HPPD / Acid-Flashbacks und wie man sie los wird

 

Einleitung: Was sind Flashbacks bzw. HPPD?

Flashbacks oder Hängenbleiben gehören zu den berüchtigsten Urban Legends oder modernen Mythen, die sich um den Gebrauch von LSD und anderen Psychedelika ranken. Sie sind auch die häufigsten Geschichten, gleich neben dem berühmten „aus dem Fenster springen, weil man glaubt, man könnte fliegen“, die man von Unwissenden als Warnung vor diesen Substanzen erhält.

Die Fakten sind:

Der Fenstersturzmythos ist purer Nonsens. Man gerät auf Psychedelika wie LSD oder Psilocin weder in ein Delirium, noch entwickelte man derartige Wahnvorstellungen. So etwas ist eher, wenn überhaupt, auf richtigen, nichtpsychedelischen Halluzinogenen möglich, wie Nachtschattengewächsen z.B.: Engelstrompete oder Tollkirsche. Wer aber Nachtschattengewächse freiwillig konsumiert, dem ist eh nicht mehr zu helfen.

(Nachtschattengewächse sind hochgiftig, können zu dauerhaften psychischen und physischen Schäden führen und die von ihnen verursachten Halluzinationen können im Gegensatz zu den von Psychedelika induzierten Pseudohalluzinationen vom Konsumenten nicht von der Realität unterschieden werden. Link zu einem Bericht über einen verheerenden, wenn auch leider typischen Nachtschattengewächskonsum: http://www.eve-rave.ch/Forum/viewtopic.php?t=33375 )

Auch das Hängenbleiben, also für immer auf einem Trip sein, ist nicht möglich. LSD und Co. verschwinden innerhalb von 48 Stunden nach der Einnahme komplett aus dem Körper (Ausnahmen sind einige neue Research Chemicals wie Bromo-Dragonfly, die bis zu 72 Stunden brauchen). Allerdings können Psychedelika durch ihre bewusstseinserweiternde Wirkung latente Psychosen ausbrechen lassen. Hierbei muss beachtet werden, dass sie nicht, wie Cannabis, Alkohol oder Amphetamine, Psychosen induzieren / erschaffen können.

Bei jemanden mit einer latenten Psychose, wird diese Psychose früher oder später von selbst ausbrechen, Psychedelika beschleunigen und verstärken diesen Prozess bei solchen Individuen nur. Großangelegte Langzeitstudien in den USA sind 2014 zu dem Schluss gekommen, dass Psychedelika auf die gesamte Lebenszeit betrachtet die Wahrscheinlichkeit psychisch krank zu werden, kaum zu beeinflussen scheinen. Lediglich eine statistisch verringerte Suizidalität konnte bei Psychedelikakonsumenten festgestellt werden.

Auch durch Psychedelika verursachte Flashbacks gibt es in dem Sinne, wie sie in populären Medien dargestellt werden, nicht. Richtige Flashbacks sind Symtptome einer Postraumatischen Belastungstörung, die im Folge eines Traumas entstehen können. Dass jemand von einem (Horror)trip genauso traumatisiert wird, dass er eine PTBS mit Flashbacks entwickelt, wie von den klassischen Auslösern wie einem Kriegseinsatz oder einer Vergewaltigung, ist sehr unwahrscheinlich.

Es gibt allerdings eine seltene „Krankheit“, die statistisch bei ungefähr bei 1 von 50.000 Psychedelikakonsumenten auftritt, wenn nicht seltener, bei der der Betroffene selbst nach dem Ende des Trips noch oder immer wieder psychedelische Pseudohalluzinationen erlebt. Diese Krankheit nennt man HPPD ( Hallucinogen Persisting Perception Disorder) und sie ist die Ursache für die Entstehung des Flashback-Mythos. Bei ihr erlebt der Betroffene meistens nur gelegentlich in Momenten der Entspannung oder auch konstant (meist schwache) Pseudohalluzinationen ähnlich wie bei einem Trip, obwohl er schon längst nicht mehr unter dem Einfluss der Substanz steht. Diese Störung ist in der Regel ausschließlich visueller Natur und sehr schwach ausgeprägt. In seltenen, starken Fällen, kommen zu den visuellen Störungen noch psychedelische Erlebnisse wie Depersonalisation, wilde Assoziationen, Veränderungen des Zeitempfindens und Synästhesie hinzu. Der Betroffene kann aber jederzeit, im Gegensatz zu einer Psychose, die Störungen der Wahrnehmung als das was sie sind wahrnehmen und sie von der Realität unterscheiden. Zwar ist HPPD an sich sehr selten, die Wahrscheinlichkeit aber davon betroffen zu sein, steigt signifikant an, desto häufiger und desto mehr konsumiert wird.

