tätigkeit und meine schriftstellerische hermetisch getrennte Bereiche wären, sondern weil ich diese Trennung aus rein funktionalen und pragmatischen Gründen konstruiere. Selbstverständlich fließt die Beschäftigung mit Politik trotzdem in meine belletristischen Texte ein – sie ist ja auch fest in meiner Psyche verankert – doch so behält die Belletristik ihre Authentizität und ihre Funktion. Würde ich bewusst versuchen meine Agenda in die Romane einzuweben oder mir missfallende Themen herauszuschneiden, so befürchte ich, würden die Romane unauthentisch und langweilig werden. Entweder weil sie zu politischen Pamphleten verkommen würden oder in ihrer Komplexität künstlich beschnitten wären.

Wenn ich also kreativ schreibe, lasse ich die Handlung von meiner Intuition diktieren und räume von meinem Schreibtisch die aktuellen politische und philosophischen Texte beiseite, um nicht in Versuchung zu geraten sie in den Text einzubauen. Wenn ich Geschichten erzählen will, erzähle ich Geschichten – wenn ich argumentieren und analysieren will, schreibe ich Arbeiten und Artikel. Beides zu vermischen würde weder mir, meinen Texten noch meinen Lesern gut tun. Der kritische Verstand ist bei einem belletristischen Text, der eine Geschichte erzählt, erst wichtig, wenn es an das Korrigieren und Lektorieren geht, aber auch das sollte nur dazu dienen eine Geschichte verständlicher und lesbar zu machen und nicht in ihrem Kern zu verändern.

Welche Verantwortung hat der (Horror-)Autor nun?

„The best teacher is experience and not through someone’s distorted point of view.“- Jack Kerouac

Neben dem ehrlichen und aufrichtigen Schreiben, ist die größte Verantwortung für einen Autoren sein Unbewusstes auch ausreichend mit dem Zeitgeist und Erlebnissen zu füttern. Die meisten Menschen erleben nur einen kleinen Ausschnitt des Lebens und der Welt. Wenn ein Autor über tiefere Wahrheiten schreiben will und über mehr, als den gewöhnlichen kleinen Ausschnitt, so muss er ihn vergrößern und sein Unbewusstes und damit die Quelle seiner Kreativität mit viel mehr Wissen und vor allem mit viel mehr Erfahrungen als der gewöhnliche Mensch speisen. Die Betonung liegt dabei vor allem auf Erfahrung. Nichts ist entweder fader und langweiliger oder fanatischer und gefährlicher, als die Produkte des von der Welt abgekapselten Theoretikers, der nur liest und schreibt und nichts selber erlebt hat. *2

Die größten und lesenswertesten Werke der Menschheitsgeschichte stammen von jenen Menschen, die selber Geschichte erlebten und gestalteten – Marcus Aurelius, Goethe, Winston Churchill, Jack Kerouac, George Orwell, Ernest Hemmingway, Hunter S. Thompson und William Burroughs, um einige zu nennen – und nicht von irgendwelchen Bücherratten, die die Realität nur aus zweiter Hand und die menschliche Natur nur aus dem Spiegel kannten. Echte Literatur schreibt sich nicht allein mit schönen Worten und eingeübten Konstruktionen (,wie es einem Literaturprofessoren manchmal einreden wollen, deren eigenen Werke meist nach wenigen Jahren in Vergessenheit geraten), sondern vor allem mit Herzblut und Lebenserfahrung.

Du willst ein guter Autor werden und deine Verantwortung als Autor gegenüber deinem Werk erfüllen? Dann schmeiß den Fernseher aus dem Fenster, die Spielkonsole direkt hinterher und kündige dein Netflixabo. Wahrheit und Kreativität findet man nicht im digitalen Opium – höhsten im echten. Lies mindestens zwei Bücher die Woche, schreibe jeden Tag, um das Schreibhandwerk zu meistern und vor allem: geh nach draußen und erlebe etwas – rede mit Menschen, mit denen du sonst nicht reden würdest; tue Dinge, die du sonst nicht tun würdest oder beobachte zumindest andere dabei, und schreib über die Dinge, die du wirklich verstehst, in deinem Herzen fühlst und mit deiner eigenen Haut überprüft hast, weil sonst kommt nur Quark raus.

