Der Faschist und das Unbehagen in der Kultur

Immer wieder schreibe ich in meinen Romanen und Kurzgeschichten aus der Perspektive von Personen, die wohl in klassischen Erzählungen als die Schurken, als das Böse, zu klassifizieren wären. Am deutlichsten ist dies in meinem neusten Roman „Der Faschist“, in welchem der namensgebende Faschist aus der Ich-Perspektive über seine politische Radikalisierung und deren blutigen Folgen erzählt.

Es gibt mehrere Gründe warum ich „Der Faschist“ aus der Sicht eines Faschisten geschrieben habe. Gründe dieser Art spielen bei allen ähnlichen Geschichten eine tragende Rolle:

Einer ist zweifelsohne, dass dies dramaturgisch eine deutlich schockierendere und wirkungsvollere Tragödie abgibt und den Leser viel mehr wachzurütteln vermag, als eine weitere Helden-Geschichte. Des Weiteren könnte ich auch aufführen, dass ich gerne Romane aus der Sicht des „Bösen“ lese und daher schreibe, wie zum Beispiel Breat Easton Ellis‘ berühmtes „American Psycho“ und John Miltons legendäres Paradise Lost, weil sie mit ihren Transgressionen einen dazu zwingen, fundamental über die Konstruktion von Moralvorstellungen, Gerechtigkeit, Empathie und die menschliche Natur nachzudenken. Oder auch, dass ich einen Roman schreiben wollte, der den Faschismus in seiner Gefährlichkeit und seiner psychologischen Mechanik wirkungsmächtig erklärt, was sich am besten bewerkstelligen lässt, wenn man sich in einen Faschisten hineindenkt und hineinliest.

Das sind alles wichtige Gründe, doch der wichtigste Grund ist ein philosophischer. Das Hauptziel meiner Literatur ist  stets die Philosophie und das Anregen zum Denken, in diesem Fall vor allem über die Natur des Bösen:

Ich glaube nicht an Monster und ich halte die Illusion, es gäbe welche, für gefährlich.

Es gibt nämlich keine. Es gibt ohne Zweifel Menschen, die Monströses denken und tun, die wie Ungeheuer durch unsere Welt toben – die Ted Bundys, Elliot Rodgers und Adolf Hitlers auf dieser Welt – aber auch sie sind menschlich, allzumenschlich. Sie als reine Monster, als Ungeheuer zu porträtieren, mag zwar angenehm sein, weil es uns die Illusion gibt, nichts mit ihnen gemeinsam zu haben. Aber indem wir die Verbrecher als die Anderen deklarieren und uns selbst von ihnen abgrenzen, verleugnen wir die Wirklichkeit unseres Wesens.

Wie die Psychoanalytiker herausarbeiteten, schlummern in den Schatten unseres Unbewussten von uns allen Monster. In uns allen sehnen sich die animalischen Instinkte, die Triebe, nach Leben und Lust – und wie Nietzsche in seinem Zarathustra schreibt: „[…]alle Lust will Ewigkeit – will tiefe, tiefe Ewigkeit!“. Doch nur im Tod findet sich die Ewigkeit, und im la petite mort des Orgasmus ihr Vorgeschmack, und so strebt der Mensch nach beidem: nach der Ekstase des Eros und der Erlösung durch das Nicht-Sein, nach dem Leben das Lust heißt und dem Tod. Da wir vor dem Tod jedoch Terror, Angst, empfinden, äußert sich die nach außen gerichtete Sehnsucht nach dem Tod in dem Bedürfnis zu töten und quälen, um sich so der eigenen symbolischen Macht über das Nicht-Sein und damit die Ewigkeit zu vergewissern.

Wir können und dürfen nicht all unseren Trieben nachgehen, wenn wir überleben und funktionierende Gesellschaften bilden wollen, denn der Exzess der ungezügelten Triebe würde in Selbstausrottung münden. Daher werden die tierischen Instinkte in uns von unserer Vernunft, den sozialen Normen und Reziprozitäten unterdrückt, kurz von der Kultur domestiziert und in Schach gehalten.

