Klimakrise, Degrowth und die Grenzen des Wachstums: Warum wir mehr und nicht weniger Wachstum brauchen

1.    Einleitung

1.1 Das Problem der Klimakrise

Der Menschheit läuft die Zeit davon, wenn es darum geht den anthropogenen Treibhauseffekt einzudämmen und eine starke globale Erwärmung samt ihrer katastrophalen Folgen abzuwehren. Bereits jetzt gehen die prognostizierten Szenarien des Weltklimarats von einer durchschnittlichen globalen Erwärmung von mindestens 1.4°C im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter bis zum Ende dieses Jahrhunderts aus. Im schlimmsten Fall droht uns bis 2100 ein globaler Temperaturanstieg um 4.4°C. (vgl. Umweltbundesamt 2022)

Erste Konsequenzen wie eine abnehmende Biodiversität, Dürren, Waldbrände und die Häufung von Extremwetterereignissen machen sich bereits jetzt weltweit bemerkbar – bei gerade erst geschätzt 1.07°C menschengemachter globaler Erwärmung. (vgl. IPCC 2021, S.5) Der durch menschliche Emissionen verursachte Klimawandel stellt eine existenzielle Bedrohung für die Menschheit und zahlreiche andere Lebensformen auf der Erde dar, weshalb er ein Problem ist, welches gelöst werden muss. Die schlechteste Strategie gegen die Klimakrise wäre es daher nichts zu tun, also es bei einem Weiter so zu belassen. Die zweitschlechteste ist vermutlich das Engagement für jene vermeintlich utopischen Visionen, die unter dem Namen Degrowth propagiert werden[1] und sich als radikale Lösung des Klimakriseproblems zunehmender Popularität erfreuen.

1.2 Die Degrowth-Vision

Auch wenn Degrowth heterogene Strömungen in sich vereint, teilen alle zwei Komponenten:

1) Wachstumskritik. Degrowth-Bewegungen kritisieren das Wachstums-Paradigma in der kontemporären Gesellschaft und Ökonomie. Diese Kritik wird unterschiedlich begründet –  Schmelzer und Vetter identifizieren konkret sieben verschiedene Hauptströmungen: Ökologische Kritik, Sozial-ökonomische Kritik, Kulturelle Kritik, Kapitalismuskritik, Feministische Kritik, Industrialismuskritik und Süd-Nord-Kritik. (vgl. Schmelzer und Vetter 2021, S. 18 – 21) Diese Kritikformen haben viele Überschneidungen. Das Anliegen dieser Arbeit ist es vor allem kritisch auf die ökologische Form der Degrowth-Wachstumskritik einzugehen, welches sich wie folgt zusammenfassen lässt: „Unendliches Wachstum ist auf einem endlichen Planeten nicht möglich. […] Wirtschaftswachstum [ist] nicht nachhaltig […] und [kann] auch nicht durch eine andere Art des Wachstums (grünes, qualitatives, intelligentes etc. Wachstum), durch technologischen Fortschritt (Effizienzsteigerung, Digitalisierung etc.) oder eine andere Ressourcen- und Energiebasis (erneuerbare Energie, Kreislaufwirtschaft) nachhaltig gemacht werden […]“ (vgl. Schmelzer und Vetter 2021, S. 72)

2) Postwachstums-Utopie. Degrowther leiten aus ihrer Wachstumskritik „konkret-utopische Politiken oder auch Utopien, die eine gesellschaftliche Transformation und einen Umbau der frühindustrialisierten Wachstumsgesellschaften anstreben“ (vgl. Schmelzer und Vetter 2021, S. 146) ab. Konkret soll Wirtschaftswachstum (formalisiert als Bruttoinlandsprodukt, BIP) gestoppt und in der Regel zumindest zeitweise ins Negative umgekehrt werden. Insbesondere die Wirtschaften der Industrieländer Europas, Nordamerikas, Asiens und Ozeaniens sollen „abgewickelt“ und ihre Bevölkerung „depriviligiert“ werden d.h. es soll Vermögen von den Industrienationen in Entwicklungsländer umverteilt werden, bis es gleichverteilt ist (vgl. Schmelzer und Vetter 2021, S. 160).

Degrowth-Anhänger glauben, dass wenn sich die Menschheit vom Wachstum und dem damit in ihren Augen eng verknüpften kapitalistischen Produktionsweisen lossagt, eine Welt möglich ist, die sozial gerechter und ökologisch nachhaltiger ist. Am Ende soll eine Utopie stehen, in der die Klimakrise abgewendet wurde – und nicht nur das. Die Menschheit soll langfristig nachhaltig und sozial gerecht existieren können; statt Wachstum und Profite, sollen am Ende globale ökologische Gerechtigkeit, globale soziale Gerechtigkeit, Selbstbestimmung und ein gutes Leben existieren. (ebd. S. 148, S.159)

Degrowth verfolgt also explizit eine Utopie. Wann immer jemand eine Utopie propagiert, tut man sich gut daran Poppers Warnung in Erinnerung zu rufen, dass solch ein utopisches Streben – „Even with our best intentions of making heaven on earth it only succeeds in making it a hell […]“ (Popper 1963, S.157) Die Erfahrung des vergangenen Jahrhunderts, in welchem Utopie-Versprechen die Menschheit in Schützengräben, Konzentrationslager, Gulags und den Einsatz nuklearer Waffen führten, ist eine zusätzliche Mahnung Utopien eher skeptisch zu betrachten. Jedoch haben Anhänger von Utopien mit Hedgefund-Managern gemeinsamen, dass sie sich gerne mit Klauseln wie „vergangene Performance ist kein Indikator für zukünftige Performance“ aus den Lehren der Vergangenheit rausreden. Aber auch Popper hätte wohl zugestimmt, dass es eine Form von Historizismus oder zumindest wackeliger Metainduktion wäre, einfach pauschal aus der Vergangenheit aller Utopien auf Degrowth zu schließen.

