Warum ich Jordan Peterson gegenüber skeptisch geworden bin

Vor beinahe einem Jahr stellte ich in einem Artikel Dr. Jordan Peterson  und seine Ideen vor. Bereits damals betitelte die englischsprachige Presse ihn als den wichtigsten Intellektuellen unserer Zeit. In den vergangenen Dezemberwochen zogen nun auch deutsche Leitmedien (Spiegel, Zeit, WELT usw.) nach und berichteten erstmals ausführlich über den kanadischen Psychologieprofessor und Philosophiepopstar.

Wie auch schon zu Beginn dieses Jahres sind die Kontroversen und die Polarisierung um Peterson groß. Für die einen ist er ein gefährlicher Neurechter, für andere der Frontmann der Culture Wars, der den Westen rettet, für andere einfach nur ein stinknormaler Intellektueller oder gar ein Scharlatan. Abgesehen davon, dass J.B.P nun noch berühmter ist, die Kontroversen noch heftiger und er mit seinem neuen Bart aussieht, als würde er jeden Morgen mit brennenden Büschen Zwiesprache halten, ist im Kern also alles relativ beim Alten geblieben.

Zumindest für Jordan Peterson. Ich selbst habe mich seitdem viel verändert, habe das Abitur gemacht, ein Studium aufgenommen und mein Leben neu ausgerichtet (#sortyourselfout). Auch meine Sicht auf ihn hat sich in der Zwischenzeit mehrmals gewandelt. Ich bin skeptisch geworden. Eine Zeit lang hatte ich mich sogar komplett von Peterson abgewandt, bis mir mein Vater zum Abitur VIP-Tickets für das Pangburn-Philosophy-Event „War of Ideas“ in Dublin schenkte, bei dem Sam Harris, Douglas Murray und Jordan Peterson auf der Bühne debattierten. Eigentlich wollte ich dort vor allem wegen Sam Harris hin, aber während des Events und als ich danach mit Murray und Peterson einige Worte wechseln konnte, flammte meine alte Begeisterung für Peterson wieder auf.

Ich ließ mir meine Ausgabe von 12 Rules signieren und las sie nochmal (unbedingt bei 12 Rules einen großen Bogen um die deutsche Übersetzung machen. Die ist leider nicht sehr gut und verzerrt die Aussagen) und dazu noch Maps of Meaning. Seitdem beschäftige ich mich wieder öfters mit Peterson, auch weil er zunehmend in Deutschland ankommt und unter den Studenten in Jena diskutiert wird.

Ich bin überzeugt, dass Jordan Petersons Wirken insgesamt bisher überwiegend positiv ist. Er hat vielen Menschen geholfen und sein Auftreten hat die Philosophie ein Stück zurück in den Mainstream gebracht und viele Leute dazu angeregt sich mehr mit den wichtigen Fragen des Lebens zu beschäftigen. Das daraus entstandene Intellectual Dark Web  trägt dazu bei, dass Philosophen und Intellektuelle wieder in der Öffentlichkeit so bedeutend und einflussreich werden wie zuletzt zu den Zeiten von Foucaults und Chomskys Debatte. Eine Entwicklung, die nur zu begrüßen ist, vor allem in einem Jahrhundert, in welchem durch das Internet Verschwörungstheorien wie noch nie grassieren und man manchmal das Gefühl hat, dass die meisten Menschen im Westen vom Konsum, liberalen Marketing und linker Propaganda betäubt in Filterblasen dahinvegetieren, statt die schöne neue Digitalität dazu zu nutzen sich weiterzubilden und aufzuklären.

Dennoch bin ich weiterhin sehr skeptisch, was Jordan Peterson angeht – und werde es von Tag zu Tag immer mehr. Und das liegt nicht nur daran, dass seine Rohrschachrhetorik bzw. seine Argumentationsweise, bei genauerer Betrachtung sich oft als logisch ungefähr so dicht wie der Bug der Titanic erweist. Oder daran, dass ich nun durch das Studium vemehrt mit den Werken von weniger berühmten aber mindestens genauso scharfsinnigen Denkern in Berüherung komme. Es gibt mehrere negative Entwicklungen und Eigenschaften, die auch den Kern der Kontroversen rund um Peterson ausmachen und mich von Anfang an störten. Jordan Peterson ist zweifelsohne eine hochintelligenter und charismatischer Mensch, allerdings ist er in meinen Augen wahrscheinlich nicht der wichtigste, sondern der überbewerteste Intellektuelle unserer Zeit – und wenn die Probleme, die ich in seinem Wirken sehe, sich weiterentwickeln, möglicherweise bald der gefährlichste Denker unserer Zeit.