„Die Hauptaufgabe [… der Kultur], ihre eigentlicher Daseinsgrund [ist], uns gegen die Natur zu verteidigen“, wie Sigmund Freud in „Die Zukunft einer Illusion“ schreibt. Kultur beruht daher auf Arbeitszwang und Triebverzicht – entsprechend widerwillig unterwerfen sich die meisten Menschen der Kultur und der Zivilisationen, sehnen sich immer nach einem Ausweg, nach einer Möglichkeit zumindest kurzzeitig wieder zum Tier zu werden: sei es im vom Alkohol genehmigten Exzess, im Tabubruch oder im Krieg, oft in der Form von Fantasien, die entweder sublimiert, im Kopfkino, linken Utopieträumen oder heute in virtuellen Räumen wie Videospielen und Actionfilmen ausgelebt werden.

Die Kultur und der Anstand sind daher nur ein dünnes Eis, darunter lebt in einem jeden Mensch ein kaltes Ungeheuer, das sich gegen diese auflehnt. Bei den meisten bleibt es weitestgehend postitiv kanalisiert, unterdrückt und sublimiert oder richtet seine zerstörerische Kraft nach Innen in Form von Neurosen, Sucht oder Masochismus. Der Mensch ist aber auch oft nur einen Schicksalschlag, einen Schlag auf den Kopf oder eine Begegnung davon entfernt, dass dieses Ungeheuer sich aus den Fesseln des Über-Ichs löst, das Eis zerbricht und der Todestrieb und das unstillbare Lustbedürfnis sich nach außen richten.

Zu erkennen und anzuerkennen, dass wir in unseren Herzen nicht nur liebenswürdige Engel, sondern auch verabscheungswürdige Dämonen sind und deren Ausbrechen nie weit entfernt ist, ist der erste Schritt zur Integration unseres Schattens und zu einem wahren Verständnis des Menschseins und des Erhalt dessen.

Am drastischsten verdeutlichen das der Zivilisationsbruch und die Barbarei des Holocausts.

Wie der Denker Georges Bataille in seinem 1947 erschienen Essayband „Henker und Opfer“ über die Möglichkeiten der Literatur über und nach dem Holocaust schreibt:

»Wir können nicht menschlich sein, ohne in uns die Fähigkeit zum Schmerz, auch die zur Gemeinheit wahrgenommen zu haben. Aber wir sind nicht nur die möglichen Opfer der Henker: Die Henker sind unseresgleichen. Wir müssen uns auch noch fragen: Gibt es nichts in unserem Wesen, das so viel Entsetzliches unmöglich macht? Und wir müssen uns wohl die Antwort geben: tatsächlich, es gibt nichts. Tausend Hindernisse stellen sich in uns dem entgegen … Trotzdem ist dies nicht unmöglich. Wir sind also nicht bloß zum Schmerz, sondern auch zur Raserei des Folterns fähig. […] so viele gestiefelte, Menschen niederknüppelnde Mörder, alle feige und unerbitterlich, sind da, um uns mit ihrer unwiderlegbaren Raserei zu sagen, dass oft bloß die Feigheit die Grenze der Grausamkeit bildet und dass es keine Grenze für die Feigheit gibt.«

und er setzt in „Sartres Überlegungen zur Judenfrage“ im selben Band noch hinzu:

„Allgemein gesprochen liegt im Menschsein etwas Schweres, etwas Widerwärtiges, das überwunden werden muss. Aber diese Schwere und diese Widerwärtigkeit waren nie zuvor so bedrückend wie seit Auschwitz. Wie Sie und ich hatten auch die Verantwortlichen von Ausschwitz Nasenlöcher, einen Mund, eine Stimme, einen Verstand wie Menschen, sie konnten heiraten und Kinder bekommen: Wie die Pyramiden oder die Akropolis ist Auschwitz Tat, ist Auschwitz Zeichen des Menschen. Das Bild vom Menschen ist seither untrennbar mit einer Gaskammer verbunden… Wenn dieses Grauen überwunden werden soll, genügt es nicht, die Schuld einer Kategorie verabscheuter Menschen zuzuschieben.“

Die Barbareien des Holocausts sind nicht etwas, was der Vergangenheit angehört, abgeschlossen und vergessen werden kann – sie sind ein Mahnzeichen, daran wozu der Mensch fähig ist, wozu er noch immer fähig und immer fähig sein wird, und was er eines Tages wieder tun könnte, wenn wir es uns bequem machen, dissoziieren und vergessen.