1.3 Das Ziel dieser Arbeit

Wenn man das Denken und die Prämissen, auf denen Degrowth basiert, einer genaueren Untersuchung zuführt, dann kann man erkennen, dass Degrowth auch jenseits von Allgemeinsätzen keine gute Idee ist. Genau das soll diese Arbeit auf drei Ebenen leisten.

In Abschnitt 2 soll zuerst aufgezeigt werden, welchen fundamentalen empirischen und theoretischen Fehlern Degrowth unterliegt. In Abschnitt 3 soll dann aufgezeigt werden, warum, selbst wenn Degrowth zur Bekämpfung der Klimakrise eine notwendige Strategie wäre, sie praktisch nicht umsetzbar ist. Und zu guter Letzt soll in Abschnitt 4 aufzeigt werden, warum eine Welt wie sie die Degrowth-Vision vorschlägt weder ethisch vertretbar noch sonst normativ wünschenswert sein kann. Ja, dass die Utopie, die Degrowth anbietet, einmal gründlich zu Ende gedacht, in den Augen der meisten Menschen wohl kaum als solch eine durchgehen würde.

2.    Die fundamentalen Fehlannahmen von Degrowth

2.1 Die Entkopplung geschieht bereits

Die ökologische Wachstumskritik in der Degrowth-Bewegung behauptet, dass Wirtschaftswachstum unvermeidbar mit einem höheren Durchsatz an Ressourcen und damit auch zwangsläufig höheren Emissionen von Treibhausgasen verbunden ist. Eine Entkoppelung von Wachstum und Ressourcenverbrauch und damit ein nachhaltiges Wachstum seien nicht möglich. (vgl. Schmelzer und Vetter 2021, S. 72) In der empirischen Wirklichkeit sehen wir jedoch in den Industrienationen zunehmend genau solch eine Entkopplung. „Since 2005, 32 countries with a population of at least one million people have absolutely decoupled emissions from economic growth, both for terrestrial emissions (those within national borders) and consumption emissions (emissions embodied in the goods consumed in a country)[2].“ (Hausfather 2021) Wie ist das möglich?

2.1.1 Die Variablen der Produktionsfunktion

Zuerst hängt Wirtschaftswachstum entgegen der Annahmen von Degrowth nicht primär vom Ressourcenverbrauch ab. Dieser ist nur einer von fünf relevanten Faktoren.

Wirtschaftswachstum bedeutet ein Steigen der Produktivkraft. Die Produktivkraft einer Wirtschaft lässt sich stark abstrahiert durch die Produktionsfunktion beschreiben (vgl. Bofinger 2020, S. 708): 

Y = A x F(L,K,H,N)

Wobei:

Y= Wirtschaftlicher Output / Produktivkraft (meist gemessen als BIP)

A = verfügbare Produktionstechnologie

F = Funktion zur Verrechnung der Inputs / Produktionsfaktoren

L = Produktionsfaktor Arbeit

K = Produktionsfaktor Realkapital

H = Produktionsfaktor Humankapital

N = Produktionsfaktor natürliche Ressourcen

In entwickelten Wirtschaften können wir beobachten, dass während die verfügbare Produktionstechnologie A durch stetige Innovationen immer besser wird, sich immer mehr Realkapital K ansammelt und das Humankapital H immer mehr steigt, die Faktoren Arbeit und natürliche Ressourcen sinken. D.h. konkret, Menschen arbeiten immer weniger Stunden und verbrauchen weniger Ressourcen, um die gleich oder eine höhere Produktivität zu erreichen. Ein steigender Output (berechnet als BIP) mit gleichzeitig sinkenden Ressourcenverbrauch ist möglich und auch das, was wir empirisch in immer mehr Ländern messen. (vgl. McAfee 2020, S. 77)

2.1.2 Substitution von Ressourcen

Zweitens sind Ressourcen nicht gleich Ressourcen. Ein Barrel Öl, welches verbrannt wird, verwandelt sich zwar in Wärme und schädliche Emissionen. Ein Liter Wasser, der getrunken oder in der Produktion verbraucht wird, geht zurück in den Wasserkreislauf. Wasser verschwindet nicht einfach von unserem Planeten. Genauso können Metalle mehrmals verwendet werden. Es gibt des Weiteren erneuerbare Ressourcen, wie zum Beispiel Windenergie oder Sonnenlicht, die in solch einem Überfluss auf unseren Planeten vorhanden sind, dass sie realistisch nicht ausgehen können. D.h. selbst, wenn N als Faktor in unserer Produktionsfunktion konstant bleibt, können wir die natürlichen Ressourcen in N substituieren durch welche, die sich erneuern oder zumindest viel emissionsarmer sind. Wir können Kohlekraftwerke durch Solarzellen, Windräder und Atomkraft ersetzen. Die Investitionen in diesen Bereich führen dabei zu einer Steigerung des Realkapitals K. Die Emissionen sinken, K steigt, N bleibt gleich, die gesamte Produktionskraft steigt, die Wirtschaft wächst.

