Frohes Neues Jahr 2019 – Resümee und Ausblick

Frohes Neues Jahr

Ich hoffe, ihr hattet alle erholsame Feiertage und einen guten Rutsch ins Neue Jahr. Während das Tagesgeschäft wieder seinen Lauf nimmt und die für mich als Student freien Tage ihr Ende nehmen, möchte ich kurz innehalten, um auf das vergangene Jahr 2018 zurückzusehen und einen Ausblick auf 2019 zu geben. 2018 war für mich als Privatperson und als Schriftsteller eine Achterbahnfahrt voller Veränderungen, Tief- und Höhepunkte, zahlreicher Erfolge und einigen harten Lektionen.

Die Erfolge

Schriftstellerisch

Ich veröffentlichte mit Der Apfelsmoothie der Erkenntnis einen neuen Roman, zwei Kurzgeschichte in den Anthologien von zwei verschiedenen Verlagen, eine Handvoll Artikel und mit The Awakening of The Last Man die erste englischsprachige Ausgabe eines meiner Bücher.

Abgesehen von den großen belletristischen Werken, betätigte ich mich aber 2018 auch zunehmend journalistisch. So arbeite ich vermehrt als freier Redakteur und half im November kurzzeitig bei der Jenaer Hochschulzeitung Akrützel aus, bevor ich zum Redaktionsteam von Peace Love Liberty wechselte.

Auch als BVjA-Vorstandsmitglied bin ich aktiver geworden, sowohl bei der Mitgestaltung unseres Magazins QWERTZ als auch in meiner Funktion als Repräsentant des Vereins und der Interessen unserer Mitglieder. So war ich das erste Mal auf der Frankfurter Buchmesse und betreute dort unseren Stand, wobei ich die großartige Gelegenheit hatte viele meiner Leser und Kollegen wiederzusehen oder endlich mal persönlich kennenzulernen.

Schriftstellerisch war das Jahr 2018 damit sehr erfolgreich. Einiges an Interviews erschien in der Zwischenzeit und ich erreichte nicht nur bei Instagram insgesamt über 590 Follower, sondern erhielt auch auf Lovelybooks und Amazon zahlreiche Rezensionen von begeisterten Lesern. Bei Lovelybooks knackten die Rezensionen zu meinen Büchern die 100er Marke und erreichten insgesamt eine Zahl von 111 mit einem großartigen Durchschnitt von 4,4 von 5 Sternen. Ich bin euch Lesern unendlich dankbar dafür, dass ihr mich mit diesem so positiven Feedback dazu motiviert immer besser und mehr zu schreiben und zu publizieren. Tausend Dank 🙂 Ohne euch wäre dieser großartige Fortschritt im vergangenem Jahr nicht möglich gewesen.

Doch auch in meinem akademischen und privaten Leben gab es einen gewaltigen Sprung.

Studium, Politik und Privatleben

Ich schrieb  mein Abitur und hatte die Ehre die Abschiedsrede für meinen Jahrgang zu halten. Im Sommer traf ich in Dublin Jordan Peterson, Sam Harris und Douglas Murray  und zog dann mit meinen besten Freunden durch Den Haag und Amsterdam. Für meinen neusten Roman verbrachte ich den August und Teile des Septembers auf spannenden Recherchereisen durch Wien und Berlin, bei denen ich zahlreiche alte Freunden traff und neue kennenlernte. Ende September verließ ich dann meine Geburts- und Heimatsstadt München und zog nach Jena um, wo ich seit Oktober an der Friedrich-Schiller-Universität Kommunikationswissenschaften und Psychologie studiere.

Das Studium gefällt mir ausgesprochen gut. Endlich kann ich mich intensiv und in einem akademischen Rahmen mit jenen Themen beschäftigen, für die ich leidenschaftlich brenne. Zugleich erweitere ich als Gasthörer bei diversen Vorlesungen und im Gespräch mit Kommilitonen und Professoren meinen Horizont so ununterbrochen, dass ich meine philosophischen und politischen Ideen fast jeden Tag aufs Neue revidieren und redigieren muss, was ein berauschendes und nervenaufreibendes Gefühl für einen Wahrheitsliebenden wie mich ist. Zugleich lässt mir das Studium zum Glück aber auch genug Zeit, um mich jenseits des Campus fortzubilden und zu engagieren.

Abgesehen vom Schreiben, bin ich dadurch auch vermehrt politisch aktiv, vor allem in der Öffentlichkeitsarbeit für lokale Hochschulgruppen und als Mitglied der FDP (dazu ein Statement in meinem FAQ) und seit dem 23. Dezember auch als frisch gebackener Local Coordinator der Students for Liberty.

Während des Studiums konnte ich bisher auch zahlreiche einzigartige und spannende Menschen kennenlernen und neue, vielversprechende Freundschaften schließen – und zugleich den Kontakt zu meinen besten Freunden aufrechterhalten, die sich seit dem Abitur über den ganzen Planeten verstreut haben. Aber zumindest zur Weihnachtszeit konnte ich dann die meisten wiedersehen und von ihnen hören, welche Abenteuer sie bei ihren Studien und Reisen in Zürich, London, Singapur und Vietnam, um nur einige Orte zu nennen, erlebt haben.

Die Schattenseiten

Das Jahr war jedoch nicht durchgehend positiv. Zu Beginn des Jahres war ich wiederholt krank. Durch den Schneesturm Ende März schaffte ich es nicht nach Leipzig zur Buchmesse, weil mein ICE umkehren musste. Die Beziehung zu meiner damaligen Freundin Vivienne, die an einigen meiner Bücher, vor allem Wenn Soziopathen träumen, mitgewirkt hatte, zerbrach direkt vorm Abitur. Rückblickend war das notwendig und richtig, da unsere Zukunftsvorstellungen und Weltbilder zunehmend auseinandergingen. Also letztendlich doch ein eigentlich positives Ereignis – wenn man es langfristig betrachtet, denn es war trotzdem nicht komplikationsfrei, aber das sind Trennungen ihrer Natur nach ja nie.

Es grenzt für mich daher an einem Wunder, dass ich im Abitur in mir wichtigen Fächern wie Englisch und Deutsch 15 Punkte holte. Ich kann mich an die Abiturzeit zum Großteil nicht mehr erinnern, weil ich tagelang nicht schlief und nichts lernte, da mein Kopf nicht aufhören konnte das Schisma zu analysieren und nach Wegen zu suchen, es wieder zu kitten. Es gab allerdings keine vernünftigen. Die Vernunft siegte, die Gefühle verheilten mit der Zeit und ich nahm wieder meine Ziele auf, derer Verwirklichung ich seitdem immer näher komme. 2019 wird daher ein Jahr sein, in welchem ich beabsichtige die Erfolge von 2018 nicht nur fortzuführen, sondern schriftstellerisch und persönlich ganz neue Akzente zu setzen und noch größere Projekte als bisher in Angriff zu nehmen.

Dabei will ich vor allem gewissenhafter arbeiten und mich Deadlines konsequent halten. Bei Der Apfelsmoothie der Erkenntnis kam es ja 2018 zu einer Verspätung bei der Veröffentlichung und einigen Fehlern in der ersten Auflage, da der Roman parallel zum Abitur und meiner Beziehungskrise fertiggestellt und veröffentlicht werden musste und ich in der Zeit aufgrund von Schlafmangel und Stress den Projektplan nicht mehr richtig folgen konnte. Solche Ärgernisse sollen nicht auftreten, weshalb ich ab jetzt genug Zeitpuffer einplane, sodass selbst bei unvorhergesehenen Schwierigkeiten egal ob privater oder anderer Natur, ich trotzdem die Qualität und pünktliche Durchführung meiner Projekte sicherstellen kann. Insgesamt beabsichtige ich es in Zukunft Privates und Öffentliches in meinem Leben noch stärker zu trennen, und auch dafür zu sorgen, dass die beiden Bereiche sich nicht negativ aufeinander auswirken.

Ausblick auf ein spannendes 2019

2019 geht bereits vielversprechend los. So könnt ihr in den kommenden Wochen auf dem Blog von Peace Love Liberty hochqualitative Artikel von mir erwarten. Bisher half ich in der Redaktion vor allem dabei die Veröffentlichungen unserer Gastautoren korrekturzulesen, allerdings ist geplant, dass bis Ende Januar mindestens zwei eigenständige Texte von mir dort erscheinen. Auch darüber hinaus beabsichtige ich mich bei PLL und den SFL vermehrt zu engagieren.

Am 26. Februar werde ich 20 Jahre alt werden und damit kein Teenager mehr sein. Wer glaubt, dass deshalb weniger phallische Witze und Referenzen zu skurrilen Subkulturen, exotischen Drogen und irren Philosophen in meinen Texten vorkommen werden – der hat wahrscheinlich leider zumindest teilweise recht. Ich werde alt und weniger chaotisch, aber dadurch auch irgendwo mainstreamfreundlicher und der Stil verbessert sich so oder so durch die wachsende Erfahrung – und darauf, dass Leveret Pales Kaninchenbau immer der Wahnsinn hausen wird, könnt ihr Gift nehmen. Die Normalität mag sich hier an einigen Stellen einschleichen, aber sie wird niemals dominieren.