Eine weitere seltene, möglicherweise zu HPPD verwandte Störung ist das Alice-im-Wunderland-Syndrom. Bei diesem Syndrom erlebt der Betroffene die Welt in falschen Maßstäben und halluziniert. Große Dinge erscheinen klein, kleine groß und es kommt auch zu Verfälschungen bei der Wahrnehmung von Zeit und Raum und des Tast- und Geschmacksinns. Dieses selten Syndrom tritt manchmal nach epileptischen Anfällen oder bei starker Migräne auf. Es gibt einen einzigen dokumentierten Fall, bei dem das Syndrom aber auch bei einem israelischen Mann durch LSD ausgelöst wurde. Der Betroffene verweigerte jegliche medikamentöse Behandlung und die Symptome bzw. das Syndrom verschwand innerhalb von 12 Monaten von selbst. ( Link zur Studie zu dem Fall: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/25841113/)

In 90% aller Fälle verschwinden die Symptome von HPPD und ähnlichen Störungen innerhalb von 6 Monaten von selbst, und bei fast allen Fällen innerhalb eines Jahres nach dem Konsum der auslösenden Substanz.

Es gibt auch einige seltene Fälle von HPPD, welches nicht von Psychedelika oder andersartigen Halluzinogenen verursacht wurde, sondern von Stimulanzien wie Amphetamin, MDMA oder Ritalin. Des Weiteren können Phänomene, wie sie bei HPPD auftreten, auch bei komplett gesunden Menschen gelegentlich spontan auftreten oder durch sensorische Deprivation, Schlafentzug oder intensive Meditation induziert werden.

Wie entsteht HPPD?

Wie genau HPPD entsteht, ist aufgrund seiner Seltenheit noch unerforscht. Allerdings hat man bei Psychedelika wie Psilocybin und DMT (Ayahuasca) entdeckt, dass sie nach dem Trip die Sensibilität des Gehirns für Serotonin erhöhen und damit für mehrere Wochen antidepressiv nachwirken. Zu wenig Serotonin, z.B.: durch eine Stoffwechselstörung, Amphetaminkonsum oder eine tryptophanarme Ernährung, führt zu Depressionen und Schlafproblemen. Zu viel Serotonin kann jedoch zu Pseudohalluzinationen führen, wie „schwimmenden“ Texturen oder „atmenden“ Wänden, wie man sie von dem Trip kennt. Möglicherweise führt diese erhöhte Sensibilität bei manchen prädispositinionierten Menschen, die sowieso schon einen hohen Serotoninspiegel haben, zu HPPD.

LSD imitiert im Gehirn die Wirkung von Serotonin an den Serotonin-5HT2A-Rezeptoren im Thalamus, die auch bei intensiver Meditation und beim Träumen aktiviert werden.

Wie wird man das HPPD wieder los?

Die Serotoninsensibilität entwickelt sich innerhalb von sechs Wochen zum Großteil zurück und komplett meist innerhalb von mehreren Monaten und damit auch das HPPD. In über 90% der Fälle verschwinden die Symptome des HPPD innerhalb von 6 Monaten.

Wichtig ist es, während das HPPD und 6 Monate nach dem Abklingen des HPPD keine Psychedelika, keine MAO-Hemmer / SSRIs und keine stimulierenden Drogen, auch kein Koffein oder Nikotin und insbesondere keine Amphetamine, zu konsumieren. Ein Supplementierung mit L-Tryptophan sollte, wenn sie betrieben wird, eingestellt werden. Der Konsum von Kaffee und dunkler Schokolade sollte gemieden werden.

Man muss dem Hirn einfach die Ruhe lassen seinen Serotoninhaushalt wieder in den Griff zu kriegen. In der Regel ist eine medikamentöse Behandlung jeder Art eher kontraproduktiv.