Genau das geschah und geschieht unter anderem durch Investitionen in erneuerbare Energien. In den vergangenen drei Jahrzehnten strömten jedes Jahr Milliarden Dollar in Clean Tech. Erneuerbare Energien wuchsen, Investoren profitierten von diesem Wachstum und investierten daraufhin noch mehr. Zur Veranschaulichung: in den letzten zehn Jahren erwirtschaftete der von BlackRock betriebene iShares Global Clean Energy ETF (WKN: A0MW0M) eine Gesamtrendite von fast 320%. (vgl. BlackRock 2022) In der Folge sanken die Kosten für saubere Energie durch Investitionen, Wettbewerbsdruck, technologische Entwicklung und Skaleneffekte um den Faktor 10. Entgegen früherer Prognosen, erreichte dagegen z.B. der Verbrauch von Kohle zur Stromerzeugung bereits 2013 seinen Höhepunkt und befindet sich seitdem im Niedergang. (vgl. Hausfather 2021)

2.1.3 Dematerialisierung der Wirtschaft

Der dritte Faktor, der zu einer Entkoppelung von Emissionen und Wirtschaftswachstum beiträgt, ist die zunehmende Dematerialisierung. Diese beruht auf zwei Megatrends:

Der erste ist die Digitalisierung. Software frisst die Welt – und in Kombination mit einer zunehmend grünen Stromversorgung, damit auch den Verbrauch vieler Ressourcen. Es verbraucht schlicht weniger Ressourcen ein Zoom-Meeting abzuhalten, als eine Gruppe Menschen mit Flugzeugen zu einer Konferenz zu transportieren. Es verbraucht weniger Ressourcen einen Film zu stream, als ihn auf eine DVD zu brennen und abzuspielen. (vgl. Shehabi et al., 2014) Die weitere Digitalisierung des Lebens, die aktuell unter dem Begriff Metaverse diskutiert wird, ermöglicht theoretisch ein schier endloses Wachstum im virtuellen Raum. (vgl. Smith 2021)

Der zweite Trend der Dematerialisierung ist der, dass technologische Innovation es ermöglicht Ressourcen effizienter zu nutzen – aus weniger Ressourcen mehr Sachen zu erzeugen. Effizienzsteigerungen durch Daten-getriebene Optimierung, Gewächshäuser oder Gentechnik ermöglichen es z.B. in der Landwirtschaft weniger Dünger einzusetzen. Die Entwicklung stabilerer Materialien ermöglicht es, leichtere Häuser zu bauen, die weniger Material brauchen als frühere Bauweisen und zugleich durch bessere Dämmung energieeffizienter sind. Bessere Halbleiter ermöglichen Maschinen, die weniger Strom verbrauchen. Der Verbrauch von Ressourcen wie Papier, Zement, Wasser, Aluminium und Stahl entkoppelte sich in Folge in vielen entwickelten Volkswirtschaften wie den USA bereits in den 1970ern vom Wirtschaftswachstum. In dem Jahrzehnt nach der Jahrtausendwende erreichte er dann auch in absoluten Zahlen seinen Höhepunkt und sinkt seitdem. (vgl. McAfee 2020, S.77 – 81)

2.2 Der Malthusianische Pessimismus

Der grundlegende Fehler, dem die ökologische Wachstumskritik unterliegt, ist etwas, was man als (neo-)malthusianisches Denken beschreiben kann, dem unser Gehirn evolutionsbedingt leicht unterliegt. Die Denkweise verdankt ihren Namen dem Ökonom Malthus. Dieser postulierte 1798 in seinem Essay on the Principle of Population, dass die Zahl der möglichen Menschen auf dem Planeten durch die Verfügbarkeit von Ackerfläche stark limitiert ist. Da die Zahl der Menschen exponentiell wachse, die Möglichkeit Nahrung zu erzeugen aber nur linear, oszilliere die Weltbevölkerung daher zwischen Phasen von rapidem Wachstum und massiven Hungersnöten. (vgl. McAfee 2020, S.7) In seinem Geiste argumentierte populär der Biologe Paul Ehrlich in den 1968 in dem Buch The Population Bomb, dass die Menschheit in den 1970er Jahren katastrophale Hungersnöte und einen apokalyptischen Zusammenbruch der Zivilisation erleben würde, sollte sie weiter wachsen. Er forderte daher Degrowth für die Weltbevölkerung: Zero Population Growth – ein Stoppen des Wachstums der Weltbevölkerung mit radikalen Methoden wie dem Beifügen von sterilisierenden Chemikalien in die Trinkwasserversorgung. (vgl. McAfee 2020, S.55) Damals lebten circa 3,5 Milliarden Menschen auf unserem Planeten. Heute sind wir fast 8 Milliarden Menschen. (vgl. Statista 2021)