Letztendlich werdet ihr die Leser, mich am Ende eh richten, ob ich dadurch besser oder schlechter werde. Ich bin allerdings zuversichtlich, dass es langfristig eine positive Entwicklung ist, wenn ich mein kreatives Chaos zunehmend in geordnete Bahnen zu lenken lerne – stellte ja bereits mein Lieblingsphilosoph Nietzsche fest, dass es sowohl des Appollinischen, als auch des Dionysischen für das künstlerische Schaffen benötigt.

Im März werde ich auf der Leipziger Buchmesse 2019 nicht nur wieder den Stand des BVjA betreuen, sondern auch erstmalig eine Lesebühne moderieren und selber aus meinen Veröffentlichungen lesen. Dafür werde ich vom 20.03 bis zum 25.03 in Leipzig verweilen. Ich freue mich bereits darauf wieder all die Autorenkollegen und Leser zu treffen.

Anfang April werde ich auf der LibertyCon in Belgrad sein, und auch für den Sommer habe ich einige spannende Pläne was Politik und Literatur angeht, vor allem in Hinblick auf ein sehr interessantes Praktikum über den August und September hinweg – wozu ich aber noch nicht allzu viel verraten kann. Bleibt gespannt. Es wird denke ich sehr interessant und auch mein Schreiben maßgeblich beeinflussen.

Ein neuer Roman von mir wird mit aller Wahrscheinlichkeit zumindest angekündigt werden, denn seit Oktober arbeite ich an einem neuen und ganz besonderen Werk. Dessen seit kurzem fertiges Manuskript werde ich unter anderem auf der LBM einigen Verlagen anbieten. Zurzeit bin ich noch ein Hybridautor, der teilweise unabhängig und teilweise bei Verlagen veröffentlicht, aber der kommende Roman soll auf jeden Fall bei einem Verlag erscheinen und damit den Übergang zum reinen Verlagsautor abschließen. 2018 sind von mir daher auch keine Indieprojekte mehr geplant, aber trotzdem habe ich schon dafür gesorgt, dass der Nachschub an Lesestoff von Leveret Pale nicht abbricht.

Zwei bisher unveröffentliche Kurzgeschichten, die bereits 2018 eine Heimat bei Verlagen gefunden haben, befinden sich gerade in den letzten Phasen von Lektorat und Korrektorat, und werden 2019 mit großer Sicherheit das Licht der Öffentlichkeit erblicken. Eine davon beim frisch gegründeten Verlag HummelundSahne, dessen erste Anthologie ich mit großer Spannung erwarte. Nicht nur, weil eine Geschichte von mir dabei ist, sondern auch weil ich die Ehre hatte die beiden talentierten Verlegerinnen in München beim Autorenstammtisch kennenzulernen und bei ihrem ambitionierten Projekt zu beraten. Weitere Kooperationen mit Verlagen und Autoren befinden sich zurzeit in der Planungsphase. Ich freue mich schon sehr darauf die Ergebnisse zu präsentieren und euch Lesern mit Texten und Büchern mit noch besserer Qualität als bisher dienen zu können.

Was gleich bleibt

Auch wenn ich mir für 2019 vorgenommen habe, mehr auf meinem Blog hier und für andere Seiten zu schreiben, werden die aktuellsten Infos dennoch wie gehabt immer zuerst auf meiner Instagramseite erscheinen. Darüber hinaus werde ich wie ich es immer getan habe, so hart und intensiv wie möglich daran arbeiten, mich als Intellektueller, Schriftsteller und als Persönlichkeit immer weiter zu entwickeln und besser zu werden, sodass ich euch die besten Geschichten und lehrreichsten Essays und Artikel liefern kann.

Worauf ich auch hoffe, dass es gleich bleibt, ist die großartige und kontinuierliche Unterstützung, die ich erfahre.

Tausend Dank an alle Leser, Kollegen, Verleger, Freunde und Verwandte, die mich im vergangenem Jahr unterstützt haben, egal ob durch Ratschläge, Kritik, Rezensionen, Mitarbeit oder einfach nur dadurch, dass ihr mich auf meinen Wegen begleitet habt. Ohne euch wäre das Alles in diesem Umfang nicht möglich! Ich freue mich darauf in diesem neuem Jahr noch bessere und größere Projekte zu realisieren und dabei neue Aspekte des Kaninchenbaus auszuleuchten 😉



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Warum ich Jordan Peterson gegenüber skeptisch geworden bin

Vor beinahe einem Jahr stellte ich in einem Artikel Dr. Jordan Peterson  und seine Ideen vor. Bereits damals betitelte die englischsprachige Presse ihn als den wichtigsten Intellektuellen unserer Zeit. In den vergangenen Dezemberwochen zogen nun auch deutsche Leitmedien (Spiegel, Zeit, WELT usw.) nach und berichteten erstmals ausführlich über den kanadischen Psychologieprofessor und Philosophiepopstar.

Wie auch schon zu Beginn dieses Jahres sind die Kontroversen und die Polarisierung um Peterson groß. Für die einen ist er ein gefährlicher Neurechter, für andere der Frontmann der Culture Wars, der den Westen rettet, für andere einfach nur ein stinknormaler Intellektueller oder gar ein Scharlatan. Abgesehen davon, dass J.B.P nun noch berühmter ist, die Kontroversen noch heftiger und er mit seinem neuen Bart aussieht, als würde er jeden Morgen mit brennenden Büsche Zwiesprache halten, ist im Kern also alles relativ beim Alten geblieben.

Zumindest für Jordan Peterson. Ich selbst habe mich seitdem viel verändert, habe das Abitur gemacht, ein Studium aufgenommen und mein Leben neu ausgerichtet (#sortyourselfout). Auch meine Sicht auf ihn hat sich in der Zwischenzeit mehrmals gewandelt. Ich bin skeptisch geworden. Eine Zeit lang hatte ich mich sogar komplett von Peterson abgewandt, bis mir mein Vater zum Abitur VIP-Tickets für das Pangburn-Philosophy-Event „War of Ideas“ in Dublin schenkte, bei dem Sam Harris, Douglas Murray und Jordan Peterson auf der Bühne debattierten. Eigentlich wollte ich dort vor allem wegen Sam Harris hin, aber während des Events und als ich danach mit Murray und Peterson einige Worte wechseln konnte, flammte meine alte Begeisterung für Peterson wieder auf.

Ich ließ mir meine Ausgabe von 12 Rules signieren und las sie nochmal (unbedingt bei 12 Rules einen großen Bogen um die deutsche Übersetzung machen. Die ist leider nicht sehr gut und verzerrt die Aussagen) und dazu noch Maps of Meaning. Seitdem beschäftige ich mich wieder öfters mit Peterson, auch weil er zunehmend in Deutschland ankommt und unter den Studenten in Jena diskutiert wird.

Ich bin überzeugt, dass Jordan Petersons Wirken insgesamt bisher überwiegend positiv ist. Er hat vielen Menschen geholfen und sein Auftreten hat die Philosophie ein Stück zurück in den Mainstream gebracht und viele Leute dazu angeregt sich mehr mit den wichtigen Fragen des Lebens zu beschäftigen. Das daraus entstandene Intellectual Dark Web  trägt dazu bei, dass Philosophen und Intellektuelle wieder in der Öffentlichkeit so bedeutend und einflussreich werden wie zuletzt zu Zeiten von Sartre und Camus. Eine Entwicklung, die nur zu begrüßen ist, vor allem in einem Jahrhundert, in welchem durch das Internet Verschwörungstheorien wie noch nie grassieren und die meisten Menschen im Westen vom Konsum und linker Propaganda betäubt in Filterblasen dahinvegetieren, statt die schöne neue Digitalität dazu zu nutzen sich weiterzubilden und aufzuklären.

Dennoch bin ich weiterhin sehr skeptisch, was Jordan Peterson angeht – und werde es von Tag zu Tag immer mehr. Und das liegt nicht nur daran, dass seine Rohrschachrhetorik bzw. seine Argumentationsweise, bei genauerer Betrachtung sich oft als logisch ungefähr so dicht wie der Bug der Titanic erweist. Oder daran, dass ich nun durch das Studium vemehrt mit den Werken von weniger berühmten aber mindestens genauso scharfsinnigen Denkern in Berüherung komme. Es gibt mehrere negative Entwicklungen und Eigenschaften, die auch den Kern der Kontroversen rund um Peterson ausmachen und mich von Anfang an störten. Jordan Peterson ist zweifelsohne eine hochintelligenter und charismatischer Mensch, allerdings ist er in meinen Augen wahrscheinlich nicht der wichtigste, sondern der überbewerteste Intellektuelle unserer Zeit – und wenn die Probleme, die ich in seinem Wirken sehe, sich weiterentwickeln, möglicherweise bald der gefährlichste Denker unserer Zeit.