Die Hauptprobleme

1. Sein Umgang mit seiner Anhängerschaft

Das Verhalten seiner Anhänger ist ein Problem für welches man Peterson nicht direkt verantwortlich machen kann, aber sehr wohl dafür, dass er dagegen nichts unternimmt und es sogar noch befeuert.

Jordan Peterson hat viele junge Menschen dazu inspiriert sich mit Philosophie zu beschäftigen und eine Orientierung im Leben zu finden. In einer Zeit, die von Nihilismus und der Dekonstruktion vieler Werte und etablierter Strukturen geprägt ist, ist diese Führung durch das Chaos des Lebens etwas, was vor allem die heutige Jugend nicht nur aktiv sucht, sondern auch braucht. Dr. Peterson hat diese Lücke gefüllt und ist dadurch innerhalb der letzten Jahren zu der Vaterfigur einer ganzen Generation avanciert. Diese Wirkung kann man Jordan Peterson nicht genug positiv anrechnen.

Dies bringt allerdings die Schattenseite mit sich, dass er von vielen wie ein Guru oder Kultführer verehrt wird. Vor allem jene für die Jordan Peterson der bisher einzige Zugang zur Philosophie und Psychologie war – also der Großteil seiner jungen, männlichen Zielgruppe – reagieren mitunter empfindlich aggressiv auf Kritik an Peterson. Kritiker des Kanadiers werden im Internet schnell mit Shitstorms und Hasskommentaren überzogen. Darüber hinaus bieten viele seiner Aussagen Futter für Memes der Neuen Rechten. Seine Anhänger tun also oft genau das, wovor Peterson eigentlich in seinen Vorträgen zum Radikalismus, Faschismus und Kollektivismus warnt. Das Problem hat Peterson nach wie vor nicht direkt angesprochen. Stattdessen unterstützt er und leitet seine Anhänger damit an zweifelhafte Personen wie Carl Benjamin weiter und dient immer wieder gerne rechten Propagandainstituten wie Prager U oder der Heritage Foundation als Sprachrohr. Man kann einer Person des öffentlichen Lebens wie Peterson nicht vorwerfen, was für Anhänger er hat, aber durchaus, wie er mit dieser Macht zur Meinungsbildung umgeht. Da würde ich mir eben etwas mehr Nuancen wünschen.

Würde er differenzierter und selbstkritischer vorgehen und seine Anhängerschaft nicht mit Strohmännern und Feindbildern füttern, würde der Personenkult um ihn herum wahrscheinlich auch nicht so extreme Formen annehmen – was zu seinem eigenen Nachteil wäre, schließlich profitiert er immens davon. Aber dieser Mangel an Differenziertheit und Reflexion, der zu der Entstehung des kultartigen Verhaltens seiner Fans beiträgt, findet sich nicht nur im Umgang mit sich selbst, sondern auch mit seiner Opposition.

2. Feindbilder, Paranoia und falscher Postmodernismus

Jordan Peterson beschwört in seinen Reden und Texten immer wieder das Feindbild einer neomarxistischen Weltverschwörung herauf und hetzt gegen die „neomarxistischen Postmodernisten“.  Am besten kann man das in seinem Video „Dangerous People Are Teaching Your Children“ für Prager U sehen. Zwar sind viele seiner Kritikpunkte berechtigt, aber er begeht dabei viele Fehler und seine Aussagen grenzen fast schon an Verschwörungstheorien mit denen er die Gesellschaft polarisiert und Argumente für die Neuen Rechte liefert. Wen man seine Vorträge genau ansieht, merkt man, dass seine sonst eher ruhige Art durch ein aggressives, wütendes Auftreten verdrängt wird, wenn er über das Thema spricht.