Was ist passiert? Das malthusianische Denken versucht aus der Vergangenheit linear auf die Zukunft zu schließen und übersieht die exponentielle Entwicklung der Faktoren Technologie und Humankapital. In der Vergangenheit lebte die Menschheit tatsächlich lange Perioden in einer malthusianischen Welt, in der wir Ressourcen nur ineffizient nutzen konnten und ihr Vorhandensein fast linear mit unserem Wohlergehen korrelierte. Über Jahrtausende entwickelten sich Technologien langsam, sodass die Effizienz der Landwirtschaft beinahe stagnierte. Wann immer die Bevölkerung zu schnell wuchs, folgten Hungersnöte. Für die Jahrhunderte zwischen 1200 und 1800 sind solche Oszillationen mittlerweile gut belegt. (vgl. McAfee 2020, S.11) Doch das begann sich mit der radikalen technologischen und sozialen Entwicklung seit circa 1800 zu ändern. Zuerst ermöglichten im 19. Jahrhundert Dampfmaschinen die günstige Produktion von Mineraldüngern, zum Beginn des 20. Jahrhunderts ermöglichte die Synthese künstlicher Dünger eine weitere Explosion in der Produktivität der Landwirtschaft. In der Mitte des 20. Jahrhundert kam dann die Grüne Revolution mit weiteren Innovationen wie Gentechnik hinzu. (vgl. McAfee 2020, S. 15)

Die Hungersnöte und das Massenelend, die Malthus und Ehrlich bei einem weiteren Wachstum der Weltbevölkerung prognostizierten, traten nicht ein. Stattdessen entkoppelten sich die Menge der benötigten Agrarfläche und Arbeitskraft von dem Output der Landwirtschaft massiv. Heute arbeitet nur noch 28% der Weltbevölkerung in der Landwirtschaft (vgl. Worldbank 2022). Global betrachtete, gibt es doppelt so viele Menschen mit Übergewicht als mit Unternäherung. Mehr Menschen leiden unter Gesundheitsproblemen durch einen Überschuss an Kalorien als durch ein Defizit. (vgl. WHO 2022) Was das malthusianische Denken mit seiner misantrophen und pessimistischen Perspektive neben der exponentiellen Entwicklung von Technologie übersieht: Jeder weitere Mensch ist nicht ein Problem, sondern ein weiteres Gehirn, welches über Lösungen von Problemen nachdenken kann. Ein weiteres Gehirn, das an Technologien arbeiten kann, die uns ermöglichen unsere Produktion immer weiter von einer stupiden, linearen Ressourcenausbeutung und deren Limits zu entkoppeln. Genauso ist Wirtschaftswachstum an sich kein Problem, im Gegenteil, es bedeutet die Entfesslung von zusätzlichen Produktivkräften, die uns ermöglichen (mit der richtigen Regulierung) immer nachhaltiger und besser auf unserem Planeten zu leben. Genauso wie sich die benötigte Ackerfläche seit nun zweihundert Jahren von den erzeugten Kalorien entkoppelt, entkoppelt sich seit den 1970er Jahren immer mehr auch die allgemeine Ressourcennutzung von der Produktivität der entwickelten Wirtschaften. (vgl. McAffee 2020, S.78)

2.3 Wachstum ist nicht das Problem, zu wenig Wachstum ist es

Das Problem, welches wir in Industrienationen heutzutage haben, ist nicht ein zu viel an Wachstum. Es ist ein zu wenig an Wachstum. Durch zu niedrige Geburtenraten steht die Bevölkerungspyramide in vielen Ländern mittlerweile Kopf – Fachkräftemangel und überlastete Rentensysteme sind die Folge. Gleichzeitig bindet diese Überalterung Ressourcen, die wir nicht für Investitionen in die Zukunft verwenden können. Das ist aber genau das, was wir tun sollten: Mehr in Technologie, Bildung und Realkapital in Form von effizienteren, emissionsärmeren Produktionsmitteln investieren, mehr in die Substitution von emissionsstarken durch emissionsarme Energiequellen investieren. Solche Investitionen ermöglichen – in Kombination mit politischen Regularien wie Co2-Besteuerung und Verboten umweltschädlicher Praktiken – nicht nur ein grünes Wirtschaftswachstum, welches uns die Produktivkraft und technologischen Mittel gibt, das Klimakriseproblem zu lösen. Sie ermöglichen langfristig auch die Lebensstandards zu steigern, bessere Leben für alle zu ermöglichen. Solch ein ethisches investieren in die Zukunft, welches es uns ermöglicht aus unseren alten fossilen Industrien heraus und in eine nachhaltigere Welt hineinzuwachsen, etabliert sich seit einigen Jahren auch immer mehr in der Finanzindustrie. (vgl. Fücks 2017, S. 194) Insbesondere in Entwicklungsländern – die 63% aller Emissionen weltweit verursachen (vgl. Center for Global Development 2022) – sind massive Investitionen in nachhaltige Infrastrukturen notwendig, sowohl um in diesen Ländern die gleiche Entkopplung vom Ressourcenverbrauch wie in den Industrienationen zu ermöglichen, als auch um die dortigen Lebensstandards zu erhöhen. Wenn wir jetzt unser Wachstum stoppen, würde gerade dieses Herauswachsen aus klimaschädlichen Strukturen und Armut unterbunden werden – weder dem Klima noch den Menschen wäre geholfen.