 

Ist das HPPD sehr stark ausgeprägt, haben sich das sedierende Baldrian und das neuroleptische Johanniskraut als  effektiv erwiesen, die HPPD-Symptome zumindest teilweise zu unterdrücken. Baldrian kann zweimal täglich als Tee zu sich genommen werden. Wenn es nicht ausreicht, kann man es mit Johanniskraut versuchen, allerdings vorsichtig. Bei manchen verstärkt Johanniskraut das HPPD oder kann zu anderweitigen, unerwünschten und paradoxen Effekten führen.

Des Weiteren sollte der Betroffene darauf achten, möglichst viel Schlaf zu kriegen und Stress vermeiden. Auch sollte man dem HPPD keine allzu große Aufmerksamkeit schenken oder sich darüber besonders aufregen. Je verzweifelter man ist, desto stärker können sie Symptome werden. Man kann sowieso nichts machen, außer abwarten, sich entspannen und abstinent bleiben. HPPD verschwindet immer früher oder später.

Sollte das HPPD sich innerhalb von 12 Monaten nicht zurückbilden, sollte unter Umständen ein Psychiater konsultiert werden, ob nicht die Gabe von stärkeren Neuroleptika oder von Lamotrigin oder Clonidin sinnvoll wäre. Wenn das HPPD von Angstattacken oder starken Stress begleitet wird, sollte eine ambulante Psychotherapie in Erwägung gezogen werden oder zumindest das Anvertrauen der Probleme an eine nahestehende Person.

Generell liegt aber die Gefahr HPPD beziehungsweise „Flashbacks“ durch einmaligen Psychedelikakonsum zu entwickeln bei einer Wahrscheinlichkeit von 0,002%, was praktsich fast zu vernachlässigen ist. Bei hochdosierten Dauerkonsum (individuell verschieden, als Durchschnittswert öfter als 4 mal im Jahr LSD) hingegen ist HPPD fast schon unausweichlich.

 

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12 Replies to “HPPD / Acid-Flashbacks und wie man sie los wird”

  1. Heyo, habe schon seit ca. mitte September 2015 HPPD durch einen Flashback bekommen.
    Meine Symptome sind eig nicht nennenswert, stören mich halt gar nicht.
    Hat mich nur gewundert dass ich es immernoch habe, sollte ich vll was dagegen tun obwohl es mich nicht stört oder könnte das sonst wieder evtl schlimmer werden mit Medikamenten oder Therapien etc

    LG

    1. Hallo Daniel.
      Also ich hatte selber ein mildes HPPD und mich haben die Symptome nicht sonderlich gestört; im Gegenteil, ich fand sie manchmal ganz unterhaltsam, aber irgendwann schenkte ich ihnen keine Bachtung mehr und nach so einem Jahr wurden sie immer seltener. Sie verschwanden aber erst komplett, nachdem ich ein zweites Mal LSD konsumierte. Dh. irgendwie löschte der erneute Trip die Nachwirkungen des ersten Trips aus. Das passiert manchmal, allerdings würde ich nicht darauf setzen. Bei den meisten Menschen verstärkt sich HPPD mit erneutem Konsum. Wenn es dich nicht stört und nur ganz schwach ausgeprägt ist, würde ich da nichts machen. HPPD ist schlecht erforscht und eine medikamentöse Theraphie verschlimmert oft die Symptome oder hat andere unangenehme Nebenwirkungen. Im Zweifel solltest du aber einen Psychiater konsultieren. Die Ärzte haben Schweigepflicht (sofern du älter als 16 bist, was ich aber mal annehme, sonst müssen sie deine Eltern informieren). Vielleicht gibt es einen Arzt in deiner Nähe, der damit Erfahrung hat. Generell solltest du aber den Konsum von Drogen, insbesondere Stimulanzien wie Nikotin und Koffein, vollständig einstellen und einen gesunden Lebensstil führen, wenn du willst, dass sich das HPPD zurückentwickelt, sofern du das noch nicht getan hast.
      MfG
      Nikodem alias Leveret Pale