Ich befürchte daher, dass er sich was seine Ansichten zum Postmodernismus angeht, von den aktuellen neurechten und reaktionären Strömungen und Ideologien mitziehen lässt. Bezeichnend ist dafür vor allem, dass er als Quelle für seine Ansichten immer wieder das Buch Explaining Postmodernism: Skepticism and Socialism from Rousseau to Foucault von Stephen Hicks zitiert. Dieses Buch reduziert Postmodernismus von einer philosophischen Strömung auf eine manipulative Argumentationsstrategie der radikalen Neuen Linken – was es definitiv nicht ist.

Ich weiß nicht, ob Peterson auch noch andere Bücher über Postmodernismus gelesen hat, aber ich bezweifle es, denn ansonsten würde er etwas differenzierter mit dem Thema umgehen und nicht dauernd die kollektivistische Identitätspolitik und Kulturmarxismus mit Postmodernismus gleichsetzen, was ideologische und philosophische Strömungen sind, die sich teilweise gegeneinander richten. So lehnen postmoderne Denker alle großen Narrative ab und wollen sie dekonstruieren – wozu auch das Narrativ des Klassenkampfs der modernistischen Ideologie des Marxismus gehört. Soetwas neomarxistische Postmodernisten gibt nicht wirklich – es ist eher nur ein Zusammenwerfen aller Feindbilder, die Reaktionäre und rechte Konservative haben, in einen Begriff.

Und vielleicht würde Peterson nach einer intensiveren Beschäftigung mit postmoderner Philosphie auch bemerken, dass viele seiner eigenen  Argumentationsweisen und seine relativistischen Definitionen, vor allem, was Wahrheit und Realität angeht, von sehr postmodernen Standpunkten ausgehen. Wenn er zum Beispiel seine religiösen Ansichten mit der Aussage „scientific truth is different from religious truth“ verteidigt, dann greift er ein Argument des postmodernen Philosophen Jean-François Loyotard auf. (nachzulesen in The Postmodern Condition). 

Diese unkritische Verurteilung von ganzen philosophischen Schulen, Schaffung von Feindbildern und das Verbreiten seiner Verschwörungstheorien einer neomarxistischen Weltverschwörung, polarisieren die Gesellschaft und vergiften den Diskurs – ganz abgesehen davon, dass sie zu großen Teilen falsch sind. Es stimmt zwar, dass diese nihilistische und antiwestliche Mentalität, die Peterson beschreibt, an Universitäten sehr weit verbreitet ist – nicht nur in den USA, wie ich von dort lebenden Verwandten und Freunden bestätigt bekommen habe, sondern wie ich selber auch hier in Deutschland erlebe – aber Peterson übertreibt, zeichnet eine schwarz-weiße Welt und schürt gezielt Angst mit seiner Wortwahl. Er gießt damit nur mehr Öl ins Feuer, statt es löschen. Er tut selber das, was er den „neomarxistischen Postmodernisten“ vorwirft: An seiner eigenen dogmatisch Ideologie festhalten und andere Ideen ausblenden.

Ich teile zwar Jordan Petersons Antiegalitarismus und seine Kritik an der Infantilisierung unserer Gesellschaft, aber das auf die Denkschule der Postmoderne zu schieben und dann als Lösung altbackenen Konservativsmus und Christentum anzubieten, ist doch etwas bilig.

Aber dass Peterson von akademischer Philosophie nicht allzuviel versteht und Schwierigkeiten damit hat zu reflektieren, haben die meisten spätestens bei seinem Auftritt im Podcast Waking Up von Sam Harris hoffentlich bemerkt. Das führt uns gleich zum nächsten Punkt.

3. Desinformation

Peterson beklagt immer wieder, dass er als politischer Intellektueller oder Philosoph aufgefasst wird, was er aber weder wäre noch sein wolle. Er betrachte sich selber lieber als Psychologen und Theologen.

Es stimmt zwar durchaus, dass Peterson als klinischer Psychologe kein Experte für Politik ist – dennoch verhält er sich wie einer und wird entsprechend so wahrgenommen. Er wurde schließlich durch die Kontroversen um Bill C16 berühmt und seine Kritiken an der Neuen Linke und Justin Trudeau. Auch kommentiert er aktiv politisches Tagesgeschehen auf Twitter und postete Videos während der Kongresswahl 2018 in den USA, in denen er zu den Demokraten Stellung bezog. Politik war und ist für Jordan Petersons intellektuelle Tätigkeit und seinen Ruhm essentiell. Wenn er also sagt, er wäre kein politischer Intellektueller, handelt es sich dabei entweder um eine Form von kognitiver Dissonanz oder um eine bewusste Lüge. Es wäre nur konsequent und ehrlich, wenn er entweder sich dazu bekennt ein politischer Aktivist zu sein oder sich bei der Politik zurückhält.

