Beginnt jetzt der Kampf um das Kratomverbot? – Mein Appell

Was bisher geschah

Vor langer Zeit, als ich noch so 16/17 Jahre alt war, beschäftigte ich mich viel mit Psychedelika und Ethnobotanik. Dabei stieß ich auf eine faszinierende, legale psychoaktive Pflanze, die in den USA damals bereits relativ populär war, aber in Europa ein Untergrunddasein führte: Kratom, ein Baum aus Südostasien, dessen Blätter in geringen Mengen wie Kaffee wirken, in großen so ähnlich wie Opium, und allen Anschein nach für viele Menschen ein segenreiches alternatives Heilmittel darstellen. Meinen ungewöhnlichen Nerdtendenzen dieser Zeit folgend, vertiefte ich mich in die Recherche zu dieser Pflanze, probierte sie einige Male selbst aus und entdeckte, dass sehr viele falsche und mitunter gefährliche Falschinformationen zu Kratom kursierten.

Da es kein deutschsprachiges Buch zu Kratom gab, Foren mit Falschinformationen von Kratomhändlern gespickt und die Ausführungen in Enzyklopädien dazu nur mangelhaft waren, entschloss ich mein Wissen zusammenzutragen, in die Kratomszene einzutauchen, etwas Gutes zu tun und aufzuklären. Ich schrieb das erste deutschsprachige Buch über Kratom sowie Artikel, die ungewöhnlich gut rezipiert wurden und zu denen ich bis heute noch ab und zu Lesermails bekomme. Auch in meinem Roman Crackrauchende Hühner: Nihilist Punk, baute ich Kratom als die Lieblingsdroge des bizzaren und etwas verrückten Hauptcharakters Nathan ein, weil zu ihm nur so eine exotische Substanz passte. Ich fand es einfach etwas skurill, dass soetwas wie Kratom legal war, wirkte und anscheind bei richtiger Anwendung das Leben vieler Menschen verbessert.

Eigentlich ist die Beschäftigung mit Ethnobotanik und Rauschmitteln ein Kapitel in meinem Leben, das ich mittlerweile weitestgehend abgeschlossen habe. Die Zeiten, in denen ich mich selbst zur Recherche mit K.O.-Tropfen ausknockte und zur Bewusstseinserweiterung Holzrosesamen kaute, sind vorbei. Ich bin nach aktuellen Stand sogar schon seit fast zwei Monaten Nichtraucher. Diese Themen spielen für mein Leben daher nur noch eine marginale Rolle insofern, dass ich bis heute in meinen Kurzgeschichten und Romanen Drogenkonsum gerne als Symbol verwende – sei es für Realitätsverlust, Deliquenz, moralischen Verfall oder schlicht Wahnsinn – und noch Kontakt mit Freunden aus der Psychonautenszene pflege. Ansonsten lebe ich, wie man an meinem Wandel zum Anzugträger auf Instagram sehen kann, mittlerweile eher ein ernüchtertes Erwachsenendasein.

Entsprechend habe ich auch Kratom weitestgehend aus den Augen verloren. Ich habe lediglich an den steigenden Verkaufszahlen des Kratombuches bemerkt, dass das Thema wohl auf immer größeres Interesse stößt. Das ist ziemlich ungewöhnlich, denn normalerweise sinken Verkaufszahlen einige Monate nach der Veröffentlichung asymptotisch gegen 0 und dieses Buch springt seit drei Jahren hingegen immer wieder bei Amazon in den jeweiligen Genres auf Platz 1 im Ranking. Ich dachte mir aber dabei nicht allzu viel, da ich mich mit meinem Studium und neuen Büchern auf ganz neue Themen konzentiere und konzentrieren will. Ich korrigierte das Buch nur zwischendurch einige Mal in Form neuer Auflagen, da das kleine Projekt einige Formfehler enthielt, die man halt so als 16-jähriger macht, der zwar einiges an Informationen aufsaugen und zusammenfassen kann, aber nunmal öfters daneben tippt und auch eher vom richtigen Zitieren nichts versteht und das Ergebnis über eine Print-on-demand-Plattform selbst veröffentlicht.

