Friedrich Nietzsche – Das Freiheitslexikon

Vor kurzem hatte ich bereits die Freude eine kurze Biographie über den großen Schriftsteller George Orwell für das Freiheitslexikon des Prometheus-Instituts  zu verfassen. Nun hatte ich die Ehre als zweiten Text einen Artikel über Friedrich Nietzsche beizutragen. Wer mich etwas besser kennt, der weiß, dass Friedrich Nietzsche für mich mehr ist, als bloß ein Schriftsteller oder Philosoph. Er ist für mich eher ein alter Freunde und intellektueller Ziehvater. Seine lyrische Prosa inspiert und motiviert mich bereits seit vielen Jahren und damit mein ganzes literarisches Schaffen hindurch immer wieder zu neuen Texten und Taten, und leitet mich immer wieder zum freien Denken an. Vor allem meine drei Bücher „Das Erwachen des letzten Menschen„, „Crackrauchende Hühner: Nihilist Punk“ und „Der Apfelsmoothie der Erkenntnis“ sind maßgeblich von Nietzsche, Camus und Sartre geprägt. Während meiner Schulzeit fand ich immer Zuflucht und Gesprächstoff in Nietzsche. Die Seidlvilla in München, in welcher das Nietzsche-Forum ansäßig ist, ist bis heute einer meiner Lieblingsorte, um mich mit Gleichgesinnten und Freunden zu treffen. Entsprechend euphorisch schrieb ich inmitten meiner Nietzsche-Ausgaben den Beitrag an einem Wochenende nieder, der dadurch etwas überlang und ausführlich ausgefallen ist, vielleicht etwas zu sehr eine Hommage und eigene Interpretation, und deshalb noch etwas gekürzt werden musste. Nun ist er aber online und wird, wie ich hoffe, trotzdem diesem brillianten Denker gerecht.

Nietzsche, Friedrich

von Nikodem Skrobisz

Es ist keine allzu große Übertreibung, die Philosophie der Postmoderne als ein bloßes Donnern aufzufassen, das dem Blitz Friedrich Nietzsche folgt. Der unzeitgemäße Visionär sprengte die Fundamente des westlichen Denkens und inspiriert mit seinen Aphorismen Generationen von Künstlern, Philosophen, Wissenschaftlern, Musikern und Schriftstellern zu neuen kulturellen Höhenflügen und mutigen Perspektiven. Doch zugleich ist er der wahrscheinlich am häufigsten missverstandene und politisch missbrauchte Denker der abendländischen Geschichte. Das Bild, welches heutzutage in den meisten Köpfen von Nietzsche existiert, ist daher oft ein verzerrtes und mystifiziertes. Hinter dem Mythos „Nietzsche“ entdeckt man jedoch einen brillanten Poeten und kompromisslosen Ikonoklasten, der wie kein Zweiter für die Freiheit des Denkens und des Individuums eintrat, und als Erster die Schrecken vorhersah, die Nihilismus, Etatismus und Kollektivismus über die Menschheit bringen.

Biographie

Friedrich Wilhelm Nietzsche wurde als Sohn des lutherischen Pfarrers Carl Ludwig Nietzsche und der Pfarrerstochter Franziska Oehler am 15. Oktober 1844 in dem sächsischen Dorf Röcken geboren. Bereits als Schüler zeigte er eine ausgesprochene Hochbegabung. Er schrieb Gedichte, komponierte Musikstücke und fiel mit ausgezeichneten Noten auf, sodass die elitäre Landesschule Pforta ihn 1858 als Stipendiaten aufnahm. Dort lernte er nicht nur die eiserne Disziplin, mit der er später seine philosophischen Arbeiten anfertigte, sondern entwickelte auch erste eigene Ideen und eine Faszination für Richard Wagner. Es entfalteten sich in der Schulzeit damit bereits die zwei Gegensätze, die sein restliches Leben und sein gesamtes Werk bestimmen sollten: einerseits Nietzsches Leidenschaften für Musik, Literatur und Kunst (in seinen Worten: das „Dionysische“); anderseits sein Streben nach Rationalität und Selbstbeherrschung (das „Apollinische“).

Mit 20 Jahren nahm Nietzsche das Studium der klassischen Philologie und der evangelischen Theologie in Bonn auf. Bereits nach einem Semester brach er jedoch aufgrund seines Atheismus das Theologiestudium ab und folgte 1865 dem Philologie-Professor Friedrich Ritschl nach Leipzig. Noch bevor er einen Abschluss hatte, wurde Nietzsche mit nur 24 Jahren aufgrund seiner Brillanz als außerordentlicher Professor für Klassische Philologie an die Universität Basel berufen. Er nutzte den Umzug nach Basel, um die preußische Staatsbürgerschaft abzugeben und für den Rest seines Lebens staatenlos zu bleiben. […]

Den Rest meiner Kurzbiographie zu Friedrich Nietzsche könnte ihr im Freiheitslexikon nachlessen: https://freiheitslexikon.de/friedrich-nietzsche/

 

Einen Überblick meiner Beiträge zum Freiheitslexikon findet ihr auf meiner dortigen Autorenseite: https://freiheitslexikon.de/author/nikodem-skrobisz/ Das Prometheus-Institut hat dieses Projekt initiiert um ein deutsprachiges, digitales Lexikon der Freiheit zu schaffen. Wenn ihr euch mal mit verschiedenen freiheitlichen Ideen, Konzepten und Personen auseinandersetzen wollt, ist das die perfekte Anlaufstelle und ich freue mich sehr darüber, etwas dazu beizutragen. An ein paar weiteren Kurzbiographien arbeite ich auch schon bereits 😉 Informationen zum Prometheus-Institut findet ihr auf deren Webseite: https://prometheusinstitut.de/


Beitragsbild von Gustav-Adolf Schultze (d. 1897) – Nietzsche by Walter Kaufmann, Princeton Paperbacks, Fourth Edition. ISBN 0-691-01983-5, Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=95963

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Nikodem Skrobisz

Nikodem Skrobisz, auch unter seinem Pseudonym Leveret Pale bekannt, wurde am 26.02.1999 in München geboren. Er ist als Journalist und Schriftsteller tätig und hat bereits mehrere Romane und Kurzgeschichten publiziert, die meist philosophische und gesellschaftliche Themen behandeln. Zurzeit ist er Vorstandsmitglied des Bundesverband junger Autoren und Autorinnen e.V.. und studiert Kommunikationswissenschaften und Psychologie. Halbprivate Einblicke gibt es auf Instagram

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