Peterson spricht sehr gern von Verantwortung – dazu gehört auch zu erkennen, was für eine gewaltige Reichweite und Wirkung er hat und seine Worte im Gegensatz zu denen anderer Menschen deutlich mehr Gewicht haben.

Peterson mag vielleicht etwas anderes behaupten, aber er inszeniert sich abgesehen davon auch gern als Universalgenie. Das kann man bereits in seinem Grundwerk Maps of Meaning sehen. Darin vermischt er Ideen aus Anthropologie, Philosophie, Psychologie, Politik und Theologie zu einer Weltformel – die allerdings an vielen Stellen mangelhaft ist, da sie judeochristlichen Mythen eine archetypische Universalität zuspricht, für die sich zahlreiche Gegenbeweise finden lassen. Dafür reicht es sich Asien oder die indigene Kulturen Südamerikas anzusehen – was Peterson natürlich eher verschweigt. Es ist das gleiche Zusammenklumpen unterschiedlicher Konzepte und radikale Vereinfachen, wie er es auch betreibt wenn er Identitätspolitik, Intersektionalismus, Postkoloniale Studien, (Neo-)Marxismus, die Frankfurter Schule, Poststrukturalismus, Postmodernismus […] einfach in den Begriff Cultural Marxism oder Neomarxist-Postmodernism zusammenfasst.

Jordan Peterson ist mit Sicherheit ein sehr kompetenter Psychologe, was man an dem Erfolg seiner Selbsthilferatschläge sehen kann – aber in vielen anderen Dingen ist seine Kompetenz eher gewöhnlich oder er repliziert einfach konervative und rechte Vorurteile. Deshalb ist es so gefährlich, wenn er seine Kompetenz verlässt und für ihn fachfremde Themen kommentiert.

Weil viele Menschen positive Erfahrungen aus seinen psychologischen Ratschlägen ziehen (die oft sehr universell oder zumindest im Westen gültig sind), glauben sie, dass seine Ansichten auch in anderen Gebieten richtig sein müssten. Vor allem die radikalen Anhänger, die ihn regelrecht verehren, übernehmen dann oft unkritisch seine Meinungen und wollen seine Ansichten zu allen Aspekten des Lebens wissen. Entsprechend wird Jordan Peterson auch zu anderen Themen befragt – und statt wie ein perfekter Intellektueller sich über Themen, zu denen er wenig Expertise besitzt, auszuschweigen, gibt er zu allem eine Antwort. Meist bedient er sich dabei einer Rhorschachrhetorik, die seine Aussagen so formlos und vieldeutig macht, dass jeder alles reinintepretieren kann. Oft macht er aber auch klare Aussagen, die dafür dann umso fataler sind.