Nun könnte und wollte ich eigentlich dieses alte Jugendprojekt und das Thema Kratom so auf sich beruhen lassen, aber die momentane Lage hat mich dazu gebracht mich wieder öffentlich zu äußern.

Eine verhängnisvolle Nachricht

Vor kurzem erhielt ich eine E-Mail von einer augenscheinlich besorgten Kratomkonsumentin. Sie berichtete mir davon, dass im Kratom-Forum https://forum.kratom.ink/ einige heiße Diskussionen entfacht worden wären, Sorgen sich breitmachen würden und auch mein Name dabei mehrmals fiel. Das Kratomforum ist das wohl größte deutschsprachige Portal, auf dem sich Kratom-Konsumenten über Konsummethoden, Sorten und Quellen ihres legalen und oft medizinisch motivierten Kratomkonsums austauschen können. Es existierte noch nicht, als ich mein Buch schrieb, was wohl bezeichenend dafür ist, wie die Szene sich entwickelt hat seitdem.

Die neusten Entwicklungen

Die Userin machte mich darauf aufmerksam, dass in der Kratomszene sich zunnehmend Paranoia breitmacht und man sich vor einem möglichen, baldigen Verbot von Kratom fürchtet. Was nicht ganz unberechtigt ist. Es kursieren anscheinend in Indonesien Gerüchte darüber, dass der Anbau und Export von Kratom dort verboten werden soll. Wenn das passiert, dann sind die ganzen Bemühung von Kratomaktivisten und Organisationen wie der American Kratom Association ( https://www.americankratom.org/ ), die dazu beitrugen, dass ein bundesweites Verbot von Kratom in den USA verhindert werden konnte, vergeblich, da fast das gesamte Kratom weltweit in Indonesien angebaut wird. Wenn es dort verboten wird, wird es auch im Rest der Welt kaum noch erhältlich sein.

Abgesehen von den beunruhigenden Entwicklungen in den Anbauländern, wird auch Kratom in Europa immer weiter verboten und in den USA zunehmend reguliert. In den Niederlanden kann man Kratom nachwievor sogar in Läden in Pillenform kaufen und in Deutschland ist Kratom noch online als Farbe oder Anschauungsmaterial erhältlich, aber drumherum schließt sich zunehmend der Kreis. In Polen, Dänemark und vielen anderen Ländern ist Kratom verboten, seit 2017 sogar in der Schweiz.

In den letzten Jahren verfolgte die deutschsprachige Kratomszene die Strategie möglichst den Ball flachzuhalten und Kratom als einen Geheimtipp zu bewahren, sodass man nicht wie in den USA im Fernsehen debattiert wird und die Behörden nicht aufmerksam werden. Die Strategie ging bisher einigermaßen auf und tatsächlich stufte der Sachverständigenausschuss für Betäubungsmittel bei der Bundesopiumstelle in den letzten Jahren Kratom wiederholt als ein Mittel ein, welches nicht relevant genug ist, um dagegen Gesetze zu erlassen.

Aber es ist fragwürdig, wie lange das noch so gut geht. Es scheint alles dagegen zu deuten, denn Kratom wird immer populärer und da es ein unkontrolliertes Psychoaktivum ist, ist es nicht nur eine potentielle Zielscheibe für unsere kontrollwütigen Behörden, sondern auch für Interessengruppen aus der Pharmaindustrie, die in Kratom ein frei erhältliches Konkurrenzprodukt zu synthetischen Opioiden, medizinischem Cannabis und Antidepressiva sehen könnten. Abgesehen davon, schwappt auch der Trend langsam aber unaufhaltsam von den USA nach Europa über. Immer mehr deutschsprachige Blogger, Influencer und YouTuber, wie zum Beispiel Simon Ruane, thematisieren Kratom. Sogar in einem Interview im Spiegel mit einen meiner Lieblingsautoren, Breat Easton Ellis, wurde Kratom zu meiner Überraschung vor kurzem am Rande erwähnt. Entsprechend häufen sich mittlerweile auch Seiten, wie die der Verbraucherzentrale, Medwatch oder die der von Scientology geführten Foundation for a Drug-free World, die vor Kratomkonsum warnen und es mitunter als tödliches Risiko bezeichnen. Man kommt nicht drumherum den Eindruck zu gewinnen, dass langsam der Weg für ein Verbot auch in Deutschland geebnet werden soll.