Du willst Liebesromane schreiben? Dann gehe hinaus in die Welt und lerne die Höhen und Tiefen der Liebe kennen. Du willst mit deinen Ideen die Welt zu einem besseren Ort machen? Lerne zuerst dein eigenes Leben in Ordnung zu bringen und dich selbst zu einem besseren Menschen zu machen. Du willst über Angst, den existentialistischen Kern der menschlichen Existenz und ähnliche tiefgründige Themen des Lebens schreiben? Dann gehe hinaus, und lass dich vom Leben zerschmettern und wiederaufbauen, durch Angst und Freude, Illusion und Enttäuschung jagen. Erst wenn du was erlebt hast, kannst wirklich einen Platz am Lagerfeuer der ehrlichen und für die Gesellschaft nützlichen Geschichtenerzähler einnehmen. Ansonsten kannst du höchsten mit paar schönen, aber falschen Worten als Hochstapler und Schwätzer Karriere machen und dich einreihen in die endlose Kolonne nutzloser Literaten, die vielleicht von paar Deutschlehrern, einigen Feuilletonisten und anderen abgehobenen Sprachfetischisten geliebt werden, aber von der Welt ungefähr genauso gebraucht werden, wie der Plastikplunder auf dem Kitschmarkt.

Die Verantwortung eines belletristischen Autors liegt in meinen Augen ausschließlich darin, ehrlich und aufrichtig mit seiner Kreativität umzugehen, sie nicht für Geld oder Ideologien zu verhuren oder aus Angst oder Eitelkeit zu verfälschen, und vor allem darin, nicht zu einem trockenem Literaten zu werden.


Anmerkungen:

* Ich glaube im Gegensatz zu Florian Jung nicht, dass wir in zunehmend verrohenden Zeit leben, sondern im Gegenteil, die Welt aktuell so friedlich und die Menschen in den westlichen Ländern so verweicht und zimperlich, also so nicht-roh, wie noch nie zuvor in der Menschheitsgeschichte sind. Gewalt, Drogenkonsum und Sex unter Minderjährigen sind genauso wie die globale Armut und die prozentuelle Anzahl von Menschen, die in Kriegsgebieten oder ohne Dach überm Kopf leben müssen, zum Beispiel auf historischen Tiefstand. Der Welt geht so gut zurzeit, wie noch nie, auch wenn wir die Sensationslust der Medien das nicht immer realisieren. Vielleicht sind die Filme und Bücher, die wir konsumieren brutaler, aber das ist eher eine Kompensation der ereignislosen Alltagsrealität der meisten Menschen. Allerdings sehe ich auch, dass der Umgangston und die Wahrnehmung zunehmend roher werden. Das liegt allerdings nicht in einer faktischen Verrohung der Welt, sondern meiner Meinung nach eher in der Veränderung der subjektiven Wahrnehmung dieser (in den Medien und in Filmen und Büchern wird für den Nervenkitzel immer mehr Gewalt gezeigt) und daran, dass ein Gros der Menschen heutzutage dünnhäutig und rückgratslos geworden ist. Man könnte wieder mit Jung sagen, dass wir vieles, was die tragenden Säulen unserer Kultur sind – Ehre, Aufrichtigkeit, Individualismus, Rationalität, Freiheit, Mut, klare Geschlechterrollen, Verteidigung der eigenen Werte – in den Schatten zugunst einer politisch korrekten, sozialistisch-progressiven Wunschutopie verdrängt haben, was nun zurückschlägt durch die radikale Antwort in Form der Neuen Rechten, die aber mit ihren radikalen-reaktionären Ideen mindestens genauso toxisch sind wie die Neuen Linken mit ihren radikalen-progressiven Ideen. Durch die Polarisierung der Öffentlichen Meinung, der Politisierung des Privatlebens durch die Omnipräsenz von digitalen Medien und Identitätspolitik und der medialen Dynamik der Eskalation und Sensationslust, bauen sich in Folge dessen zunehmend Spannungen auf. Diese können letztendlich tatsächlich langfristig zu einer faktischen Verrohung der Gesellschaft führen, auch wenn nicht glaube, dass dieser Prozesse bereits ausgelöst wurde, aber wir sind nah dran, weshalb ich die Frage von Florian Jung trotzdem für aktuell und wichtig halte. Weitere Kommentare und Anmerkungen von mir zu diesen Aussagen findet ihr als Kommentare unter dem Video von Florian.