      1. Das war der bisher beste Beitrag, den ich zu diesem Thema auftreiben konnte, nur stehe ich noch vor folgendem Problem: der Frage, ob ich überhaupt HDDP habe. Meine Freunde sind allesamt der Meinung, dass es einfach nur die Verarbeitung des letzten LSD-Trips ist aber ich bin mir da nicht so sicher, da die Symptome, welche ich im Folgenden noch benennen werde, erst auftreten, seitdem ich vor 3 Wochen eine Überdosis Cannabis konsumiert habe die urplötzlich einen nahezu LSD gleichen Zustand (also das volle visuelle Programm) induziert hat, welcher wiederrum eine Panikattacke nach sich zog die der vom vorletzten LSD-Trip aufs Haar glich. Seitdem flimmert mein Blickfeld, wenn ich einen bestimmten Punkt länger fixiere, Gegenstände bewegen sich wenn auch fast schon vernachlässigbar minimal, ich habe Schwierigkeiten meine Gedanken auf einen bestimmten Punkt zu konzentrieren der nicht unmittelbar mit meiner Beschäftigung zu tun hat, ich habe Depris (ich kann allerdings nicht beurteilen ob die (gesetzt den Fall ich habe HPPD) damit zusammenhängen, die habe ich nämlich schon seit 2 Jahren und mit Drogen hab ich erst danach angefangen), kiffen ruft LSD ähnliche Farbvisuals hervor, rauchen verstärkt das Flimmern sowie die Bewegungen der Gegenstände und ich habe eigentlich durchgängig leichte Schmerzen im Hirnfrontlappen (der ist doch für die Wahrnehmung zuständig oder?).
        Ich kann meine Gedanken einfach nicht von dieser Thematik lösen. Was ich jetzt gerne wissen würde: handelt es sich dabei um HDDP und wie kann ich meine Gedanken von diesem Thema ablenken? Ich sitze hier im Urlaub mit meinen Eltern fest denen ich davon nichts erzählen will und meine bisherigen Methoden meine Gedanken abzulenken funktionieren nicht mehr – mir sind die Bücher ausgegangen und ein Schachbrett ist nicht zugegen, ansonsten gibt es hier wortwörtlich NICHTS. Schade drum, denn Beschäftigung mit den erwähnten Dingen hat die Symptome immer komplett kaschiert.
        Vielen Dank für eine Antwort schon mal im Vorraus.
        MfG

        1. Hallo Jakob,

          vielen Dank fürs das Lob bezüglich des Artikels. 🙂 Es freut mich, dass er der Beste ist.
          Aber nun zu deinem nicht ganz so erfreulichen Problem:
          Es ist schwer zu sagen, ob bei dir HPPD vorliegt oder ob die Verarbeitung deines Trips noch nicht abgeschlossen ist – wobei HPPD auch oft ein Begleitsymptom ist, wenn jemand Probleme hat, die Erfahrung eines Trips zu intergrieren. Durch die zeitliche Verschiebung, könnte es auch sein, dass dein HPPD vom Cannabis kommt, was durchaus möglich ist. In beiden Fällen braucht dein Gehirn bzw. dein Verstand jetzt vor allem Ruhe und Zeit, um dein Neurotransmitterhaushalt zu stabilisieren und deine Erfahrungen zu intergrieren.

          Du schreibst, dass du noch gekifft und geraucht hast danach. Kiffen würde ich vorerst komplett einstellen und das Rauchen an sich auch. Nikotin kann in hohen Dosen selbst Halluzinationen auslösen, und wenn die Rezeptoren im Gehirn durch LSD-Konsum bereits sensibilisiert sind, dann reichen oft bereits geringe Dosen hierführ aus. Nikotin wirkt durch seine Stimulierung der nicotinischen Acetylcholinrezeptoren dazu, dass sich der Spiegel aller Neurotransmitter erhöht, was zu Verstärkung jeglicher Ungleichgewichte und Übererregungen führt. LSD verändert einiges im Gehirn für längere Zeit, aber es wird sich alles wieder normalisieren.
          Naja, bis auf das mit dem Cannabis vielleicht:
          Ich kenne einige Leute, die nachdem sie LSD genommen haben, nicht mehr kiffen konnten/wollten, weil sie dann immer angefangen haben zu trippen. Es gibt keine mir bekannten Studien dazu, aber LSD scheint bei vielen Menschen permanent zu verändern, wie sie auf Cannabis reagieren. Hier ein Video zu dem Thema: https://www.youtube.com/watch?v=ruokJEMETlA

          Für die visuelle Verarbeitung ist der visuelle Cortex zuständig, der im Hinterkopf liegt, während der Frontallappen mehr für die emotionale Kontrolle zuständig ist. Für die Wahrnehmung ist eher der zentralliegende Thalamus zuständig, dort wirkt auch LSD. Allerdings kannst du keine Schmerzen im Frontallappen haben. Das Gehirn besitzt an sich keine Schmerzrezptoren, weshalb man auch Gehirn-OPs oft ohne Betäubung durchführt. Die Schmerzen, die du spürst, sind entweder eine Stirnhöhlenentzündung, Spannungskopfschmerzen vom Stress oder psychosomatisch, also eingebildet. Ich würde es jetzt auf den Stress schieben.