2.4 Die tatsächlichen Grenzen des Wachstums

Die Aussage, dass in einer Welt mit begrenzten Ressourcen kein unendliches Wachstum möglich ist, ist eine der grundlegenden Prämissen von ökologischen Wachstumskritiken. Sie ist richtig. Allerdings ist die Menschheit von den tatsächlichen Grenzen des Wachstums noch sehr weit entfernt. Zum einem, wei– insbesondere angesichts von Entwicklungen in Bereichen wie Automatisierung und KI – noch immer massives Potential bei der Verbesserung von Technologie und Humankapital besteht. Zum anderen, weil wir erst zu einem verschwindend geringen Teil der Ressourcen unserer Welt überhaupt Zugang haben. Denn die Welt, in der wir leben, ist nicht nur unser Planet. Was wir oft vergessen ist, dass unser Planet nur ein Planet unter circa 1025 ist, die in unserem Universum einen Stern umkreisen. (vgl. Siegel 2022) Wir leben in einem für menschliche Verhältnisse schier endlosen Universum. Selbst unser Sonnensystem ist gewaltig. Die Menschheit ist gerade dabei die Begrenzungen unseres Planeten zu überwinden. Sollte es uns in der nahen Zukunft tatsächlich gelingen den Rest unseres Sonnensystems ökonomisch nutzbar zu machen – was angesichts der Innovationen in der Raumfahrttechnik der letzten Jahre nicht abwegig ist – stehen uns noch Jahrhunderte von massivem Wirtschaftswachstum bevor. Auch weil sich solch eine Kolonialisierung des Weltraums ökonomisch lohnen wird. (vgl. Weinzierl, Sarang 2021) Falls dann irgendwann in ferner Zukunft die technologische Entwicklung stagniert, das ganze Sonnensystem kolonialisiert wurde und unsere Nachfahren keine Möglichkeit finden sollten zu anderen Sonnensystemen zu expandieren, können diese über die Grenzen des Wachstums debattieren. Falls sie aber eine Möglichkeit finden sollten zu einer interstellaren Zivilisation zu werden, die über Galaxien hinweg expandieren kann, dann verschiebt sich die Notwendigkeit einer ernsthaften Debatte über die Grenzen des Wachstums angesichts von zwei Bilionen Galaxien in unserem Universum um vermutlich ein paar Milliarden Jahre.

3.    Die pragmatischen Defizite von Degrowth

Selbst wenn die Prämissen von Degrowth korrekt wären, dann wäre es noch immer eine schlechte Strategie zur Lösung des Klimawandelproblems. Das liegt daran, dass es politisch nicht umsetzbar ist.

3.1 Depriviligierung der Industrienationen

Würde das Wirtschaftswachstum heute gestoppt werden, wäre für Milliarden an Menschen in Entwicklungs- und Schwellenländern der Weg zu einem besseren Leben versperrt. Sozialer Aufstieg und Verbesserungen von Lebensstandards hängen stark von wirtschaftlichem Wachstum ab und wären damit ausgesetzt. Wenn Menschen nicht durch eine Vergrößerung des Kuchens für alle zu einem größeren Kuchenstück für sich selbst gelangen, bleibt nichts übrig als der Streit um die Verteilung der vorhandenen Kuchenstücke – oder wie Degrowther es formulieren: „Wenn die gesamtgesellschaftliche Wertproduktion zurückgeht, gewinnen Verteilungsfragen an Brisanz.“ (Schmelzer und Vetter 2021, S. 30) Die Menschen in Entwicklungsländern zu einer ausweglosen Armut zu verdonnern, ist moralisch kaum zu rechtfertigen. Deswegen argumentieren Degrowther oft für eine Art des Sozialismus, bei dem die Menschen aus den Industrienationen „depriviligiert“, also enteignet, werden, um ärmeren Ländern eine Angleichung zu ermöglich. (vgl. Schmelzer und Vetter 2021, S. 160).

Was würde das in der Praxis bedeuten, wenn man so eine globale Gleichmachung tatsächlich umsetzen könnte und würde? Es würde bedeuten, dass jeder Mensch auf dieser Welt nur noch ein kaufkraftbereinigtes Einkommen von 16$/Tag bzw. 5.840$/Jahr haben dürfte. Es würde bedeuten, dass 9 von 10 Menschen in den Industrienationen einen massiven Einbruch ihres Einkommens hinnehmen müssten. (vgl. Milanovic 2021) Es würden bedeuten, dass das Einkommen in Deutschland für alle unter die Höhe des ALG2/Hartz4 sinken würde. Und das ist jetzt das Szenario, in welchem wir die Weltwirtschaft im aktuellen Zustand quasi „einfrieren“, ein Schrumpfen wäre ein noch tieferer Fall. Kein Politiker könnte solch einen Absturz in Lebensstandards in einer Industrienation politisch durchsetzen.