Wir brauchen eine Diskussion über Kratom bevor es verboten wird

Ich befürchte, langfristig wird es in Deutschland eine Diskussion darüber geben, ob Kratom legal bleiben soll oder verboten wird – oder ich hoffe zumindest, dass es eine Diskussion geben wird. Denn wenn es keine öffentliche Diskussion darüber gibt und der Allgemeinheit nicht die positiven Seiten von Kratom bekannt werden, dann kann Kratom das gleiche Schicksal erleiden wie der Atztekensalbei oder  1p-LSD, und einfach durch neue Gesetze oder Gesetzesänderungen still und heimlich verboten werden. So ein Verbot könnte ungehindert durchgesetzt werden, wenn es keine demokratische Diskussion darüber gibt, ob es wirklich sinnvoll ist, diese Pflanze komplett zu verbieten und ihre Nutzer kriminalisieren, oder ob es nicht besser wäre, wenn Erwachsene selber darüber entscheiden könnten, ob sie bestimmte Substanzen einnehmen wollen oder nicht. Und wenn so ein Verbot einmal erlassen wurde, lässt es sich in der Regel nicht mehr einfach zurückdrehen, wie Jahrzehnte der Cannabis-Prohibition oder das Verbot von Salvia Divinorum 2008 zeigen.

Im Gegensatz zu Cannabis, 1p-LSD, Salvia und all den anderen Substanzen, die bereits verboten wurden, besteht bei Kratom die Chance ein Verbot zu verhindern, indem Aktivisten wie in den USA in einer öffentlichen Diskussion Kratom so etablieren, dass es nicht mehr einfach so verboten werden kann.

Die Gründung eines Kratomverbands

Dass diese öffentliche Diskussion unvermeitbar wird langfristig, haben mittlerweile auch einige User des Kratomforums erkannt und es wird die Gründung eines deutschen Kratomverbands nach dem Vorbild der American Kratom Association diskutiert und wohl auch geplant: https://forum.kratom.ink/index.php/Thread/701-Gr%C3%BCndung-eines-Kratomverbands/ Ich begrüße diese Idee vollkommen, denn es ist wichtig, dass die Stimme derer gehört wird, deren Leben von dieser einzigartigen und kuriosen Pflanze, die Kratom ist,  verbessert und bereichert wird. Ich konsumiere selber zwar kein Kratom und ich würde niemals jemanden empfehlen es zu tun, aber genauso wenig kiffe ich und dennoch glaube ich wie viele andere auch, dass sowohl Kratom als auch Cannabis für Erwachsene legal erhältlich sein sollten.

Meine Meinung

Ich bin kein Arzt und auch kein professioneller Psychologe. Ich bin gerade mal am Ende des zweiten Semesters meines B.A. Psychologie Studiums. Ich bin nur ein junger Schriftsteller, der etwas rumgekommen ist und eine Menge gelesen hat, weshalb ich nicht mit einem Titel oder einer eigenen wissenschaftlichen Studie im Rücken Argumente vom Stapel lassen kann. Ich habe nur Geschichten im Gepäck, aber die haben es in sich: Ich habe während meiner Recherchen zu meinem Kratombuch nicht nur unzählige wissenschaftliche Arbeiten gelesen, sondern währenddessen und auch danach von unglaublich vielen Personen geschrieben und erzählt bekommen, wie Kratom ihr Leben verbessert hat.

Millionen Menschen verwenden Kratom als ein Mittel, um damit erfolgreich von harten Opioiden wie Heroin und Oxycodon wegzukommen und wieder ein normales Leben zu führen, ihre chronische Schmerzen zu behandeln oder sich das Wochenende zu versüßen. Ich habe sogar an meiner Uni durch Zufall einen Studenten kennengelernt, der seit langem Kratom nimmt und seiner Aussage nach dadurch überhaupt erst studiumsfähig ist, weil er seit einem Unfall unter chronischen Schmerzen leidet und die herkömmlichen Schmerzmittel, die Ärzte ihm verschreiben, ihn viel zu müde machen. Und von solchen Erfahrungen berichten Menschen massenweise. Man kann sie bei Reddit, im Land der Träume, im Kratomforum und zahlreichen weiteren Onlineportalen nachlesen.