          Ich steckte mal selber in der gleichen Situation wie du – HPPD und Familienurlaub. War sehr stressig, aber das HPPD verschwand nach der Rückkehr dann langsam und mittlerweile ist es seit über einem Jahr ganz weg. Ich kann dir nur raten, dich nicht zu stressen und auch nicht zu sehr zwanghaft abzulenken. Akzeptiere diese Visuals, vermeide Koffein, Nikotin, Cannabis und alle anderen Drogen, bleibe ruhig und führe vielleicht Tagebuch oder versuch kreativ zu schreiben, wenn du nichts mehr zu lesen hast. Ansonsten kannst du dir auch eBooks über die Kindle-App auf dein Smartphone ziehen. Mir hat Bücherschreiben sehr über diese Phase hinweggeholfen.

          Ich wünsche dir Gute Besserung 🙂
          Würde mich freuen, wenn du dich wiedermelden würdest, (auch gern via Mail autor@leveret-pale.de) wenn sich etwas verändert oder besser/schlimmer geworden ist.
          LG Leveret

  2. Hey, klasse Beitrag und sehr informativ!
    Ich meine ich leide unter HPPD und les das mit dem Nikotin, Speed, etc.. Ich hab bis jetzt alles Konsumiert das ganze ist ca 2 Monate her und so hab die tage entlang hab ich auch konsumiert.. speed 1x sonst fast jeden tag kaffe und evtl ne kippe. Verschlimmert das das ganze noch mehr oder lässt es anhalten?

    1. Vielen Dank 🙂
      Also vor allem das Speed / Amphetamin und auch das Nikotin können das HPPD verschlimmern und sie werden definitiv verhindern oder zumindest es stark verlangsamen, dass das HPPD weggeht. Allerdings ist das jetzt nur ein Erfahrungswert und logisch begründbar, da sie den gleichen Neurotransmitterhaushalt (Serotonin und Noradrenalin) aus dem Gleichgewicht bringen, wie Psychedelika. Ich würde versuchen zumindest auf das Speed und die Kippe für einige Monate zu verzichten, wenn du willst, dass das HPPD weggeht. Kaffee kann ebenfalls auf HPPD eine Auswirkung haben, wenn es sich allerdings in geringen Mengen, also maximal eine Tasse am Tag, hält, dann ist das in Ordnung.
      Jeder Mensch reagiert allerdings unterschiedlich auf Drogen und ich bin auch kein Arzt, weswegen ich dir darauf auch keine verbindliche Antwort geben kann.

      1. Wirklich sehr guter Beitrag danke dafür !
        Finde es wird wirklich viel zuwenig über dieses Thema gesprochen obwohl es doch verbreiter ist als man denk bzw doch etwas häufiger auftritt als man denk wenn man sich auf foren durchliest oder einfach bischen googlet wundernt man sich doch wie verbreitet es ist. Für mich ist allerdings nach dieses Artikel noch nicht ganz die frage geklärt wie es mit Alkohol aussieht? Zu Kaffee und Nikotin sagst du deutlich man sollte drauf verzichten. Wie sieht das bei Alkohol aus ? Würde mich gerade brennend interessieren da ich überlege um mein Hppd ganz loszuwerden auf Kaffee und Nikotin ( in form von E zigarette) zu verzichten. Bei Alkohol steht es bei mir noch nicht fest da ich mir nich sicher bin ob es überhaupt sinnvoll wäre.
        Danke für eine Antwort und allgemein für deinen Beitrag zu einem doch sehr wichtigen Thema !

        1. Hallo Mayners,

          Vielen Dank für das Lob 🙂
          Alkohol wirkt sich nicht so schlimm auf das HPPD aus, wie Koffein und Nikotin, hat aber auch negative Auswirkungen. Bei HPPD handelt es sich ja primär um eine Störung des Serotoninhaushalts und Alkoholkonsum wirkt primär über das GABA- und Dopaminsystem, lässt dabei aber den Serotoninspiegel auch zuerst ansteigen und danach wieder abfallen, wenn auch nicht in dem Maße wie Nikotin und Koffein. Ich würde an deiner Stelle zuerst auf Nikotin und Koffein verzichten und Rauschtrinken vermeiden, und wenn nach 6 Wochen noch immer keine Besserung beim HPPD zu sehen ist, dann würde ich auch den Alkoholkonsum reduzieren. Da jeder Mensch anders auf Substanzen reagiert, kann man schlecht pauschal sagen, ob und wenn ja wie sehr Alkohol die Entwicklung von HPPD beeinflusst.