*2 Ein berühmtes Beispiel, wohin ein Defizit an entsprechender Lebenserfahrung und der Versuch, die Methoden des kreativen Schreibens auf das wissenschaftliche Schreiben zu übertragen, führen können, ist Karl Marx. Dieser Theoretiker entwickelte eine realtitätsfremde Arbeitswerttheorie und baute darauf das hochkomplexe Narrativ eines Klassenkampfes und politische Forderungen auf – während er selber niemals wirklich gearbeitet hat und sich sein Leben lang von dem Farbikbesitzer Engels durchfüttern ließ, also praktisch keine eigene Erfahrung in Bezug auf Wirtschaft und Arbeit hatte. Einem Propheten gleich verkündete er mit geschickter und pathetischer Rhetorik seine Ideen und überzeugte zahlreiche Menschen davon. Da diese Ideen jedoch auf realitätsfernen Prämissen und einem Defizit an empirischer Überprüfung basieren, führte und führt bis heute jeder Versuch diese Ideen der Realität aufzuzwingen zu Elend, Blutvergießen und unermeßlichen Leid. Marx Ideen halten sich wie eine Religion trotz ihrer empirischen Mängel hartnäckig in vielen Köpfen der Menschen, weil die Marxisten wie religiöse Fanatiker an ihren deterministischen Dogmen festhalten und alles andere zugunsten dieser verdrehen.

Das Gleiche – wenn nicht sogar noch mehr – gilt aber für Ludwig von Mises von der Sekte des freien Marktes, auch bekannt als Österreichischen Schule der Nationalökonomie, der noch radikaler ist und die seine Wirtschaftswissenschaft zu einer reinen Theorie erklärte, die daher nicht von der Praxis oder der Empirie widerlegt werden könne. Quasi eine Religion auf die sich Ökonomen berufen können, wenn sie jeglichen staatlichen Eingriff in die Wirtschaft, um zum Beispiel Umweltverschmutzung zu verhindern, mit panischen „Das ist Sozialismus“-Schreien zu diskreditieren versuchen.