Das beste Beispiel sind – nach seinen Verschwörungstheorien und Strohmann-Argumenten über postmodernen Philosophen – seine Ernährungsvorschläge. Fairerweise muss man anfügen, dass er zumindest hierbei selbst sagt, er wäre kein Ernährungsexperte – was ihn aber nicht davon abhält seine anekdotischen Erfahrungen auszubreiten, die von keinen wissenschaftlichen Studien unterstützt werden. So ernähren sich Dr. Peterson  und seine Tochter angeblich ausschließlich von Fleisch und preisen diese Diät öffentlich an. Seine Tochter verdient mittlerweile Geld damit, dass sie Menschen berät, wie sie auf diese aus Steaks bestehende Diät umsteigen. Abgesehen davon, dass es ökologischer und ökonomischer Sicht ziemlich unverantwortlich ist, seine Ernährung zum Großteil auf Fleisch aufzubauen, so muss man kein Ernährungswissenschaftler sein, um zu sehen, dass das kompletter Nonsens ist, denn die wissenschaftliche Studienlage dazu ist recht klar, während Peterson nur Anekdoten vorbringt. Absolut keine Kohlenhydrate zu essen, wie die beiden vorschlagen, ist laut dem gegenwärtigen wissenschaftlichen Konsens gefährlich. Wenn man absolut keine Kohlenhydrate mehr zu sich nimmt, verfällt der Körper in einen Stoffwechselzustand namens Ketose, bei dem er die Kohlenhydrate durch das Auseinanderbrechen von Proteinen und Fetten gewinnt. Als Langzeitnebenwirkung dieses Stoffwechsels entstehen giftige Abauprodukte wie Aceton, die den ganzen Körper schädigen. Bei manchen Erkrankungen kann eine kurzzeitige ketogene Diät, die der von Peterson ähnlich ist, zwar laut einigen Studien tatsächlich hilfreich sein, aber langfristig und ohne ärztliche Kontrolle ist sie keine Lösung, sondern schlicht wahnsinnig. (Also eine Diät, die ausschließlich aus Fleisch besteht. Eine normale ketogene bzw. low Carb Diät ist je nach Studienlage relativ sicher und sogar mitunter gesund.)

Wobei Jordan Peterson bei seinem Auftritt bei Joe Rogan behauptete, 25 Tage lang nicht geschlafen zu haben, nachdem er einmal Cider getrunken und damit gegen seine Diät verstoßen hatte – dabei liegt aktuell der Weltrekord für die längste Zeit ohne Schlaf bei 11 Tagen. Also, entweder Peterson überdramatisiert und lügt mit seiner Diät, um noch mehr Aufmerksamkeit zu bekommen, oder sie schadet ihm mittlerweile kognitiv.

Die Ernährungsratschläge sind sicherlich das extremste Beispiel, aber sie stehen exemplarisch für zahlreiche andere Themenfelder auf denen Jordan Peterson sich bewegt, ohne die Expertise dafür zu besitzen und daher auch oft veraltetet und wiederlegte Theorien verbreitet. Um nur einige zu nennen: seine Aussagen zu wirtschaftlichen Problemen, zu Gödels Unvollständigkeitssatz, zu Atheismus, zu Philosophie und zu sehr viel, was mit Politik zutun hat.

Ein aufrichtiger und ehrlicher Intellektueller würde zu Themen, mit denen er sich nicht auskennt, und vor allem bei so sensiblen Sache wie Ernährung und Politik, sich zurückhaltender zeigen oder sich zumindest gründlicher informieren. Bei Peterson bekomme ich zunehmend aber das ungute Gefühl, dass die Fähigkeit zur Reflexion mit dem steigendem Ruhm sinkt und die Anzahl der radikalen und polarisierenden Ansichten steigt. Ich halte Ihn noch immer für einen wertvollen Denker, wie am Anfang geschrieben und in anderen Texten bereits erläutert, aber ich frage mich zunnehmend öfters, wohin die Reise weitergeht.

 


Weiterführendes Material:

https://leveret-pale.de/dr-jordan-peterson

Jordan Peterson doesn´t understand postmodernism (YouTube)

https://www.theatlantic.com/health/archive/2018/08/the-peterson-family-meat-cleanse/567613/

https://www.psychologytoday.com/us/blog/in-excess/201307/celebrity-worship-syndrome

https://www.zeit.de/2018/52/jordan-peterson-hummer-gesellschaft-hierarchie-natur-menschen

https://www.srf.ch/kultur/gesellschaft-religion/einflussreicher-psychologe-jordan-b-peterson-genie-oder-scharlatan

https://www.psychologytoday.com/intl/blog/hot-thought/201803/jordan-petersons-murky-maps-meaning

https://youtu.be/4LqZdkkBDas


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Nikodem Skrobisz

Nikodem Skrobisz, auch unter seinem Pseudonym Leveret Pale bekannt, wurde am 26.02.1999 in München geboren. Er ist als Journalist und Schriftsteller tätig und hat bereits mehrere Romane und Kurzgeschichten publiziert, die meist philosophische und gesellschaftliche Themen behandeln. Zurzeit ist er Vorstandsmitglied des Bundesverband junger Autoren und Autorinnen e.V.. und studiert Kommunikationswissenschaften und Psychologie. Halbprivate Einblicke gibt es auf Instagram

6 Gedanken zu „Warum ich Jordan Peterson gegenüber skeptisch geworden bin

    • Hallo Leszek,
      danke für den Hinweis 😉 Auch wenn du aus einer etwas anderen Position argumentierst, gebe ich dir in vielen Punkten recht. Ein ausführlicherer Kommentar folgt unter deinem Artikel!
      LG
      Nikodem

      Antwort
      • Hallo Nikodem,
        danke für deinen Kommentar.