      2. Wirklich sehr guter Beitrag!
        Finde es wird viel zuwenig über dieses Thema gesprochen obwohl es doch verbreiter ist als man denk bzw doch etwas häufiger auftritt alleine wenn man sich auf foren durchliest oder einfach bischen googlet wundert man sich doch wie verbreitet es ist. Für mich ist allerdings nach diesen Artikel noch nicht ganz die frage geklärt wie es mit Alkohol aussieht? Zu Kaffee und Nikotin sagst du deutlich man sollte drauf verzichten. Wie sieht das bei Alkohol aus ? Würde mich gerade brennend interessieren da ich überlege um mein Hppd ganz loszuwerden auf Kaffee und Nikotin ( in form von E zigarette) zu verzichten. Bei Alkohol steht es bei mir noch nicht fest da ich mir nich sicher bin ob es überhaupt sinnvoll wäre.
        Danke für eine Antwort und allgemein für deinen Beitrag zu einem doch sehr wichtigen Thema !

  3. Super Beitrag, finde ich auch!!
    Habe seit meinem letzten LSD Konsum inklusive Badtrip auch hppd ähnliche Symptome, die mir große Sorgen bereiten.. Der Trip war auf einem Festival mit viel zu vielen Menschen und keinerlei Ausweichmöglichkeiten.. Hatte wenig geschlafen/gegessen hab mir darüber aber nicht weiter Gedanken gemacht. Die ersten 5 Stunden waren klasse aber dann hatte ich als ich mitten in der Menge stand und von allen Seiten angerempelt und angelabert wurde für ein paar Sekunden ein furchtbaren Gefühl dass mir alles zu viel wurde ( Ich schätze eine derbe Reizüberflutung).. mein erster Badtrip. Hab das dann unterdrückt und den Trip nicht mehr genossen/ausgelebt was warscheinlich ein rießen Fehler war.. beim runterkommen kam das Gefühl wieder hoch.. kontte dann nicht schlafen und hab furchtbare Kopfschmerzen bekomen sobald ich die Augen geschlossen hab.
    Die ersten Tage danach war ich unglaublich depressiv, konnte nicht essen/verdauen, hab mich noch nie so schlecht gefühlt.
    Seit ich wieder essen kann geht es besser aber folgenden Symptome haben sich festgesetzt:

    – sehe alle Farben und Muster intensiver
    – die Gesichter der Menschen wirken leicht grotesk (wie auf einem leichten Pilztrip)
    – habe total intensive Träume (könnte auch daran liegen, dass ich nicht mehr kiffen kann)
    – visial Snow aber nicht sehr stark
    – ich sehe meine eigene Nase
    – kann mich noch nicht gut auf Gespräche anderer Konzentrieren bzw hab dann Fragen im Kopf die ich nicht ausspreche
    – hab Angst und keine Lust vor/auf Leute, will aber andererseits nicht alleine sein
    – bin immernoch heftig verpeilt
    – bin sehr niedergeschlagen weil ich nicht fassen kann, dass ich mein altes Leben einfach so aus der Hand gegeben hab

    der Trip ist jetzt über eine Woche her und ich mache mir große Sorgen..
    Vielleicht weiß hier jemand Rat oder kann meine Situation einschätzen bzw Ratschläge geben was helfen könnte (außer Sport, gesunde Ernährung und kein Drogenkonsum)
    Liebste Grüße und vielen Dank über Antworten würde ich mich rießig freuen!!!

  4. Wirklich guter Artikel! Ich selbst errlebe nach diversen Trips immer wieder „Flashbacks“ beim Kiffen. Allerdings kann ich diese Zustände durchaus als zusätzliche „Bonussymptome“ nehmen. So eine Art „Gratistrip“ 😉 Sobald ich vom Cannabis wieder unten bin habe ich dann diesbezüglich auch keine Probleme mehr. Ich LIEBE HPP(D)!

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