LBM-Absage, Coronavirus und meine Gedanken dazu

Eigentlich wäre ich mittlerweile seit seit zwei, drei Tagen glücklich und fix & fertig von drei Dutzend Veranstaltungen, hunderten neuen Kontakten und Gesprächen auf der LBM 2020 zurückgekehrt. In paar Tagen würde es dann vom Messekater erholt im Flieger nach Warschau und Berlin gehen, unter anderem zur 5-Jahres Jubliäumsfeier des Prometheus-Instituts, für deren Freiheitslexikon ich bereits einige Artikel geschrieben habe. Aber nun herrscht die Pandemie, die Grenzen sind dicht und alle Reisen und Events abgesagt. Damit sind jetzt Monate an Arbeit und Vorbereitung auf die Leipziger Buchmesse futscht, genauso wie eine Menge Geld und ich werde viele von meinen Kollegen und euch Leserinnen und Lesern leider nicht mehr so schnell treffen. Auch Arrangements mit Verlegern und Lesungen, die ich moderieren oder selber halten wollte, sind jetzt erstmal abgesagt oder bestensfalls auf nächstes Jahr verlegt. Die Pandemie und der Messeausfall trifft mich als Autor also erstmal ziemlich hart. Aber zumindest habe ich jetzt genug Zeit, um einiges an Manuskripten abzuarbeiten, wie z.B. meine beiden für dieses Jahr geplante Romane Der Faschist und Levian Kain.

Meine Gedanken über die Folgen der LBM-Absage für die Buchbranche, habe ich jetzt aber auch in einem Videostatement ausformuliert, welches Teil eines wunderschönen, wenn auch depremierenden Videos zur LBM Absage des YouTubers CreepyCreaturesReviews geworden ist: Buchmesse ausgefallen – Meinungen und Bilder aus Leipzig.

Welche Konsequenzen die Pandemie auf die Weltwirtschaft und die Politik hat, diskutiere ich zurzeit intensiv mit vielen Freunden und Bekannten, aber meine ersten Gedanken zu den langfristigen Folgen habe ich bereits in meinem Essay Covid-2019: Die Globalisierung ist krank skizziert. Es wird aber in den kommenden Wochen wahrscheinlich noch einiges in die Richtung kommen, da die aktuelle Krise sehr viel über die menschliche Psyche, unsere Gesellschaft, unsere politischen und wirtschaftlichen Institutionen offenbart und damit ein spannendes Beobachtungsfeld für philosophische Reflektionen bietet.

Wer sich übrigens genau über das Coronavirus und die Pandemie informieren will, dem empfehle ich an dieser Stelle den Podcast des NDR mit dem Virologen Christian Drosten: https://www.ndr.de/nachrichten/info/podcast4684.html Im Gegensatz zu Medien und Politik, die zurzeit zwischen Panik und Verharmlosung oszilieren, erklärt Prof. Drosten ziemlich ausführlich und fachkundig die Lage der Dinge.

Auch wenn ich sehr enttäuscht war, als die LBM für dieses Jahr abgesagt wurde, halte ich die Absage mittlerweile für richtig. Die Gefahr, die von Sars-Cov-2 ausgeht, ist wohl doch größer als gedacht – oder zumindest noch immer schwer einzuschätzen. Ich persönliche habe keine Angst vor der Infektion, da ich zum Glück jung, gesund und mit einem ziemlich robusten Immunsystem ausgestattet bin  – was erfahrungsgemäß auch auf die meisten meiner Leserinnen und Leser zutrifft -, aber es gibt genug Menschen, auf die das nicht zutrifft und die gefährdet sind. Auch in meiner Familie und in meinem Umfeld, um die ich nun mir Sorgen machen und von denen ich hoffe, dass sie sich nicht anstecken. Trotz aller BoomerRemover-Witze, sollte man das ganze daher nicht auf die leichte Schulter nehmen und vor allem im Hinblick auf die Risikogruppen im eigenen Umfeld, alles dafür tun, um nicht selber zum Infizierten und Verbreiter des Virus zu werden. Bleibt wenn möglich zuhause, wascht euch die Hände, haltet euch von Menschenmengen fern und bleibt gesund! Ich selbst versuche zurzeit wenn möglich, alles im Home-Office zu erledigen und abgesehen  für Fahrradtouren und Spaziergänge durch den Wald und für Einkäufe, das Haus nicht zu verlassen, um das Ansteckungs- und Verbreitungsrisiko zu reduzieren. Und wenn ihr jetzt auch viel Zeit zuhause verbringt, da hätte ich einen Rat an euch: hamstert doch vielleicht statt Klopapier, sinnvollerweise ein paar Bücher 😉 Damit lässt sich die Zeit in der sozialen Isolation viel interessanter verbringen.

 


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Nikodem Skrobisz

Nikodem Skrobisz, auch unter seinem Pseudonym Leveret Pale bekannt, wurde am 26.02.1999 in München geboren. Er ist als Journalist und Schriftsteller tätig und hat bereits mehrere Romane und Kurzgeschichten publiziert, die meist philosophische und gesellschaftliche Themen behandeln. Zurzeit ist er Vorstandsmitglied des Bundesverband junger Autoren und Autorinnen e.V.. und studiert Kommunikationswissenschaften und Psychologie. Halbprivate Einblicke gibt es auf Instagram

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