Diese Beispiele verdeutlicht, dass auch Wissenschaftler, die mit dem Verstand arbeiten, praktische Erfahrung sammeln und ihre Ideen empirisch durch Experimente und Studien prüfen müssen. Reine Theoretiker und Bücherratten, egal ob in der kreativen Literatur, der Philosophie oder in der Wissenschaft, verlieren langfristig den Bezug zur Realität, was dann letztendlich auch ihre Theorien nutzlos macht. Deswegen kann auch ein Marcus Aurelius in seinen Büchern die stoische Philosophie besser erklären, als jeder Philosophieprofessor. Während der Professor davon lebt Menschen über Philosophie zu unterrichten und sich in seinen vom Staat bezahlten Sessel in Ideen zu vertiefen, hat Marcus Aurelius diese Dinge nebenbei auch getan, doch er musste die Ideen vor allem auch praktisch anwenden und konnte sie so überprüfen. Als römischer Kaiser schrieb er den Großteil seiner philosophischen Texte über das Ertragen von Leid und die Stoa während seiner Kriegszüge abends im Zelt, umgeben von Feinden und sterbenden Freunden. Ebenso sind die Vorschläge zur Verbesserung des eigenen Lebens von einem Klinischen Psychologen wie Jordan Peterson viel überzeugender und wirkungsvoller, als die eines moralisierenden Lifestyle-Journalisten, da Peterson sein theoretisches Wissen testen und ausdifferenzen konnte, weil er im Laufe seiner Karriere tausenden Patienten helfen musste. Und um bei Autoren zu bleiben: Die Bücher des Journalisten und PR-Berater Walter Lippmann zum Thema Public Opinion bzw. Öffentliche Meinung erschienen in den 1920er Jahren und sind nicht nur klarer und verständlicher geschrieben, sie decken auch bereits alle „Erkenntnisse“ ab, die Jahrzehnte später die Berufsakademiker der Kritischen Theorie wie Jürgen Habermas in ihren sperrigen Texten präsentierten. Genauso geht ein Unternehmer, wenn er den falschen Vorstellungen und Theorien über das Wirtschaften anhängt, sehr schnell in die Insolvenz, denn die praktische Realität zögert nicht ihn eines Besseren zu belehren. Ein Professor oder Wirtschaftstheoretiker wird hingegen selten dazu gezwungen seine Theorien, Lebensratschläge oder philosophischen Ideen praktisch an der eigenen Haut zu überprüfen und kann daher ungeschoren realitätsferne Phantasmen produzieren.


Weiterführende Literatur:

Der Mensch und seine Symbole von Carl Jung (klasse Einführungswerk in die analytische Psychologie.)

Terror-Management in der Fall Charles Dexter Ward von Nikodem Skrobisz (Eine Analyse des einzigen Romans von H.P. Lovecraft durch meine Wenigkeit anhand der Terror-Management-Theorie und Ansätzen aus der analytischen Psychologie.)

Das Risiko und sein Preis – Skin in the Game von Nassim Taleb (Geniales Buch, das zeigt, wie Asymmetrie bei der Risikoverteilung in der Gesellschaft dazu führt, dass reine Theoretiker und Bürokraten den Kontakt zur Realität verlieren und andere ihre Irrtümer ausbaden müssen.)

Kunst und Künstler: Studien zur Genese und Entwicklung des Schaffensdranges von Otto Rank (geht viel tiefer und weiter als Carl Jung mit seiner analytischen Psychologie, wenn es darum geht den Schaffensdrang und die Mechanismen hinter der Kreativität von Künstlern aufzudecken. Macht nicht unbedingt Spaß zu lesen, wenn man ein kreativer Mensch ist, verhilft aber zu sehr tiefen Einsichten.)

Angst und Schrecken in Las Vegas von Hunter S. Thompson (Das literarische Manifest des Gonzo-Journalismus, bei dem Realität, Gesellschaftskritik und Fiktion, Künstlertum und Journalismus ineinander krachen, um ein einzigartiges literarisches Feuerwerk abzubrennen.)

Öffentliche Meinung: Wie sie entsteht und manipuliert wird von Walter Lippmann (Standardwerk darüber wie Propaganda, PR und Journalismus funktionieren, mit tiefen Einsichten in die Mechanismen der menschlichen Psyche und den inherenten Problemen der Kommunikation.)


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Nikodem Skrobisz

Nikodem Skrobisz, auch unter seinem Pseudonym Leveret Pale bekannt, wurde am 26.02.1999 in München geboren. Er ist als Journalist und Schriftsteller tätig und hat bereits mehrere Romane und Kurzgeschichten publiziert, die meist philosophische und gesellschaftliche Themen behandeln. Zurzeit ist er Vorstandsmitglied des Bundesverband junger Autoren und Autorinnen e.V.. und studiert Kommunikationswissenschaften und Psychologie. Halbprivate Einblicke gibt es auf Instagram

5 Gedanken zu „Über die Verantwortung von Autoren und den Wert der Erfahrung

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