Wie man es dreht und wendet, hat Kratom offensichtlich viel medizinisches Potential und ist auch ein sozialverträgliches Genussmittel. Es lindert Schmerzen und es macht je dach Dosierung den Nutzer produktiv oder zu einen entspannten und heiteren Zeitgenossen, ohne dass es Leute in ein agressives Delirium schickt, wie es Alkohol oft tut. Deshalb und weil ich generell wenig von staatlicher Bevormundung halte, spreche ich mich vehement gegen ein mögliches Verbot von Kratom aus und möchte auch öffentlich mich dazu positionieren.

Natürlich ist Kratom aber dennoch nicht ungefährlich. Genauso wie es viele positive Geschichten gibt, gibt es auch negative Berichte zum Kratomgebrauch. Ich glaube zwar nach allem, was ich erlebt habe, dass es deutlich sicherer als Alkohol ist, aber es hat auch seine dunklen Seiten, die noch nicht annähernd gut erforscht sind. Es kann offenbar süchtig und abhängig machen, schließlich ist es ein Opioid, weshalb es auch nicht in die Hände von Jugendlichen gehört (ich weiß, das klingt ironisch bei meiner eigenen Geschichte mit Kratom, aber es ist ernst gemeint). Es kann anscheinend zu Leberschäden führen. Ich selbst konsumiere Kratom nicht mehr, seitdem ich mir bei meinem letzten Versuch damit so sehr den Magen verdorben hatte, dass ich ein Krankenhaus aufsuchte. Und auch wenn solche Vorfälle meinem Eindruck nach selten sind und die meisten Menschen Kratom vertragen, berichten auch immer wieder andere von Vergiftungen durch Kratom, das wahrscheinlich mit Salmonellen oder Pestiziden verseucht oder absichtlich mit synthetischen Mittel gepanscht war.  Vereinzelt kommt es auch zu Todesfällen, weil schlecht informierte Menschen Kratom mit anderen Substanzen mischen, was zu gefährlichen bis tödlichen Wechselwirkunge führen kann. (Um soetwas zu verhindern habe ich auch das Buch geschrieben.)

So wie Kratom zurzeit als semi-legales Pflanzenpulver vertrieben wird, ist es nicht wirklich sicher. Es gibt keine allgemeinen Qualitätskontrollen, niemand weiß so genau wie das Kratom angebaut und verschickt wird. Deshalb würde ich auch niemanden empfehlen Kratom zum aktuellen Zeitpunkt zu konsumieren!

Die Händler drücken sich auch selbst vor einer rechtlichen Verantwortung, indem sie einfach auf die Packung  soetwas schreiben wie „nicht zum menschlichen Verzehr bestimmt“ – dass die Leute es aber dann trotzdem zu einen grünen Kratomsmoothie aufgießen und trinken, wissen aber wahrscheinlich alle Beteiligten, weshalb das nicht lange gut gehen kann. Irgendwann wird auch in Deutschland jemand mit Kratom etwas dummes tun und die Medien es dann in einem Sommerloch zu einer Horrorstory hochschaukeln bis der Verbotshammer knallt und wir in Deutschland den Zugang zu einer weiteren wertvollen Pflanze verloren haben und unzählige Menschen, die Kratom als Substitutionsmtitel verwenden, werden aufgeschmissen sein und sich wieder in die Kriminalität gedrängt fühlen.