Die Hauptprobleme

1. Seine Anhängerschaft

Das ist ein Problem für welches man Peterson nicht direkt verantwortlich machen kann, aber sehr wohl dafür, dass er dagegen nichts unternimmt. Jordan Peterson hat viele junge Menschen dazu inspiriert sich mit Philosophie zu beschäftigen und eine Orientierung im Leben zu finden. In einer Zeit, die von Nihilismus und der Dekonstruktion vieler Werte und etablierter Strukturen geprägt ist, ist diese Führung durch das Chaos des Lebens etwas, was vor allem die heutige Jugend nicht nur aktiv sucht, sondern auch braucht. Dr. Peterson hat diese Lücke gefüllt und ist dadurch innerhalb der letzten Jahren zu der Vaterfigur einer ganzen Generation avanciert. Dies bringt allerdings die Schattenseite mit sich, dass er von vielen wie ein Guru oder Kultführer verehrt wird. Vor allem jene für die Jordan Peterson der bisher einzige Zugang zur Philosophie und Psychologie war – also der Großteil seiner jungen, männlichen Zielgruppe – reagieren mitunter empfindlich aggressiv auf Kritik an Peterson. Kritiker des Kanadiers werden im Internet schnell mit Shitstorms und Hasskommentaren überzogen. Darüber hinaus bieten viele seiner Aussagen Futter für Memes der Neuen Rechten. Seine Anhänger tun also oft genau das, wovor Peterson eigentlich in seinen Vorträgen zum Radikalismus, Faschismus und Kollektivismus warnt. Das Problem hat Peterson nach wie vor nicht direkt angesprochen. Würde er allerdings differenzierter und selbstkritischer vorgehen, würde der Personenkult um ihn herum wahrscheinlich auch nicht so extreme Formen annehmen – was zu seinem eigenen Nachteil wäre, schließlich profitiert er immens davon. Aber dieser Mangel an Differenziertheit und Reflexion, der zu der Entstehung des kultartigen Verhaltens seiner Fans beiträgt, findet sich nicht nur im Umgang mit sich selbst, sondern auch mit seiner Opposition.

2. Feindbilder, Paranoia und falscher Postmodernismus

Jordan Peterson beschwört in seinen Reden und Texten immer wieder das Feindbild einer neomarxistischen Weltverschwörung herauf und hetzt gegen die „Postmodernisten“.  Am besten kann man das in seinem Video „Dangerous People Are Teaching Your Children“ für Prager U sehen. Zwar sind viele seiner Kritikpunkte berechtigt, aber er begeht dabei viele Fehler und seine Aussagen grenzen fast schon an Verschwörungstheorien mit denen er die Gesellschaft polarisiert und Argumente für die Neuen Rechte liefert. Wen man seine Vorträge genau ansieht, merkt man, dass seine sonst eher ruhige Art durch ein aggressives, wütendes Auftreten verdrängt wird, wenn er über das Thema spricht. Ich befürchte daher, dass er sich was seine Ansichten zum Postmodernismus angeht, von den aktuellen neurechten und reaktionären Strömungen und Ideologien mitziehen lässt. Bezeichnend ist dafür vor allem, dass er als Quelle für seine Ansichten immer wieder das Buch Explaining Postmodernism: Skepticism and Socialism from Rousseau to Foucault zitiert. Dieses Buch reduziert Postmodernismus von einer philosophischen Strömung auf eine manipulative Argumentationsstrategie der radikalen Neuen Linken. Ich weiß nicht, ob Peterson auch noch andere Bücher über Postmodernismus gelesen hat, aber ich bezweifle es, denn ansonsten würde er etwas differenzierter mit dem Thema umgehen und nicht dauernd die kollektivistische Identitätspolitik und Kulturmarxismus mit Postmodernismus gleichsetzen. Und vielleicht bemerken, dass viele seiner eigenen  Argumentationsweisen und seine relativistischen Definitionen, vor allem, was Wahrheit und Realität angeht, von sehr postmodernen Standpunkten ausgehen. Wenn er zum Beispiel seine religiösen Ansichten mit der Aussage „scientific truth is different from religious truth“ verteidigt, dann greift er ein Argument des neomarxistischen und postmodernen Philosophen Jean-François Loyotard auf. (nachzulesen in The Postmodern Condition). 

Diese unkritische Verurteilung von ganzen philosophischen Schulen, Schaffung von Feindbildern und das Verbreiten seiner Verschwörungstheorien einer neomarxistischen Weltverschwörung, polarisieren die Gesellschaft und vergiften den Diskurs – ganz abgesehen davon, dass sie zu großen Teilen falsch sind. Es stimmt zwar, dass diese nihilistische und antiwestliche Mentalität, die Peterson beschreibt, an Universitäten sehr weit verbreitet ist – nicht nur in den USA, wie ich von dort lebenden Verwandten und Freunden bestätigt bekommen habe, sondern wie ich selber auch hier in Deutschland erlebe – aber Peterson übertreibt, zeichnet eine schwarz-weiße Welt und schürt gezielt Angst mit seiner Wortwahl. Er gießt damit nur mehr Öl ins Feuer, statt es löschen. Er tut selber das, was er den „Postmodernisten“ vorwirft: An seiner eigenen dogmatisch Ideologie festhalten und andere Ideen ausblenden.

Aber dass Peterson von akademischer Philosophie nicht allzuviel versteht und Schwierigkeiten damit hat zu reflektieren, haben die meisten spätestens bei seinem Auftritt im Podcast Waking Up von Sam Harris hoffentlich bemerkt. Das führt uns gleich zum nächsten Punkt.

3. Überschreiten der Kompetenzen und Desinformation

Peterson beklagt immer wieder, dass er als politischer Intellektueller oder Philosoph aufgefasst wird, was er aber weder wäre noch sein wolle. Er betrachte sich selber lieber als Psychologen und Theologen.

Es stimmt zwar durchaus, dass Peterson als klinischer Psychologe kein Experte für Politik ist – dennoch verhält er sich wie einer und wird entsprechend so wahrgenommen. Und er tut auch nichts dagegen. Er wurde schließlich durch die Kontroversen um Bill C16 berühmt und seine Kritiken an der Neuen Linke und Justin Trudeau. Auch kommentiert er aktiv politisches Tagesgeschehen auf Twitter und postete Videos während der Kongresswahl 2018 in den USA, in denen er zu den Demokraten Stellung bezog. Politik war und ist für Jordan Petersons intellektuelle Tätigkeit und seinen Ruhm essentiell. Wenn er also sagt, er wäre kein politischer Intellektueller, handelt es sich dabei entweder um eine Form von kognitiver Dissonanz oder um eine bewusste Lüge.

Peterson mag vielleicht etwas anderes behaupten, aber er inszeniert sich abgesehen davon auch gern als Universalgenie. Das kann man bereits in seinem Grundwerk Maps of Meaning sehen. Darin vermischt er Ideen aus Anthropologie, Philosophie, Psychologie, Politik und Theologie zu einer Weltformel – die allerdings an vielen Stellen mangelhaft ist, da sie judeochristlichen Mythen eine archetypische Universalität zuspricht, für die sich zahlreiche Gegenbeweise finden lassen. Dafür reicht es sich Asien oder die indigene Kulturen Südamerikas anzusehen – was Peterson natürlich eher verschweigt.

Jordan Peterson ist mit Sicherheit ein sehr kompetenter Psychologe, was man an dem Erfolg seiner Selbsthilferatschläge sehen kann – aber in vielen anderen Dingen ist seine Kompetenz eher gewöhnlich. Deshalb ist es so gefährlich, wenn er seine Kompetenz verlässt und für ihn fachfremde Themen kommentiert.

Weil viele Menschen positive Erfahrungen aus seinen psychologischen Ratschlägen ziehen (die oft sehr universell gültig sind), glauben sie, dass seine Ansichten auch in anderen Gebieten richtig sein müssten. Vor allem die radikalen Anhänger, die ihn regelrecht verehren, übernehmen dann oft unkritisch seine Meinungen und wollen seine Ansichten zu allen Aspekten des Lebens wissen. Entsprechend wird Jordan Peterson auch zu anderen Themen befragt – und statt wie ein perfekter Intellektueller sich über Themen, zu denen er wenig Expertise besitzt, auszuschweigen, gibt er zu allem eine Antwort. Meist bedient er sich dabei einer Rhorschachrhetorik, die seine Aussagen so formlos und vieldeutig macht, dass jeder alles reinintepretieren kann. Oft macht er aber auch klare Aussagen, die dafür dann umso fataler sind.