Bereits 1930, noch vor der Machtübernahme der Nazis, warnte Sigmund Freud hellsichtig in „Das Unbehagen in der Kultur“:
„Das gern verleugnete Stück Wirklichkeit hinter all dem ist, daß der Mensch nicht ein sanftes liebebedürftiges Wesen ist, das sich höchstens, wenn angegriffen, auch zu verteidigen vermag, sondern daß er zu seinen Triebbegabungen auch einen mächtigen Anteil von Aggressionsneigung rechnen darf. Infolgedessen ist ihm der Nächste nicht nur möglicher Helfer und Sexualobjekt, sondern auch eine Versuchung, seine Aggression an ihm zu befriedigen, seine Arbeitskraft ohne Entschädigung auszunützen, ihn ohne seine Einwilligung sexuell zu gebrauchen, sich in den Besitz seiner Habe zu setzen, ihn zu demütigen, ihm Schmerzen zu bereiten, zu martern und zu töten.“

Wer noch immer der Illusion anhängt, dass normale Menschen nicht einen Genozid begehen könnten, dem empfehle ich mal durch das bekannte Fotoalbum des SS Mannes Klaus Höcker zu blättern. Vor allem das berühmte Blaubeerbild zerstäubt diese sehr effizient.

Der Mensch ist nicht – wie der deutsche Idealismus und der liberale Humanismus gerne predigten – ein vernünftiges und im Kerne gutes, edles Wesen. Wir sind zwar vernunftbegabt, aber wir sind auch Tiere, die sich mit den Mitteln der Vernunft und Kultur ständig selbst zähmen und zähmen müssen. Ein jeder von uns hat die Möglichkeit die Vernunft zum Grabe zu tragen und sich vom Schmerz des Menschseins dadurch zu befreien, dass er sich in das Bestialische stürzt, ein jeder von uns trägt die Bestie in sich.

Allzu oft tragen sich Kultur und Vernunft auch selbst zu Grabe, indem sie an ihren eigenen Mitteln der Toleranz und Infragestellung zugrunde gehen. Auch die vermeintlich zivilisierende Moral kann in Form von dogmatischer Ideologie und Religion zum kulturzerstörenden Werkzeug der Triebe werden, weshalb blinder Moralismus keine Lösung bietet. Im Gegenteil. Es sind gerade am häufigsten diejenigen, die das Böse nicht in sich selbst erkennen wollen und leugnen, und es daher nur in anderen sehen – die religiösen Fanatiker, der empörte Mob, die Antisemiten – die in der Überzeugung die reinen Guten zu sein, die größten Ungeheuerlichkeiten begehen.

Grausamkeit, Barbarei, Genozid – sie sind nichts Fremdes, nichts Anderes, nichts wozu nur die „bösen“ Anderen in der Lage sind – sie sind Teil des Menschseins, und mit diesem Teil unseren Seins müssen wir umzugehen lernen, soll er nicht wieder ausbrechen.

„Die Schicksalsfrage der Menschenart scheint mir zu sein, ob und in welchem Maße es ihrer Kulturentwicklung gelingen wird, der Störung des Zusammenlebens durch den menschlichen Aggressions- und Selbstvernichtungstrieb Herr zu werden. In diesem Bezug verdient vielleicht gerade die gegenwärtige Zeit ein besonderes Interesse. Die Menschen haben es jetzt in der Beherrschung der Naturkräfte so weit gebracht, dass sie es mit deren Hilfe leicht haben, einander bis auf den letzten Mann auszurotten.“ – Sigmund Freud, „Das Unbehagen in der Kultur“