3.2 Internationale Kooperation

Die Klimakrise ist ein globales Problem, welches daher insbesondere durch globale Kooperation angegangen werden muss. Aber: „Cooperative policies won’t happen, however, unless they have domestic political support. Thus, countries will lose out unless governments can show voters the concrete benefits from international cooperation.“ (Gaspar et al. 2018) Dies ist keine leichte Aufgabe, da Kooperation vor allem geschieht, wenn alle Seiten von ihr einen Vorteil haben. Aber es gibt sogar Länder wie Russland, die erwarten von einem massiven Klimawandel profitieren zu können. (vgl. Lustgarten 2020) Degrowth bietet insbesondere der Bevölkerung in Industrienationen keinen Anreiz bei der Bekämpfung des Klimawandels mitzuwirken, da sie im Vergleich zu einer Degrowth-Welt einen deutlich geringeren Verlust an Lebensqualität hinnehmen würden, wenn sie sich einfach an den Klimawandel anpassen, was ihnen durch ihre geographische Lage und technologischen Möglichkeiten einfacher fällt als den meisten Entwicklungsländern. (vgl. Plumer und Zhong 2022) Degrowth ist nicht einmal ein Gefangenendilemma, da Industrienationen bei einer Kooperation hierbei mehr verlieren würden, als in jeder Konstellation, in der sie sich Degrowth verweigern. Genauso ist fraglich, ob die meisten Entwicklungsländer bei der Umsetzung von Degrowth kooperieren würden, da sie schließlich selbst auf Wachstum angewiesen sind, um Armut und damit einhergehende Probleme wie Epidemien und politische Instabilitäten mittelfristig zu beheben. Der Versuch Degrowth zu forcieren, würde Zeit und Energie verschwenden und die Kooperation unterbinden, die wir dringend benötigen, um mittels grünen Wachstums das dringende Problem der Klimakrise zu lösen.

4.    Die normativen Defizite einer Degrowth Welt

Angenommen Degrowth-Visionen wären doch politisch durchsetzbar – dann stellt sich zu guter Letzt die Frage, ob eine Degrowth-Welt tatsächlich eine normativ und ethisch wünschenswerte Utopie wäre. Oder ob sie nicht eher – wie viele Utopien der Vergangenheit – eine Dystopie wäre.

4.1 Ein Weg zur Knechtschaft

Wachstum in einer Wirtschaft zu verhindern, ist nicht im Rahmen eines freien Wirtschaftens möglich. Wenn Menschen freiwilig miteinander handeln und arbeitsteilig produzieren, um mehr Wert zu genieren, ihre Lebensstandards zu erhöhen oder sich selbst weiterbilden, ist Wachstum früher oder später das Ergebnis, da ein Mehrwert geschaffen wird. Wann immer ein Schriftsteller ein neues Buch schreibt, das sich besser verkauft; wann immer jemand entscheidet länger zu arbeiten als er müsste, um sich mehr leisten zu können als er sonst könnte; wann immer ein Pharmazeut ein Medikament entwickelt, welches die Lebenserwartung verlängert; wann immer Menschen ihrer Neigung nachgehen zu expandieren und nie dagewesenes kreieren, wird zu einem Wachstum der wirtschaftlichen Aktivität beigetragen. Für Degrowth müsste man den Menschen verbieten, mehr und besseres zu wollen, als sie bereits haben und ihre Bedürfnisse unterdrücken. Zum Teil müsste man ihnen etwas wegnehmen was sie bereits haben. Deswegen argumentieren Degrowth-Vertreter für planwirtschaftliche Maßnahmen wie Kollektivierung, Umverteilung und Obergrenzen für Konsum und Einkommen. (vgl. Schmelzer und Vetter 2021, S. 160). Degrowth-Anhänger argumentieren dabei – ähnlich wie Kommunisten – dass solch eine post-kapitalistische Wirtschaft demokratischer und freier wäre als das bisherige liberale System. Doch unser Leben ist nicht hermetisch vom wirtschaften abgekoppelt – wenn jemand uns vorgibt, was und wie viel wir arbeiten und konsumieren dürfen, ob wir wachsen dürfen oder nicht, dann kontrolliert er fast unser gesamtes Leben. Deswegen geht auch solch ein Versuch die Wirtschaft zu komplett kontrollieren – wie es im faschistischen Dirigismus und real existierenden Sozialismus geschah – in der Realität jenseits der schönen Worte mit Totalitarismus und der Unterdrückung von Freiheit und Menschenrechten einher, was normativ abzulehnen ist. (vgl. Hayek 2014, S.119)

Des Weiteren würde die Durchsetzung von Degrowth verlangen, dass der Großteil der Menschheit – und insbesondere die Bevölkerungen in den Industrienationen – gegen seine eigenen Interessen handelt. Viele Länder und Regionen würden nicht freiwilig mitmachen, da ein Nicht-Kooperieren mehr ihren Interessen entspreche. Eine Durchsetzung von Degrowth würde daher Zwang und Gewalt erfordern, die wiederrum nicht mit Rechten auf Selbstbestimmung und Freiheit kompatibel sind.