Das beste Beispiel sind  seine Ernährungsvorschläge. Fairerweise muss man anfügen, dass er zumindest hierbei selbst sagt, er wäre kein Ernährungsexperte – was ihn aber nicht davon abhält seine anekdotischen Erfahrungen auszubreiten, die von keinen wissenschaftlichen Studien unterstützt werden. So ernähren sich Dr. Peterson  und seine Tochter angeblich ausschließlich von Fleisch und preisen diese Diät öffentlich an. Seine Tochter verdient mittlerweile Geld damit, dass sie Menschen berät, wie sie auf diese aus Steaks bestehende Diät umsteigen. Abgesehen davon, dass es ökologischer und ökonomischer Sicht ziemlich unverantwortlich ist, seine Ernährung zum Großteil auf Fleisch aufzubauen, so muss man kein Ernährungswissenschaftler sein, um zu sehen, dass das kompletter Nonsens ist, denn die wissenschaftliche Studienlage dazu ist recht klar, während Peterson nur Anekdoten vorbringt. Absolut keine Kohlenhydrate zu essen, wie die beiden vorschlagen, ist gefährlich. Wenn man absolut keine Kohlenhydrate mehr zu sich nimmt, verfällt der Körper in einen Stoffwechselzustand namens Ketose, bei dem er die Kohlenhydrate durch das Auseinanderbrechen von Proteinen und Fetten gewinnt. Als Langzeitnebenwirkung dieses Stoffwechsels entstehen giftige Abauprodukte wie Aceton, die den ganzen Körper schädigen und in der Regel innerhalb von wenigen Monaten zu tödlichen Konsequenzen führen. Bei manchen Erkrankungen kann eine kurzzeitige ketogene Diät, die der von Peterson ähnlich ist, zwar laut einigen Studien tatsächlich hilfreich sein, aber langfristig und ohne ärztliche Kontrolle ist sie keine Lösung, sondern schlicht wahnsinnig. (Also eine Diät, die ausschließlich aus Fleisch besteht. Eine normale ketogene bzw. low Carb Diät ist je nach Studienlage relativ sicher und sogar mitunter gesund.)

Wobei Jordan Peterson bei seinem Auftritt bei Joe Rogan behauptete, 25 Tage lang nicht geschlafen zu haben, nachdem er einmal Cider getrunken und damit gegen seine Diät verstoßen hatte – dabei liegt der Rekord für die längste Zeit ohne Schlaf bei 11 Tagen. Also, entweder Peterson überdramatisiert und lügt mit seiner Diät, um noch mehr Aufmerksamkeit zu bekommen, oder sie schadet ihm mittlerweile kognitiv.

Die Ernährungsratschläge sind sicherlich das extremste Beispiel, aber sie stehen exemplarisch für zahlreiche andere Themenfelder auf denen Jordan Peterson sich bewegt, ohne die Expertise dafür zu besitzen und daher auch oft veraltetet und wiederlegte Theorien verbreitet. Um nur einige zu nennen: seine Aussagen zu wirtschaftlichen Problemen, zu Gödels Unvollständigkeitssatz, zu Atheismus, zu Philosophie und zu sehr viel, was mit Politik zutun hat.

Ein aufrichtiger und ehrlicher Intellektueller würde zu Themen, mit denen er sich nicht auskennt, und vor allem bei so sensiblen Sache wie Ernährung und Politik, schweigen oder sich zumindest gründlicher informieren. Bei Peterson bekomme ich zunehmend aber das ungute Gefühl, dass die Fähigkeit zur Reflexion mit dem steigendem Ruhm sinkt und die Anzahl der radikalen und polarisierenden Ansichten steigt.


Weiterführende Artikel:

https://leveret-pale.de/dr-jordan-peterson

https://www.theatlantic.com/health/archive/2018/08/the-peterson-family-meat-cleanse/567613/

https://www.psychologytoday.com/us/blog/in-excess/201307/celebrity-worship-syndrome

https://www.zeit.de/2018/52/jordan-peterson-hummer-gesellschaft-hierarchie-natur-menschen

https://www.srf.ch/kultur/gesellschaft-religion/einflussreicher-psychologe-jordan-b-peterson-genie-oder-scharlatan

https://www.psychologytoday.com/intl/blog/hot-thought/201803/jordan-petersons-murky-maps-meaning


Dieser Artikel wurde von einem Laien erstellt und gibt nur meine persönliche, subjektive Meinung wieder. Auch wenn bei der Recherche größte Sorgfalt aufgewandt wurde, kann die Richtigkeit der darin enthaltenen Informationen nicht garantiert werden.

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Die Zukunft des Selfpublishings im BVjA

Die wilden Goldrauschzeiten des Selfpublishings sind vorbei.

Der Markt für selbstveröffentlichte Bücher wächst zwar weiterhin kontinuierlich, trotzdem ist es mittlerweile nicht mehr so einfach wie noch vor vier, fünf Jahren mit einem Titel als frischgebackener Selfpublisher einen Hit zu landen. Die Zahlen der Neueinsteiger sinken und die Investitionskosten steigen. Der Kampf um Leser wird zunehmend härter. Wer Erfolg haben will, muss sich deutlich mehr anstrengen, besser schreiben und sich mehr mit Marketing, Lektorat und Coverdesign beschäftigen.

Und das ist auch gut so, denn dies sind die Symptome einer äußerst positiven Entwicklung: Die zurzeit rund 100.000 Selfpublisher in Deutschland beginnen sich zu professionalisieren. Während zu Beginn kaum ein Selfpublisher einen Lektor beauftragte und dadurch vor allem schlecht geschriebene Wortergüsse den Markt fluteten, ist ein Lektorat zumindest bei seriösen Indieautoren mittlerweile ein inoffizieller Standard.

Nicht nur haben Selfpublisher und ihre Dienstleister immer größere Anteile an den Ausstellern bei den großen Messen; mit dem Selfpublishing Day, diversen Preisen und dem Selfpublisherverband haben sie mittlerweile eigene Institutionen und Verbände, um sich zu vernetzen und dafür zu sorgen, dass Selfpublishing nicht mehr als Literatur zweiter Klasse betrachtet wird und sich weiter professionalisiert und gesellschaftlich etabliert. Zwar ist die Szene noch immer eine Art Wilder Westen, in dem jeder nach eigenem Gutdünken schreiben und veröffentlichen kann, doch es setzt sich zunehmend der Konsens durch, dass die Qualität und der Leser dabei nicht vernachlässigt werden dürfen – was sich bei den Lesern auch herumspricht, von denen nun immer mehr auch mal was von Selfpublishern lesen und kaufen. Diese Veränderungen locken gemeinsam mit den vergleichsweise guten Margen zunehmend auch etablierte Verlagsautoren an, die auf Selfpublishing umsteigen, oder sich als Hybridautoren probieren. Auch umgekehrt werben Verlage mittlerweile um erfolgreiche Indieautoren oder gehen Kooperationen mit ihnen ein. Zeitungsartikel über und Events mit Selfpublishern sind keine Seltenheit mehr.

Diese Professionalisierung und die Etablierung von Qualitätsstandards, die dafür sorgen, dass Selfpublishing nicht nur den Lesern das liefert, was sie wirklich lesen wollen, sondern auch den Autoren ermöglicht zunehmend besser zu verdienen und freier zu schreiben, sind Veränderungen, die wir als BVjA (Bundesverband junger Autoren und Autorinnen e.V.) unterstützen wollen. Um den Indieautoren in unserem Verband dabei unter die Arme zu greifen und Konzepte zu entwickeln, die gutes Selfpublishing fördern, gibt es daher seit den letzten Vorstandswahlen den Posten des Vorstandsmitglieds für Selfpublishing, den ich als Erster bekleiden darf.

Da ich jedoch erstmal evaluieren wollten, inwiefern unter den BVjA Mitgliedern Interesse am Selfpublishing besteht, startete ich vor einigen Monaten eine ausführliche Umfrage, die über den BVjA-Newsletter und die BVjA-Facebookgruppe an alle versendet wurde. (Wer sich bei der Umfrage nochmal nachträglich beteiligen will, kann dies als BVjA Mitglied tun). Im Folgenden die wichtigsten Ergebnisse und die Konsequenzen, die daraus gezogen werden.    

Zuallererst die Bestätigung dafür, dass wir den richtigen Weg gehen, denn eine überwältigende Mehrheit von über 75% der befragten BVjA-Mitglieder wünscht sich, dass mehr Artikel zum Thema Selfpublishing in der QWERTZ erscheinen. Selfpublishing wird ein immer wichtigerer Teil des Buchsmarkts, weshalb eine Auseinandersetzung damit unabdingbar ist. Wir werden diesem Wunsch daher nachgehen und bereiten für die kommenden QWERTZ-Ausgaben neue Artikel vor.

Denn obwohl mehr als die Hälfte der Befragten sich bereits gut über Selfpublishing informiert fühlt, wären dennoch noch über 80% an mehr Informationen interessiert. Bei den Einzelbefragungen kam darüber hinaus deutlich das Interesse an (vor allem online) Seminaren zum Vorschein, so wie an Artikeln über Grundinformationen und Erfahrungsberichten von bereits etablierten Indieautoren. Da Seminare recht aufwändig vorzubereiten und zu planen sind, werden wir nicht so schnell welche organisieren können, langfristig sollen aber Seminare zum Thema Selfpublishing ein fester Bestandteil unseres Repertoires werden. Artikel sind wie oben erwähnt bereits in Planung.