Deswegen bin ich der Meinung, dass bevor soetwas passiert, Kratom besser erforscht werden muss und wir auch mehr Aufklärung brauchen und auch öffentlich über die positiven Aspekte von Kratom reden. Mehrere Kratomhändler haben bereits regelmäßige Labortests ihrer Waren eingeführt – oder behaupten es zumindest. Ich kenne keinen Kratomhändler persönlich (nur im Zuge meiner Recherchen übers Internet hatte ich Kontakt zu einigen) und bin auch nicht in den Kratomhandel involviert, weshalb ich auch nicht so viel darüber weiß, was hinter den Kulissen abläuft. Insgesamt kann man aber anhand der Kratomszene beobachten, wie sich ein Markt sehr gut selbst reguliert und eigene Standards setzt.  Dennoch wissen wir zu wenig über die Langzeitfolgen und die möglichen Verunreinigungen des Kratoms. Um die Konsumenten zu schützen, brauchen wir daher auch mehr unabhängige Forschung und Qualitätssicherung, aber auch eine Anerkennung von Kratom als Genussmittel und alternatives Heilmittel, sollte eine weitere Erforschung nicht irgendeine Art von gefährlicher Nebenwirkung zu Tage bringen, die zurzeit noch nicht bekannt ist.

Aber solche Dinge lassen sich einrichten. Unterm Strich überwiegen für mich persönlich klar die Argumente dafür Kratom als legales psychoaktives Mittel in unserer Gesellschaft zu akzeptieren und weiter zu integrieren. Damit das aber auch klappt, müssen wir darüber reden, was Kratom ist, bevor es die Prohibitionisten tun.

Mein Appell

Wir brauchen eine Diskussion über Kratom und wir sollten alles daran setzen, dass Kratom legal bleibt und besser erforscht wird. Deswegen appelliere ich an diejenigen, die sich mit Kratom auskennen und um dessen Wert wissen oder denen schlicht die Freiheit der Menschen vom staatlichen Paternalismus am Herzen liegt, bei der Gründung des Kratomverbands zu helfen. Die Freiheit der Menschen Kratom nutzen zu dürfen, sollte bewahrt werden und dafür müssen wir uns auch zivilgesellschaftlich engagieren, wie es die Aktivisten mit der American Kratom Association in den USA bereits vorgemacht haben.

EDIT: Es gibt ein Update: https://leveret-pale.de/kratomverbot-update


Hinweis: Trotz sorgfältiger Recherche, ist der Autor nur ein Laie, der keine medizinische oder juristische Beratung geben kann und entsprechend nicht für Richtigkeit der in diesem Text präsentierten Informationen bürgen kann. Der Autor haftet nicht für mögliche Schäden, die durch die Verwendung der Informationen entstehen können. Dieser Text dient der Aufklärung und soll nicht zum Drogenkonsum animieren. Dieser Text fungiert nicht als Rechtsberatung. Bei rechtlichen Fragen, wenden Sie sich an ihre lokalen Behörden oder einen Juristen. Bei gesundheitlichen Fragen, wenden Sie sich an ihren Arzt oder Apotheker. Nehmen Sie Medikamente oder Drogen nur in Absprache mit ihrem Arzt und im Einklang mit dem geltenden Recht!


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Nikodem Skrobisz

Nikodem Skrobisz, auch unter seinem Pseudonym Leveret Pale bekannt, wurde am 26.02.1999 in München geboren. Er ist als Journalist und Schriftsteller tätig und hat bereits mehrere Romane und Kurzgeschichten publiziert, die meist philosophische und gesellschaftliche Themen behandeln. Zurzeit ist er Vorstandsmitglied des Bundesverband junger Autoren und Autorinnen e.V.. und studiert Kommunikationswissenschaften und Psychologie. Halbprivate Einblicke gibt es auf Instagram

4 Gedanken zu „Beginnt jetzt der Kampf um das Kratomverbot? – Mein Appell

  • Lieber Leveret Pale,

    ein Leser Deines Blogs hat uns auf diesen Artikel im Kommentarbereich unseres Kratomartikels ( https://www.zauberpilzblog.net/kratom-kaufen-legal-bestellen/ ) hingewiesen.

    Vielen Dank für die wertvollen Informationen! Sollte der Anbau in Indonesien tatsächlich verboten werden, wäre das ein fatales Signal! Die Produktion würde wohl in die Nachbarländer ausgelagert werden, allerdings stiegen zunächst einmal die Preise und die Produktionsverlagerung würde viel Zeit brauchen. Wahrscheinlich müssten ganze Plantagen neu bepflanzt werden, was entsprechend dem Kratombaumwuchs dann einige Jahre dauert.