Erst, wenn wir das akzeptieren, wenn wir realisieren, dass Menschen wie Hitler und Stalin und die Männer und Frauen, die ihre Befehle ausübten, keine anderen Menschen waren, als wir selbst; dass uns nicht viel trennt; dass auch diese Menschen sich für gut und gerechtfertigt hielten, so wie wir uns selbst in unseren Handlungen für gut und gerechtfertigt halten; erst dann können wir Menschlichkeit in ihrer Ganzheit begreifen. Erst wenn wir begreifen, wie subjektiv und unzuverlässig das Gewissen arbeitet, können wir lernen eine aufrichtige und wahrhaftige Ethik zu entwickeln und zu betreiben. Erst wenn wir begreifen, dass der Kampf zwischen den vermeintlichen Polen Gut und Böse nicht primär in der äußeren Welt tobt, zwischen uns – die wir uns immer für gut halten – und vermeintlichen Feinden – sondern vor allem im Herzen jedes einzelnen Menschen. Erst wenn wir begreifen, dass jeder von uns nicht nur Opfer, sondern auch Täter sein kann und oft ist – erst dann können wir begreifen, wie die Grausamkeiten, die diese Menschen verübten, überhaupt passieren konnten, und wie man solche Taten in der Gegenwart und Zukunft wird verhindern können.

Das ist auch das Mindeste, wovon ich hoffe, dass meine Leserinnen und Leser aus der Lektüre von „Der Faschist“ und anderen meiner düsteren Geschichten mitnehmen:

Menschenverachtende Ideologien wie der Faschismus sind nicht nur so gefährlich, weil irgendwelche „bösen“ Menschen von ihnen getrieben uns unterjochen könnten, sondern vor allem, weil jeder von uns zu einem Faschist werden könnte, wahrscheinlich sogar ohne es zu merken sollte der Faschismus in einem neuen Gewand daherkommen. Unter den falschen Umständen kann jeder von uns zu Barbarei verführt, genötigt oder anderweitig verleitet werden. Wenn Barbarei, sinnloses Leid und Vernichtung über uns herkommen, sind daran keine fremden Mächte, keine Dämonen oder Götter Schuld, keine Fremden, sondern nur wir Menschen selbst. Wir sind unsere eigenen größten Feinde und wir sitzen alle im gleichen fragilen Boot der Zivilisation auf einem Meer unterdrückter, destruktiver Triebe – und es braucht nur einen vom kollektiven Wahnsinn geleiteten Axthieb, um wieder im Bestialischen zu ertrinken. In einem Zeitalter, in welchem in den Silos der Großmächte dieser Welt genug Massenvernichtungswaffen bereit liegen, um unseren Planeten in eine Aschewüste zu verwandeln, werden wir einen erneuten kollektiven Rückfall ins Bestialische nicht überleben.

Damit das nicht passiert, liegt die Verantwortung nicht nur bei Politikern, Diplomaten und anderen Eliten. Die Verantwortung für die Zivilisation und die Natur der Gesellschaft, lastet auf der Schulter eines jeden Einzelnen von uns, und die Welt kann sich nur positiv entwickeln, wenn jeder einzelne von uns lernt seinen Schatten zu integrieren und sich nicht zur Bestialität verführen zu lassen. Oder wie Carl Jung schreibt:

„Die Psychologie des Individuums spiegelt sich in der Psychologie der Nation wider. Nur eine Änderung in der Einstellung des Individuums kann eine Veränderung in der Psychologie der Nation auslösen. Die großen Probleme der Menschheit wurden noch nie durch allgemeine Gesetze gelöst, sondern nur durch die Erneuerung der Einstellungen des Einzelnen.“ – Carl Jung, Zivilisation im Übergang

Kultiviert und zivilisiert zu sein, seine inneren Bestien zu erkennen und zu zähmen ist nicht immer einfach und im Grunde stets belastend, aber es bringt auch die schönsten Aspekte des Menschseins hervor: Die Produkte der Kultur wie die Monogamie, die Familie, die Freundschaft, die romantische Liebe, der Frieden, die Wunder der Technik und Kunst, sind ohne Zweifel die Zwänge, Entfremdungen und Triebverzichte wert, die sie einfordern. Ein tugendhaftes und diszipliniertes Leben mag zwar oft langweiliger erscheinen als ein lasterhaftes, aber das ist die Verantwortung, die mit der Freiheit und dem Fluch einhergeht, Mensch zu sein. Wer dieser Verantwortung gerecht wird, wird von den reichen Früchten der Kultur in der Regel mehr als entschädigt. Vor allem in den Räuschen der Liebe und der kreativen Schöpfung vermögen wir unsere tierische Natur zu transzendieren, über das menschliche, allzumenschliche Jammertal hinaus auf eine numinose Ebene der Existenz.