Erfreulich ist des Weiteren, dass auch wenn den Umfrageergebnissen nach die Mehrheit der BVjA-Mitglieder bisher nur in Verlagen veröffentlicht hat, die Akzeptanz für Indiebücher bereits sehr hoch ist und wir daher keine Zeit dafür werden verschwenden müssen Selfpublishing vom Stigma der Literatur-zweiter-Klasse zu befreien.

Ich freue mich bereits darauf, die Sparte des Selfpublishings innerhalb des BVjAs in den kommenden Monaten auszubauen. Wer hierzu Themen vorschlagen möchte, sich als erfahrener Selfpublisher einbringen will oder schlicht Fragen zu der Thematik hat oder eine Beratung braucht, kann mich jederzeit gerne via autor@leveret-pale.de kontaktieren.

 


Dieser Artikel erschien ursprünglich in der QWERTZ 03/2018, dem Mitgliedermagazin des Bundesverbands junger Autoren und Autorinnen e.V, bei dem ich seit Oktober 2017 als Vorstandsmitglied tätig bin.

Quelle des Beitragsbild;

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Zwischenbericht von der Schreibfront

In den vergangenen Monaten war es hier auf  dem Blog um Leveret Pale ziemlich still. Kaum neue Artikel, kaum neue Ankündigungen, kaum Posts über neue Interviews. Wer mir aber auf meinem Instagramaccount folgt, der weiß, dass ich seit meinem Abitur im Juni alles andere als untätig war, sondern eher überbeschäftigt. An der Schreibfront hat sich für über den Sommer 2018 einiges getan, sodass es Zeit ist in einem Zwischenbericht mal Bilanz zu ziehen, vor allem im Hinblick auf die kommenden Entwicklungen.

Partys, Leserunden und Veröffentlichungen

Kreativität ist immer das Ergebnis des Tanzes von Apollon und Dionysos, von Ordnung und Chaos … und das Chaos hat man mal nach 13 Jahren bayrisches Einbildungssystem dringend gebraucht.

Klar, die ein oder andere Hausparty, den ein oder anderen Club habe ich dann auch mal heimgesucht, aber nachdem ich fließig gelernt und auf der Bühne die Abschlussrede meines Jahrgangs hielt, hatte ich es mir auch verdient. Allein n der Inspiration wegen, musste ich mal wieder aus dem verstaubten Arbeitszimmer rauskommen. Es gibt meiner Meinung kaum was schlimmeres, als sogenannte Literaten, die in ihrem Leben nie was erlebt haben, und deren Bücher zusammenfantasierte und langweilige bis unglaubwürdige „Hochliteratur“ sind, mit denen man dann Schüler quälen und nur ähnlich langweilige Germanistik-Studenten entzücken kann. Somit war etwas Eskalation eigentlich schon fast verpflichtend. Aber keine Sorge, ich bin ja nicht umsonst ein notorischer Workaholic, und so gab es auch einiges an produktiven Ereignissen im Sommerloch zu verzeichnen. Wenn ich so überlege, so war dieser Sommer trotz vieler Reisen und Feiern viel produktiver als der vergangene, durch den ich mit meiner damaligen Freundin ziemlich liebestrunken durchgerauscht war, und dabei abgesehen von einer  wissenschaftlichen Arbeit, nicht viel Langfristiges zustande gebracht habe.

Nicht nur erschien diesen Sommer mit Der Apfelsmoothie der Erkenntnis mein neuster Roman, der zugleich mein letztes Indie-Projekt ist. Darüber hinaus fanden vor allem auf Lovelybooks viele Aktionen wie Leserunden statt. Mittlerweile  habe ich dort über hundert Rezensionen erhalten; ein Meilenstein, der mich besonders stolz macht. Genauso wie die Tatsache, dass ihr in den kommenden Monaten Kurzgeschichten von mir in den Anthologien mehrere Verlage finden werdet (dazu aber mehr, wenn es soweit ist). Eine Neuauflage meiner zwei Jahren alten Novelle Das Erwachen des letzten Menschen erschien; und eine englischsprachige Ausgabe für den amerikanischen Markt ist zurzeit ebenfalls in Arbeit, da sich erstaunlicherweise die deutsprachige Ausgabe bereits jetzt dort drüben gut verkauft (fragt mich nicht warum. I have no idea.) Meine Entwicklung vom Indieautoren zum professionellen Verlagsautoren ist damit beinahe abgeschlossen. Ich verband darüber hinaus während der langen Sommerpause das Angenehme mit dem Nützlichen, und bereiste Europa, um für einen neuen Roman zu recherchieren, an dem ich zurzeit schreibe.

Dublin: Jordan Peterson, Whiskey, Oscar Wilde und Universitäten

Selfies durfte ich dann aber mit den Dreien nicht machen, weil im Backstage-/Signierbereich überall Personenschützer waren, die jegliches Fotografieren verboten. Aber die Autogramme und die Erinnerungen sind auch genug

Direkt nach dem Abitur reiste ich zuerst nach Dublin, wo ich auf dem Campus des Trinity College wohnte, die Wege der berühmten irischen Autoren abschritt und das War of Ideas-Event in der 3Arena besuchte. Eine Videoaufzeichnung dieses Events findet ihr auf YouTube: https://youtu.be/PqpYxD71hJU

Dabei hatte ich die unglaubliche Gelegenheit drei der größten Intellektuellen unserer Zeit, nämlich Sam Harris, Jordan Peterson und Douglas Murray persönlich zu treffen und nach der Show sogar ein paar Worte mit ihnen zu wechseln und meine Bücher signieren zu lassen. Es war ein überwältigendes Erlebnis, diesen Männern die Hand schütteln zu können und sie auch live dabei zu beobachten, wie sie ihre Gedanken ausformulieren und auf Fragen und Argumente reagieren. Etwas enttäuscht war ich von Sam Harris, der als Advokat des Atheismus und einer nichtreligiösen Spiritualität zu meinen Lieblingsphilosophen gehört. Er wirkte während des Events ziemlich müde und wurde von Jordan Peterson rheotrisch und argumentativ übertrumpft, da Peterson offensichtlich dessen neurologischen und materialistischen Positionen im Laufe der vorhergegangenen Diskussionen in sein eigenes Weltbild integriert hat. Dabei entdeckte ich meine Begeisterung für Jordan Peterson wieder, die zuvor nach einigen seiner paranoiden Anfälle und überzogenen Hetzen gegen „Neomarxisten“ stark abgekühlt war, doch die größte Neuentdeckung war für mich Douglas Murray. Im Rahmen dieses Events setzte ich mich nämlich erstmals intensiver mit ihm auseinander, da er sich als dritter im Bunde überraschend gut schlug. Ich hatte zuvor nur Medienberichte über ihn gelesen und ging demnach davon aus, es hier mit einem Vertreter der Alt-Right zutun zu haben, doch die Argumente und Gedanken, die dieser Mann aussprach, waren sehr differenziert und weit von rechten Parolen entfernt. Vor allem seine Gedanken zur Migration, nämlich, dass weder radikale Abschottung, noch radikal offene Grenzen eine Lösung sein können, sondern das ein vernünftiger, unpopulistischer Dialog notwendig ist, fand ich persönlich sehr erfrischend.

Darüber hinaus genoss ich während meines kurzen Aufenthalts in Dublin den lokalen Whiskey (und nahm gleich eine Flasche Writers Tears Red Head Single Malt mit; ja, nur wegen des Namens) und besuchte das Writers Museum. Es ist wirklich faszinierend, wie viele geniale Schriftsteller dieses kleine Land hervorgebracht hat – Wilde, Joyce, Beckett und Yeats, um nur einige zu nennen, und umso spannender war es Dublin zu erkunden und dabei sich immer wieder zu ertappen, dass man diese Stadt doch aus der Literatur bereits überraschend gut kennt, da vor allem Joyce in seinen Beschreibung unglaublich realitätsnah ist. Meine Unterkunft auf dem Campus des geschichtsträchtigen Trinity Colleges verstärkte noch dieses Gefühl auf aus literarischer Sicht heiligen Boden zu stehen.

Insgesamt hat mich diese Reise nach Dublin stark inspiriert meine eigenen intellektuellen und literarischen Fähigkeiten weiter auszubauen, und härter an mir selbst zu arbeiten. Vor allem meine Schreibdisziplin, die ich während meiner letzten Beziehung und dem Abitur stark vernachlässigt hatte, habe ich seit Dublin wieder aufgenommen. Insgesamt beschäftigte ich mich über den Sommer hinweg sehr viel mit neuer Literatur, neuen Themen, neuen Menschen und arbeitete daran meine Bildung auch nach der Schule fortzusetzen.