        Zu dem Buch „Explaining Postmodernism“ von Stephen Hicks, das du in deinem Artikel ansprichst, gibt es übrigens zwei m.E. gute Kritiken in englischer Sprache.
        Ich weiß nicht, ob du sie schon kennst, aber für den Fall, dass du sie noch nicht kennen solltest, verlinke ich sie mal.
        Du kannst dann ja schauen, ob es dich interessiert.

        Einmal ein Artikel von dem linken Political-Correctness-Kritiker Matthew McManus – „A Review of Explaining Postmodernism by Stephen Hicks“:

        https://areomagazine.com/2018/10/17/a-review-of-explaining-postmodernism-by-stephen-hicks/

        Außerdem gibt es bei dem Youtube-Philosophie-Kanal „Cuck Philosophy“ in einem Video eine ausführliche und kenntnisreiche Kritik zu dem Buch:

        Cuck Philosophy – A Critique of Stephen Hicks‘ „Explaining Postmodernism“

        https://www.youtube.com/watch?v=EHtvTGaPzF4

        Beste Grüße

        Leszek

        Antwort
  • Warum genau sollte Jordan Peterson NICHT über Politik reden dürfen? Psychologie ist DIE Kernkompetenz, wenn man Geschichte & Politik verstehen will. Und da ist er ein absoluter Experte drin. Somit hat er sogar die Qualifikation über diese Themen zu reden.
    Auch frage ich mich warum die Standards die der Autor an Peterson stellt von ihm selbst ignoriert werden? Nirgendwo in dem Text warnt er vor seiner eigenen fehlenden Qualifikation, aber urteilt selbstsicher über Petersons Ernährung & kaut Bullshitbehauptungen wieder, so wie, dass eine reine Fleischernährung schädlich für die Umwelt sei. Das mag von radikalen(!) Veganern in den letzten Jahren so verbreitet worden sein, ist aber falsch. Es gibt kein haltbares ökolomisches Argument für Veganismus. Schauen Sie sich dazu gerne den Kanal „Tierethik und Veganismus“ auf Youtube an.

    Ihr restlicher Text wird J.P. nicht gerecht. Er ist ein absoluter Lichtblick in einer – und es geht in erster Linie um Nordamerika – Gesellschaft voller toxischer Einflüsse wie u.a. Rassismus, Feminismus, Marxismus und fehlender Vorbilder. Dass man an ihn völlig andere Standard anlegt, die sonst an niemanden gestellt werden, verzerrt den Gesamteindruck von seiner Person.

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  • Pingback:

  • „Das beste Beispiel sind – nach seinen Verschwörungstheorien und Strohmann-Argumenten über postmodernen Philosophen – seine Ernährungsvorschläge.“

    Da du den Podcast von Rogan ja anscheinend gesehen hast, diskreditierst du dich mit dieser Aussage selbst. An keiner Stelle preist Peterson seine Ernährungsform (die er nach eigener Aussage ausschließlich zur Bekämpfung eigener Autoimmunprobleme utilisiert) als erstrebenswert oder nützlich für andere Menschen an. Dass Menschen seiner Tochter schreiben, sie hätten durch die Carnivore-Diät massiv Gewicht verloren, heißt in dem Kontext nichts. Auf Rogans Nachfrage, ob ihm sein Erfolg durch diese radikale Ernährungsform nicht etwas unglaublich erscheine, sagt er sogar, dass eine Skepsis gegenüber derartigen Aussagen angebracht sei. Deine Darstellung ist entweder bewusst verzerrend oder einfach völlig an der Sache vorbei. Aber im ersten Punkt hast du ja auch Peterson für das Verhalten seiner „Gefolgschaft“ verantwortlich gemacht. An der Sache vorbei ist wohl das richtige Stichwort.

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