    Eine andere Problematik stellt jene der drohenden Prohibition dar. Sollte man Kratom verbieten, so würde zwar der Kauf und Versand immer noch möglich sein, da sicherlich nicht alle EU-Länder mitziehen und die Shops dann dahin emigrieren (und innereuropäischer Versand im Regelfall problemlos klappt, siehe Zauberpilze, Salvia und co aus Holland). Jedoch wäre es dann eben illegal, was grundsätzlich eine große Schwierigkeit mit sich brächte (bis hin zu führerscheinrechtlichen Fragen).

    Inwiefern allerdings ein Kratomverband hier Abhilfe schüfe, erschließt sich uns noch nicht. Könnte dadurch nicht erst recht die Aufmerksamkeit auf diese Droge gelenkt werden? Der wohl einzige Grund, weshalb Kratom noch nicht verboten wurde, liegt in dessen schwierigem Konsum: der Geschmack ist so eklig, dass die meisten sich beim ersten Mal erbrechen und es nie wieder anrühren. Auf diese Weise findet es keine Verbreitung. Hat denn der amerikanische Kratomverband nachweislich Positives bewirkt oder eher unwillkommene Aufmerksamkeit generiert?

    Liebe Grüße, das ZPB-Team 🙂

    Antwort
    • Liebes ZPB-Team,
      danke für den Kommentar und eure Arbeit. Freut mich, dass es über einen Leser wohl zu mir gefunden habt 🙂

      Wie ich in dem Artikel bereits erläutert habe, glaube ich nicht, dass Kratom noch allzu lange unterm Radar bleibt. Es verbreitet sich von selbst – durch Mundpropaganda, durch YouTuber usw. – man kann sogar Ärzte finden, die auf ihren Blogs darüber schreiben. Es wird auch so Aufmerksamkeit erlangen bzw hat sie eigentlich schon.

      Und ja, meiner Beobachtung nach, hat die AKA positiv gewirkt. In den USA konnten die von der American Kratom Association organisierten Aktionen und deren Lobbyarbeit dazu beitragen, dass das bundesweite Verbot, welches die DEA 2016 durchsetzen wollte, scheiterte. Sie haben die Stimmen der Kratomaktivisten und auch von Wissenschaftlern mobilisiert und als Gegengewicht zu den Verbotsversuchen der FDA und DEA etabliert. Momentan arbeiten sie auch daran, eine Delegation nach Indonesien zu schicken und mit den dortigen Kratomlobbyverbänden zusammenzuarbeiten, um auch gegen ein Verbot in Indonesien zu arbeiten. Ohne diesen amerikanischen Kratomverband, wäre Kratom meiner Meinung nach, in den USA möglicherweise schon bundesweit oder zumindest in deutlich mehr Bundesstaaten verboten. Langfristig wäre natürlich wünschenswert, wenn man die gesamte Drogenpolitik hinterfragen und ändern würde in Europa und eine Abkehr vom derzeitigen repressiven Modell erreichen könnte, aber sich dafür einzusetzen, dass Kratom neben den etablierten Kaffee, Tabak und Alkohol zu einer gesellschaftlich integrierten Substanz wird, wäre ein erster Schritt in die richtige Richtung. Ich denke das wäre auch wünschenswerter und zielführender, als der jetzige präkere Zustand.

      Das ist auch meiner Meinung nach die falsche Haltung, sich zusammenzukauern und zu hoffen, dass man möglichst lange nicht bemerkt wird. Kratomkonsumenten tun nichts moralisch verwerfliches und sollten sich auch nicht vor dem Staat oder der Gesellschaft irgendwie verstecken müssen. Dadurch, dass man das tut, gibt man implizit den Prohibtionisten in deren Mentalität recht, dass es etwas Schlimmes wäre, was eigentlich verboten sein müsste.

      Ziel sollte stattdessen sein, dass wir in Europa wie in manchen US-Bundesstaaten, Kava-Kava und Kratombars haben (dürfen), in denen Menschen ganz selbstverständlich in der Öffentlichkeit Getränke auf Kava oder Kratom Basis trinken können.

      Liebe Grüße,
      Nikodem

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