Was uns helfen kann unsere inneren Bestien zu erkennen und in schöpferische Bahnen zu lenken, ist daher eben auch die Kunst, und unter all ihren Formen vor allem die Literatur, die einen tiefen und empathischen Einblick in unsere menschliche Natur gewähren kann. Deshalb dürfen die Kunst und Literatur keine Grenzen kennen, im Gegenteil, sie müssen absolut frei sein; sie müssen auch das Böse, das Triebhafte und das Gefährliche und Hasserfüllte in uns beschreiben und es in sich aufnehmen, von Innen wie Außen. Nur dadurch kann die Kultur sich weiterentwickeln, und alles, was die Entwicklung der Kultur aufrechterhält und fördert, wirkt der Entfesselung zerstörerischer Triebe und damit Kriegen und der Massenvernichtung entgegen.

Entsprechend brauchen wir auch Bücher die über und aus der Sicht unserer inneren Dämonen geschrieben sind, denn sie werden nicht verschwinden, wenn wir ihr Dasein verschweigen und mit schönen Illusionen zu schmücken versuchen. Wenn wir nicht über sie reden und meditieren, wachsen sie nur in den Schatten immer mächtiger bis sie das Eis zerbrechen.

Allerdings befürchte ich, dass wir uns – im Angesicht der zerbrechenden Diskurse, Polarisierungen und Erosionen von konstitutionellen, kanalisierenden Strukturen wie Familien – momentan wieder in einer Situation befinden, in der Nietzsches Diagnose in Menschliches, Allzumenschliches über den Vorabend der beiden Weltkriege erneut aktuell wird: „Wir gehören einer Zeit an, deren Kultur in Gefahr ist, an den Mitteln der Kultur zugrunde zu gehen.“

 

 


Anmerkung: Ich bin kein Freudianer und habe extrem viel an Freud auszusetzen, aber einige seiner Ideen sind nachwievor relevant und gerade seine kulturtheoretischen Ideen aus dem Spätwerk sind äußerst interessant und vor allem in Synthese mit Nietzsche, Jung und Bataille wertvoll genug, um über sie in Essays wie diesem hier zu meditieren. Ein Aspekt, der in diesem Essay unterrepräsentiert ist, aber für das Verständnis von Ideologie und destruktiven Handel essentiell ist, ist der des Terrors, also der Furcht vor dem Tod, der ich bereits eine Seminararbeit widmete und die ich bereits in verschiedenen Schriften behandelte. Das Wechselspiel zwischen Todesfurcht und Todestrieb ist es letztendlich, welches den Todestrieb nach außen richtet und zu religiös und ideologisch motivierten Morden führt. Für ein tieferes Verständnis dieses Aspektes empfehle ich die Lektüre von Ernst Beckers „The Denial of Death“. Des Weiteren wurde der Aspekt der Macht und ihr Wechselspiel mit den Trieben und der Kultur natürlich nicht behandelt, allerdings war das Ziel hier einen Grundgedanken zu vermitteln, keine komplette Erklärung der komplexen Psychodynamik und sozialen Systeme, die sich nicht in wenigen Seiten und Begriffen fassen lassen, aber das komplette menschliche Denken und Handeln ebenfalls stets durchdringen.


Weiterführende Lektüre:

Skrobisz, Nikodem, Der Faschist
Klaus Höcker Album bei Welt
Bataille, Georges, Henker und Opfer
Jung, Carl, Zivilisation im Übergang: Gesammelte Werke 10
Freud, Sigmund, Das Unbehagen in der Kultur: Und andere kulturtheoretische Schriften
Nietzsche, Friedrich, Menschliches, Allzumenschliches
Becker, Ernest, The Denial of Death


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Nikodem Skrobisz

Nikodem Skrobisz, auch unter seinem Pseudonym Leveret Pale bekannt, wurde am 26.02.1999 in München geboren. Er ist als Journalist und Schriftsteller tätig und hat bereits mehrere Romane und Kurzgeschichten publiziert, die meist philosophische und gesellschaftliche Themen behandeln. Zurzeit ist er Vorstandsmitglied des Bundesverband junger Autoren und Autorinnen e.V... Er studierte Kommunikationswissenschaften und Psychologie, und studiert zurzeit Philosophie und Sprache, Literatur und Kultur. Halbprivate Einblicke gibt es auf Instagram

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