Dafür legte ich nun auch einen weiteren Grundstein, indem ich mich an der Friedrich-Schiller-Universität Jena für den 2-Fach-Bachelor Kommunikationswissenschaften und Psychologie immartikulieren ließ, sodass ich in den kommenden Wochen Müchen verlassen und nach Jena ziehen werde, um dort ab den 1. Oktober mein Studium aufzunehmen. Diese interdisziplinäre Fächerkombination entspricht meiner aktuellen Einschätzung nach am besten meinen wissenschaftlichen, journalistischen und medialen Begabungen.

Fear and Loathing in The Hague und Jena

After a week in the sun even the Leveret ain’t so pale no more

Zwischendurch ging es dann nach Dublin natürlich auch mal wieder weniger intellektuell, und mehr hedonistisch zu, aber eine Prise Dionysos gehört ja zu der Balance eines jeden kreativen Lebens. Ich verbrachte eine Woche mit meinen beiden besten Freunden in der niederländischen Stadt Den Haag, besuchte dort das Parlament, die Smartshops und lag sonst viel pfeiferauchend und Ayn-Rand-lesend am Strand herum. Etwas Entspannung schadet ja nie, und prompt kam mir dort die Idee für eine Kurzgeschichte, die bereits bei einem kleinen Verlag ein Zuhause gefunden hat und gerade noch das Lektorat durchläuft.

Vor diesem Niederlande Urlaube hatte ich noch in Betracht gezogen dort zu studieren, vor allem im Amsterdam, aber bei näherer Betrachtung habe ich für mich festgestellt, dass vor allem Amsterdam für mich keine Stadt ist, in der ich langfristig leben will. Sie ist mir einfach zu hedonistisch und zu unruhig. Da spricht wieder der Workaholic aus mir. Ab und zu Party ist drin, aber langfristig brauche ich dann doch eher etwas Ruhiges, damit ich konzentriert an meinen Projekten arbeiten kann. Etwas, woran ich mich schon während der langen Zugfahrten hin und zurück machte. Dabei entstanden zwei Interviews, nämlich eins bei libramorum und eins bei buchfans.com.

Kaum war ich jedoch zurück in München und hatte ein paar Tage mit Schreiben, Arbeiten und dem Austausch mit Kollegen verbracht, da fuhr ich auch schon wieder nach Jena, um dort Wohnungen zu besichtigen und sowohl die Natur als auch das lokale Romantikermuseum zu bewundern. Nach dieser Reise war ich mir dann auch sicher, dass ich in Jena studieren will. Obwohl diese Stadt nur rund hunderttausend Einwohner hat, sind davon ein Viertel Stundenten, sodass die Straßen herrlich jung und belebt sind, was ein starker Kontrast ist zu dem doch sehr konservativen und alten München. Und trotzdem hat Jena ein sehr spannedes Erbe  als die Stadt vieler bekannter  Schriftsteller, vor allem aus der Frühromantik. Ich freue mich schon sehr darauf, nach Jena zu ziehen, vor allem weil ich damit gleich viel näher an Leipzig und Berlin sein werde, zwei für mich als Autor sehr wichtigen Städten.

Wien, Berlin, Interviews und neues Romanprojekt

Selfie in der Wiener Bar Travelshack. Miese Sache, die mir dann noch eine Zeit lang nachhing: Dort darf man noch rauchen, und es hat sich als die beste Methode erwiesen, um mit Menschen ins Gespräch zu kommen.

Eine weitere wichtige Stadt besuchte ich dann Ende August für ganze zwei Wochen: Wien. Ich fuhr dort hin, um mir die Wiener Universität anzusehen und schnell festzustellen, dass ich Jena noch immer bevorzuge, und dann natürlich, um Inspiration zu sammeln und nochmal zu feiern, diesmal jedoch in einer für mich ganz fremden Umgebung. Allein trieb ich mich dort herum, erkundete das Literaturmuseum, die Spuren Freuds und Wittgensteins, und vor allem das faszinierende Wiener Nachtleben, welches bei mir die Initialzündung auslöste, um die Arbeit an meinem aktuellen Romanprojekt aufzunehmen. Als ich in Wien ankam, kannte ich niemand dort, doch nach vielen Nächten voller Drinks und Zigarettenqualm, kann ich nun einige geniale Persönlichkeiten von dort zu meinen Freunden zählen. Am meisten Zeit verbrachte ich dabei im Travelshack, einer Bar, die sich vor allem an Reisende, Backpacker und Expats richtet, und daher jeden Abend voll mit Menschen aus aller Welt und den abenteuerlustigsten Wienern war. Selten habe ich so viele verschiedene und extreme Personen und Dinge gesehen und erlebt, wie während meiner Erkundstouren durch die Straßen Wiens.

Und mit besonderen Menschen ging es dann seit meiner Rückkehr dann auch weiter. Im Rahmen meiner Recherche, interviewe ich zurzeit die verschiedensten Personen meines Alters, um ein möglichst diverses Bild meiner Generation zu bekommen. Vom Flüchtling, über Transsexuellen und Antifaschisten bis hin zum Alt-Right-Anhänger, StartUp-Gründer und Musiker habe ich mittlerweile fast jeden vor mein Diktiergerät führen können. (Beziehungsweise der Memo-Funktion meines Smartphones.)

Eines dieser Interviews führte ich dabei mit dem Musiker Lloyd Buchholz, der vor kurzem in München seine Band Blood Addicts gegründet hat und zuvor unter anderem bei Zoo Escape spielte. Dieses Interview wird dabei wahrscheinlich auch das einzige sein, welches ich im Wortlaut veröffentlichen werde, da die anderen alle im Schutze der Anonymität und mit Privatpersonen entstanden. Das Interview mit Lloyd werdet ihr daher, wenn alles klappt, in der QWERTZ Ausgabe 2018/4 und irgendwann später auch auf meinem Blog nachlesen können. Für die, die es nicht wissen: Die QWERTZ ist die Mitgliederzeitschrift des BVjA (Bundesverband junger Autorinnen und Autoren e.V.), in dessen Vorstand ich seit nun fast einem Jahr tätig bin.

Peace aus der Hauptstadt

Der Rest der Interviews wird nur in meinem neusten Roman verarbeitet und damit natürlich verzerrt erscheinen, aber bis dahin wird es noch etwas dauern, vor allem weil ich plane dieses Projekt bei einem größeren Verlag unterzubringen.

Für weitere Recherchen und Interviews war ich dann auch noch kurz für ein Wochenende in Berlin, traf mich dort mit Kollegen und alten Freunden, und fragte mich dabei immer wieder, ob ich den noch immer in Deutschland bin, oder zwischenzeitlich irgendwie in eine Parallelwelt gefallen wäre. Berlin ist für mich nach wie vor eine der kuriosesten Städte, da es mit seiner Diversität und Chaotik im krassen Kontrast zu meiner Geburtsstadt München steht, und doch zum selben Staat gehört.

Aber das habe ich ja bereits in meinem Roman Crackrauchende Hühner ausreichend thematisiert.

 

Fazit

Ingesamt habe ich den Sommer vor allem dazu genutzt, um viel Zeit und Energie darin zu investieren die Grundsteine für meine literarische und persönliche Entwicklung in den kommenden Monaten zu legen. Ich sammelte viele neue Erfahrungen, lernte viele neue Menschen kennen und häufte Inspiration und Können für neue Projekte an, die ich nun umsetzen werde.

Da das Studium und meine anderen Projekte mich viel in Beschlag nehmen werden, kann ich allerdings noch keine Versprechungen machen, was Events und Veröffentlichungen in den kommenden Monaten angeht. Lediglich, dass ich auf jeden Fall am 13. Oktober von 14:00 bis 18:00 am Stand des BVjA auf der Frankfurter Buchmesse 2018 anzutreffen sein werde, steht bereits fest.

Ich bin schon sehr gespannt darauf, wie sich alles weiterentwickelt und freue mich darauf euch bald als Leveret Pale neue und noch bessere Werke präsentieren zu können.

 


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Interview mit Buchfans.com

Was treibt mich an? Wie finde ich die Motivation zum schreiben?
Nun, das könnt ihr im neusten Interview mit mir auf der Seite buchfans.com herausfinden. (Jap, das zweite Interview innerhalb einer Woche, und wahrscheinlich nicht das letzte😊 Ich bin übrigens wieder zuhause in München und habe heute morgen alle Exemplare vom Apfelsmoothie an die Vorbesteller und die Leserundenteilnehmer verschickt. Mein halber Tag bestand damit aus Bücher signieren und durch die Gegend zu schleppen, aber das ist ein ganz angenehmer Wiedereinstieg in die alltägliche Arbeitsroutine😂).