4.2 Eine Zero-Sum Welt

In einer Welt ohne Wachstum kann nur das Bestehende laufend regeneriert und verteilt werden. Win-Win-Situationen, bei denen der Kuchen für alle wächst, sind nicht mehr möglich. Wenn es kein Wachstum gibt und die Wirtschaft stagniert, können Menschen ihr eigene-ökonomische Situation nur auf Kosten anderer verbessern. Solch ein Zero-Sum Welt, die stagniert und in der eine Verbesserung der eigenen Position nur durch Herabsenkung anderer möglich ist, erscheint intuitiv nicht wie eine faire oder wünschenswerte Welt.

5.3 Eine Garantie für den Hitzetod

Selbst wenn Degrowth die Klimakrise abwenden würde – es würde langfristig mehr schaden als nützen, denn es würde die Menschheit und sämtliches terrestrisches Leben gleich mit, zu einem garantierten Hitzetod verurteilen. Nicht sofort. Aber langfristig garantiert. Der Planet auf dem wir leben ist nur für ein begrenztes Zeitfenster für Leben habitabel. In rund 1.75 bis 3.25 Milliarden Jahren wird kein Leben mehr auf der Erde möglich sein, da die Sonne zu heiß wird – und komplexere Lebensformen wie Menschen werden schon lange davor nicht mehr überleben können. (vgl. Rushby et al. 2013, S.1)

Aber man muss gar nicht so weit in die Zukunft blicken. Kosmisch Ereignisse wie ein naher Gammablitz, ein großer Asteroid oder Supernovae könnten von einen Tag auf den nächsten unseren Planeten komplett sterilisieren. Solche kosmischen Ereignisse sind selten, aber in abgeschwächter Form trafen sie bereits in der Vergangenheit die Erde – vor 60 Millionen Jahren löschte ein Asteroid die Dinosaurier aus. Vor rund 440 Millionen Jahren zerstörte vermutlich ein Gammablitz temporär die Ozonschicht der Erde. Die daraufhin die Oberfläche des Planeten überziehende extrem starke UV-Strahlung führte zu einem raschen Massensterben von rund 85% aller damals existierenden Arten und dem Ende des Ordovizium. (vgl. Melott et al. 2004, S.19)

Die einzige Möglichkeit, wie die Menschheit sich selbst und damit das Leben, das auf der Erde entstand, langfristig erhalten und vor solchen kosmischen Ereignissen absichern kann, ist durch Expansion außerhalb unseres Geburtsplaneten. Gleichzeitig ist weiteres Wachstum und Expansion eine Chance, mehr lebenswerte Leben zu ermöglichen, was es aus einer utilitaristischen Perspektive präferierbar macht. Jede Sekunde, die die Menschheit länger braucht, um unser lokales Supercluster zu kolonialisieren bedeutet Opportunitätskosten von circa 1013 bis 1029 Menschenleben. (vgl. Bostrom 2003, S.4)

Die Archen, die das Leben von diesem Planeten vor früher oder später unvermeidbaren kosmischen Katastrophen zu neuen, extraterrestrischen Habitaten retten können, werden nicht von Eisbären gebaut werden. Und auch nicht von Menschen, deren Lebensinhalt die von Degrowthern als Suffizienz bezeichnete Selbstgenügsamkeit und Stagnation sind. Sie werden, wenn überhaupt, eines Tages durch noch zu entwickelnde Technologien und durch noch zu bauende Industrien ermöglicht – und bis wir beides haben, wird es noch eine Menge Wachstum brauchen. Die Klimakrise ist ein existenzielles Risiko für die Menschheit – aber wenn wir unsere Wirtschaften lahmlegen, um sie zu lösen, nehmen wir uns die Möglichkeiten die Werkzeuge und Kapazitäten zu entwickeln, die wir brauchen werden, um zukünftige, noch größere Krisen zu lösen. Die Menschheit diesen schutzlos auszuliefern und damit die zukünftige Vernichtung unzähliger Leben in Kauf zu nehmen, wäre genauso unmoralisch wie jetzt nichts gegen den Klimawandel zu unternehmen.

5.    Schlussbemerkungen

Die Klimakrise ist ein gewaltiges Problem, aber sie ist nicht das einzige Problem, das die Menschheit lösen muss. Es gibt Pandemien, es gibt Armut, es gibt Krankheiten, es gibt Hunger und vielleicht eines Tages Asteroiden oder Gammablitze, die unseren geliebten Planeten zerstören werden. Wie die Rechnung aus 4.1 gezeigt hat, gibt es zurzeit auf dieser Welt noch nicht einmal genug an Reichtum, um bei einer Umverteilung hin zur Gleichverteilung allen Menschen Wohlstand zu ermöglichen. Die Wirtschaften der Menschheit müssen noch viel wachsen, bevor wir wirklich jedem Menschen ein gutes Leben ermöglichen können – und dies zu ermöglichen sollten wir anstreben.

Degrowth ist hierbei nicht hilfreich. Die Diskussionen darum binden nur intellektuelle Ressourcen, die besser beim Nachdenken über und dem Umsetzen von tatsächlich praktikablen Lösungen aufgehoben wären. Degrowth ist auch weder notwendig, um das Problem der Klimakrise zu lösen, noch besonders effektiv darin im Vergleich zu Alternativen wie Regulierungen und Investitionen in ein grünes Wachstum. Der einzige Weg, bei dem die Menschheit nicht nur die Klimakrise, sondern auch ihre anderen und zukünftige Probleme lösen wird, führt über mehr Wachstum.