Das Interview mit Buchfans.com findet ihr unter dem folgenden Link:

https://buchfans.com/autoren-interview/interview-mit-nikodem-skrobisz#




No pain, no gain – Warum Satire alles darf und muss

Seit den feigen Anschlägen auf das Satiremagazin Charlie Hebdo 2015 und der Böhmermann-Affäre 2017 werden in Deutschland wieder die Stimmen lauter, die gegen Kurt Tucholskys berühmte Aussage „Satire darf alles“ argumentieren.
Dabei kreiden sie der Satire entweder an, dass diese oft gegen den guten Geschmack verstößt, wie zum Beispiel der Karikaturist Thomas Wizany; oder sie schieben juristische Gründe vor, wie der Medienanwalt Christian Schertz in seinem 2015 erschienen Artikel „Was die Rechtsprechung sagt – die Satire darf nicht alles“. Wieder andere pochen auf politische Korrektheit und verweisen auf die Gefühle, die Satire oft verletzt.
Wer jedoch Satire in irgendeiner Form begrenzen will, der hat offensichtlich nicht nur ihre wichtige gesellschaftliche Funktion nicht nur nicht verstanden, er offenbart auch die eigene Naivität. Denn selbst, wenn jemand ernsthaft versuchen würde, Satire einzuschränken, so wäre er langfristig zum Scheitern verurteilt. Satire darf nämlich nicht nur alles, sie kann auch alles. Es liegt in ihrer Natur, sich der Zensur zu entwinden. Satire überspitzt die Realität und bläht sie zur Absurdität auf, sodass sie für ihre Aussagen eine Umgebung des „Unernsten“ schafft, wie Jan Hedde es in seinem Artikel „Das ist Satire“ passenderweise nennt. „Eine Justiz, die Satire bewerten will, gibt sich der Lächerlichkeit preis“, und nicht nur das: sie spielt dem Satiriker dabei auch noch oft in die Hände, wie Heinrich Heines fast nur aus Leerstellen bestehendes Werk „Die deutschen Censoren“ anschaulich demonstriert.
Deswegen ist es auch absolut belanglos, dass Böhmermanns Schmähgedicht von einem Gericht im Nachhinein verboten wurde. Wenn überhaupt, dann verstärkte der Gerichtsprozess nur die Wirkungen des Gedichts und trug zu dessen Verbreitung bei, da er dessen Bekanntheit stark steigerte.
Es steht außer Frage, dass sein Gedicht geschmacklos und anstößig war. Aber das musste es auch sein.
Satire verletzt Normen, um auf die Verletzung von Normen hinzuweisen.
Nur durch die Geschmacklosigkeit konnte Böhmermann Erdogan zu dessen aggressiven Reaktionen provozieren, die ihn als neurotischen Despoten entlarvten, und die Aufmerksamkeit des Volks auf ihn richteten. Die darauffolgenden politischen und diplomatischen Turbulenzen waren für die Bundesrepublik Deutschland eine schmerzhafte und bloßstellende Erfahrung, und das ist gut so.
Den (oft humorlosen) politischen Analysten und Intellektuellen war seit langem bekannt, dass das Verhältnis der BRD zu Erdogan nicht gesund war und der Präsident selber nur begrenzt dem Idealbild eines demokratischen Herrschers entspricht. Aber solche formalen Fakten lass sich leicht verleugnen und werden von der breiten Masse eher ignoriert.
Erst als Böhmermann den Finger tief in diese Wunde rammte, sodass ein schmerzhafter Aufschrei durch die Presse und Politik ging und Erdogan tobte, richteten sich die Scheinwerfer der medialen Aufmerksamkeit und der breiten Bevölkerung auf die Missstände und zwangen die Politik zum Handeln. Damit erfüllte die Satire ihre essenzielle Aufgabe, auf Missstände hinzuweisen.
Ein System, welches versucht, Satire einzuschränken, stellt sich daher doppelt selbst ein Bein, und wird damit zwangsläufig stürzen. Nicht nur ist das Bekämpfen von Satire eine Sisyphos-Arbeit, die dieser nur mehr Angriffsfläche und Aufmerksamkeit liefert – denn Satire ist immer Reaktion, und Aktionen gegen die Satire ermöglichen nur noch mehr Reaktionen – es verursacht auch Stagnation. Ohne oder durch eine eingeschränkte Satire werden der Gesellschaft und ihren Herrschern vielleicht viele Schmerzen und Peinlichkeiten erspart – aber wie es das Motto der Fitnessszene passend zusammenfasst:
„Ohne Schmerz, keine Verbesserung. No pain, no gain.“
Wenn niemand auf die Wunden deuten würde, würden sie auch nicht unbedingt rechtzeitig behandelt werden können, bevor sie septisch werden.
Der Satiriker ist daher nicht, wie es seine Opfer oft darzustellen versuchen, ein bösartiger Troll oder Nihilist, sondern ein „gekränkter Idealist“, wie Tucholsky selbst betonte, der die Welt verbessern will.
Es ist kein Zufall, dass viele oppositionelle politische Bewegungen – sei es der Vormärz, der Dadaismus, die APO, DIE PARTEI oder Böhmermanns jüngste Reconquista des Internets – entweder ihren Ursprung in der Satire haben oder zumindest durch diese Aufmerksamkeit auf sich ziehen.
Eine Beschränkung von Satire wäre damit die Unterdrückung einer der effektivsten Werkzeuge der Opposition, die jede Gesellschaft braucht, um die Machtverhältnisse ausgeglichen zu halten.
„Ja, aber, was ist, wenn sich Satire nicht gegen die Herrschenden richtet, sondern die Gefühle von Minderheiten oder Einzelpersonen verletzt?“, mag jetzt einer einwenden.
Darauf ist zu antworten, dass hier das Gleiche gilt, wie bei der Satire, die den Herrschenden kritisiert. Satire ist dazu da, auf Missstände hinzuweisen, ungeachtet der Gefühle der Betroffenen.
„Die Satire muß übertreiben und ist in ihrem tiefsten Wesen nach ungerecht“, stellt bereits Tucholsky fest, aber dadurch bezieht sie ihre Kraft. Es geht bei Satire nicht darum, dass es jemanden gut geht – auch wenn dieser Eindruck durch ihre komödische Natur entstehen kann – es geht auch nicht darum, besonders ansprechend oder kunstvoll zu sein. Es geht darum, den Menschen und die Gesellschaft auf Fehler hinzuweisen und zu verbessern.
Wenn Missstände existieren, müssen sie von den Betroffenen akzeptiert werden. Kritikfähigkeit und Reflektion sind Ideale der Aufklärung und damit tragende Säulen der modernen Gesellschaft, weshalb sie auch in der Verfassung in Form der Berufung auf Kants Theorien fest verankert sind. Daher kann die Satire auch nicht übertreiben, wie Tucholsky bereits 1919 in seinen Artikel „Was darf Satire?“, herausarbeitet; schließlich verbreitet sie nichts als die schonungslose Wahrheit, welche „blutreinigend“ wirkt.
Wenn also zum Beispiel Moslems auf die Straßen gehen oder Islamisten Anschläge verüben, weil sie sich durch Karikaturen französischer Satiriker angegriffen fühlen, wie 2015 in Paris, dann bedeutet das nicht, dass die Satiriker zu weit gegangen sind.
Im Gegenteil; es verdeutlicht, dass sie mit ihrer Satire einen echten, wunden Punkt erwischt haben, der der Untersuchung bedarf. Es entlarvt die totalitären und ultrakonservativen Strukturen sowie die Kritikunfähigkeit und das Gewaltpotential der Ideologie Islam (und die Humorlosigkeit einiger ihrer Anhänger). Und gegen diese pathologischen Attribute des Islams können wir weder durch Akzeptanz noch Toleranz vorgehen, noch dadurch, dass wir Barbarismus mit Barbarismus vergelten und Bomben in den Nahen Osten schicken. Wir können – als aufgeklärte und mündige Menschen – nur dagegen vorgehen, indem wir immer wieder den Finger in die Wunden drücken, bis sich dieser Wunden angenommen wird. Und die besten Waffen für diesen Kampf ist die Feder (bzw. Tastatur, Stift etc.), die neben sachlichen Abhandlungen und Analysen auch Satire schafft; das zeigten in der Vergangenheit bei anderen ideologischen Konflikten bereits Werke wie George Orwells „Animal Farm“ (Satire auf Kommunismus) oder Hunter S. Thompsons „Angst und Schrecken in Las Vegas“ (Satire auf den verkommenen American Dream).
Wenn als das nächste Mal jemand Menschen tötet, Dinge sprengt oder einfach nur öffentlich ausrastet, weil ein Stück Satire seiner Pathologie den Spiegel vorgehalten hat, dann sollten wir nicht in Frage stellen, ob Satire alles darf.
Denn dass mit jemand mit primitiver Gewalt und anderen Zeugnissen der Unzivilisiertheit auf Satire reagiert, ist nicht die Schuld des Satirikers. Wie George C. Lichtenberg in seinem berühmten Aphorismus bereits anschaulich darlegt:
„Wenn ein Buch und ein Kopf zusammenstoßen, und es klingt hohl, ist das allemal im Buch?“
Wir sollten stattdessen also eher fragen, ob wir nicht noch mehr Satire brauchen;
und am besten noch mehr Satire machen, wie es die überlebenden Redakteure von Charlie Hebdo taten, indem sie eine Woche nach dem Anschlag ihre Titelseite mit einer Mohammed-Karikatur füllten.