Das bedeutet natürlich nicht, dass wir jedes Wachstum unkritisch applaudieren sollten, denn Wachstum ist nicht gleich Wachstum wie 3.1.1 zeigte. Wir müssen unseren Verbrauch an emissionsstarken natürlichen Ressourcen rasch reduzieren. Das bedeutet neben mehr Investitionen in Technologie und Entwicklung, auch das Abwickeln überkommener Strukturen. Dabei müssen wir auch mit vielleicht nicht unbedingt immer angenehmen politischen und individuellen Entscheidungen und Selbsteinschränkungen eingreifen. Aber wir können und sollten das so tun, dass wir dabei wirtschaftlich weiter wachsen. Wachstum bedeutet letztendlich mehr Produktionskraft, mehr Möglichkeiten Probleme zu lösen, nachhaltigere Wirtschaftspraktiken zu entwickeln, die Natur besser zu schützen und das Leben von Menschen zu verbessern. Eine bessere Welt ist möglich, aber wir werden sie nicht erreichen, wenn wir Wachstum, den Motor des Fortschritts, stoppen oder gegen die Wand fahren.

 


6.    Quellen

BlackRock (2022): iShares Global Clean Energy UCITS ETF | IQQH. Online verfügbar unter https://www.ishares.com/de/privatanleger/de/produkte/251911/ishares-global-clean-energy-ucits-etf?switchLocale=y&siteEntryPassthrough=true, zuletzt aktualisiert am 03.08.2022, zuletzt geprüft am 03.08.2022.

Bofinger, Peter (2020): Grundzüge der Volkswirtschaftslehre. Eine Einführung in die Wissenschaft von Märkten. 5., aktualisierte Auflage. Hallbergmoos: Pearson. Online verfügbar unter https://ebookcentral.proquest.com/lib/kxp/detail.action?docID=6148206.

Bostrom, Nick (2003): Astronomical Waste: The Opportunity Cost of Delayed Technological Development. In: Utilitas 15 (3), S. 308–314. DOI: 10.1017/S0953820800004076.

Center for Global Development (2022): Developing Countries Are Responsible for 63 Percent of Current Carbon Emissions. Online verfügbar unter https://www.cgdev.org/media/developing-countries-are-responsible-63-percent-current-carbon-emissions, zuletzt aktualisiert am 06.08.2022, zuletzt geprüft am 06.08.2022.

Climate Action (2022): Folgen des Klimawandels. Online verfügbar unter https://ec.europa.eu/clima/climate-change/consequences-climate-change_de, zuletzt aktualisiert am 01.08.2022, zuletzt geprüft am 02.08.2022.

Fücks, Ralf (2017): Freiheit verteidigen. Wie wir den Kampf um die offene Gesellschaft gewinnen. München: Carl Hanser Verlag. Online verfügbar unter https://www.ndr.de/kultur/buch/sachbuecher/Politisches-Buch-Freiheit-verteidigen,freiheitverteidigen100.html.

Gaspar, Vitor; Hagan, Sean; Obstfeld, Maurice (2018): Steering the World Toward More Cooperation, Not Less. IMF Blog. Online verfügbar unter https://blogs.imf.org/2018/09/06/steering-the-world-toward-more-cooperation-not-less/, zuletzt aktualisiert am 06.09.2018, zuletzt geprüft am 06.08.2022.

Hausfather, Zeke (2021): Absolute Decoupling of Economic Growth and Emissions in 32 Countries, 06.04.2021, zuletzt geprüft am 30.07.2022.

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[1] Im deutschsprachigen Raum wird Degrowth oft etwas unpräzise mit Postwachstum übersetzt. Der Einfachheit und Klarheit halber wird in dieser Arbeit der englische Ausdruck Degrowth verwendet.

[2] Dies beinhaltet auch „exportierte Emissionen“, also die, die in anderen Ländern entstehen für importierte Güter.


Dies ist eine Hausarbeit zum Seminar: Wirtschaftsethik

Dozent: Dr. Korbinian Rüger

Sommersemester 2022

Ludwig-Maximilians-Universität München

Fakultät für Philosophie, Wissenschaftstheorie und Religionswissenschaft

Download als .pdf: https://leveret-pale.de/wp-content/uploads/2022/09/Wirtschaftsethik_Contra-Degewroth_Nikodem-Skrobisz_2022_public.pdf

DOI: 10.13140/RG.2.2.19728.48647


Bildquelle: Image by Nattanan Kanchanaprat from Pixabay


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Nikodem

Nikodem Skrobisz, auch unter seinem Pseudonym Leveret Pale bekannt, wurde am 26.02.1999 in München geboren. Er ist als Journalist und Schriftsteller tätig und hat bereits mehrere Romane und Kurzgeschichten publiziert, die meist philosophische und gesellschaftliche Themen behandeln. Er studierte Kommunikationswissenschaften und Psychologie, und studiert zurzeit Philosophie und Sprache, Literatur und Kultur. Halbprivate Einblicke gibt es auf Instagram

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