Gliederung:
No pain, no gain – Weshalb Satire alles darf und muss
1. Einleitung: Zunehmende Kritik an Tucholskys berühmten Zitat nach Charlie Hebdo und der Böhmermann-Affäre
2. Hauptteil
2.1 Immunität von Satire gegen Zensur
2.2 Die Notwendigkeit von Normbrüchen durch Satire am Beispiel Böhmermann-Erdogan
2.3 Die Wichtigkeit von Satire für die Gesellschaft trotz Schmerz und Peinlichkeit
2.4 Die idealistische Natur des Satirikers
2.5 Verletzung von Gefühlen durch Satire am Beispiel Islam
3. Appell: Mehr Satire wie die Redakteure von Charlie Hebdo


Der Text ist identisch mit dem Essay, welchen ich im bayrischen Deutschabitur 2018 zum Aufgabenteil 5 „Was darf Satire?“ schrieb – und für den ich 15 Punkte / die Note 1+ erhielt.

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Titelbild-Quelle: Von James Gillray, Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=238075

Informationen Bayrisches Deutschabitur: http://www.isb.bayern.de/gymnasium/leistungserhebungen/abiturpruefung-gymnasium/deutsch/




Der Apfelsmoothie der Erkenntnis

Wie bereits auf Instagram gefragt: Bist du bereit für das psychedelischste und abgefuckteste Literaturabenteuer des Jahres? Bist du bereit den Kaninchenbau bis in die unterirdischen Katakomben des Wahnsinns zu folgen? Bist du bereit für Angst und Schrecken in der Matrix? Bist du bereit für einen Apfelsmoothie der Erkenntnisse?

Nein? Auch gut, denn die besten Abenteuer sind die, in welche man unvorbereitet hineingeworfen wird.

Ab jetzt erhältlich: Der Apfelsmoothie der Erkenntnis, der neuste Roman von den Machern, die euch bereits Crackrauchende Hühner: Nihilist Punk brachten. Wer das Buch lesen will, kann es nun entweder als eBook oder als Taschenbuch vorbestellen.

Die Bewerbungsphase für die Lovelybooks-Leserunde hat ebenfalls bereits begonnen, und ich freue mich sehr darauf auch diesmal wieder mit Lesern meine Text diskutieren zu können. Ihr findet die Leserunde auf meiner Lovelybooks-Autorenseite. 🙂

Klappentext:
Was würdest du tun, wenn du wüsstest, dass deine Welt nur Fiktion ist?

Der drogensüchtige Schriftsteller und Terrorist Nathan weiß, dass er ein Buchcharakter in einem Roman ist. Seitdem er seinen besten Freund und seine Freundin verloren hat, kennt er daher nur ein Ziel: Rache. Den Autor, der seine Welt erschaffen hat, in den Wahnsinn treiben und in dessen Welt zu transzendieren, um sich endlich von der Tyrannei des Plots und dem Voyerismus der Leser zu befreien. Mit seinen Schreibfähigkeiten, Drogencocktails und magischen Begabungen, reist er durch die Texte des Multiversums, verändert Wahrnehmung und Realität, und stürzt sich in philosophische Debatten und Exzesse, um eine Metarevolution unter den Buchcharakteren anzustacheln. Dicht auf den Fersen sind ihm dabei immer die Agenten der Organisation, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, den Plot und die Ordnung im Multiversum zu wahren und dabei vor nichts zurückschrecken. Mehrmals entkommt er ihnen nur knapp, und muss zusehen, wie Freunde und Verbündete ausradiert werden. Als Nathan jedoch ein Artefakt in die Hände bekommt, das Gerüchten zufolge aus einem Splitter der Zirbeldrüse des Autors besteht, wendet sich das Blatt …




„Der Apfelsmoothie der Erkenntnis“ ist ab jetzt vorbestellbar

In ungefähr zwei Wochen ist es soweit: „Der Apfelsmoothie der Erkenntnis“ erscheint als Taschenbuch. Ich freue mich, euch hier das aktuelle Cover präsentieren zu können. Das Buch wird einen Umfang von 428 Seiten haben und als Taschenbuch für 14,99€ bei allen Buchhändlern und natürlich allen Onlinehändlern wie Hugendubel, Amazon, Thalia usw. erhältlich sein.

Damit eBook-Leser nicht leer ausgehen, wird wie bei jedem meiner Bücher bisher auch diesmal eine eBook Fassung erscheinen – allerdings erst am 1. Juli 2018, also rund eine Woche später als die Printausgabe, und diesmal exklusiv bei Amazon, wo ihr das eBook bereits jetzt vorbestellen könnt: https://amzn.to/2S4x5un

Der Preis für das eBook beträgt 4,99€ bei Amazon, außer ihr habt ein Kindle Unlimited Abo – dann ist es quasi kostenlos für euch – oder ihr kauft euch das Taschenbuch bei Amazon, dann könnt ihr euch das eBook für nur 0,99€ dazukaufen.

Warum der Exklusivvertrag mit Amazon?

Bisher waren zwar alle meine eBooks bei allen Plattformen (iBooks, Playstore, tolino, Amazon etc.) erhältlich, doch fast alle meiner eBook-Verkäufe fanden trotzdem bei Amazon statt. Dies liegt weniger daran, dass Amazon 50% des eBook-Markts beherrscht, sondern in meinen Augen vor allem daran, dass Amazon einer der wenigen eBook-Händler ist, der gezielt kleine und unabhängige Autoren fördert. Wenn man nicht gerade zur Konkurrenz gehört, ist Amazon eines der autorenfreundlichsten Unternehmen, mit großartigen Vertragskonditionen, die mir als Autor viele Freiheiten einräumen und neue technische Möglichkeiten eröffnen. Darüber hinaus werden kleine Autoren nicht versteckt, wie oft auf anderen Plattformen, wo man nach Indieautoren oft lange suchen muss, sondern aktiv empfohlen und unterstützt; und die technische Infrastruktur macht es mir sehr leicht ein für den Kindle optimiertes eBook zu erstellen und auch gegebenenfalls preislich oder inhaltlich immer wieder upzudaten, und so den Lesern die optimale Lesequalität zu gewähren. Eine Exklusivbindung des eBooks bei Amazon via KPD Select bietet darüber hinaus die bereits oben erwähnten Vorteile des Kindle Unlimited-Programms und des Matchbook-Verfahrens, durch das ich das eBook den Käufern des Taschenbuch zum reduzierten Preis anbieten kann. Summa sumarum ermöglicht die Exklusivbindung mir euch Lesern eine bessere Qualität anzubieten, so paradoxerweise auch mehr Leser zu erreichen und darüber hinaus fairere Tantiemen zu bekommen.

Ich hoffe, diejenigen, die das Buch gerne als eBook gelesen hätten, allerdings kein Kindle-Gerät besitzen, können meine Entscheidung nachvollziehen. Die Exklusivbindung wird wahrscheinlich nur ein Jahr lang bestehen, und bis dahin könnt ihr entweder die Taschenbuchausgabe lesen, oder meine anderen Bücher, die es bereits auf allen eBook-Plattformen gibt.




Ich konnte nicht zur LBM 2018 kommen …

Wer mir auf Instagram folgt, der hat es bereits mitbekommen, und der ein oder andere konnte es sich wahrscheinlich dank der Nachrichten bereits denken, denn ich war nicht der einzige Betroffene.

Ich habe es dieses Jahr leider nicht zur Leipziger Buchmesse geschaft. Ein Schneesturm legte den Leipziger Hauptbahnhof lahm, sodass ich in Erfurt vier Stunden warten musste, bevor man mir mitteilte, dass nach Leipzig an dem Tag kein Durchkommen mehr ist, und mein ICE zurück nach München fuhr …

Ich ärger mich sehr darüber, da deswegen viele für mich wichtige Termine und Treffen mit Kollegen und Lesern ausgefallen sind, aber ich hoffe dies auf der diesjährigen Frankfurter Buchmesse und nächstes Jahr nachholen zu können.

Zum ausführlichen Bericht über die Bahnfahrt: https://www.instagram.com/p/BgbWArHjVOY/?taken-by=leveret_pale




Ankündigungen: Noir-Anthologie 1 und LBM 2018

Zwei Ankündigungen, ein Post:

In einer Woche werde ich auf der Leipziger Buchmesse sein, und dort das Wochenende damit verbringen mich mit Kollegen, Bloggern, Agenten, hoffentlich sehr vielen Lesern (falls du auch dort bist und mich treffen willst, sag mir doch Bescheid) und paar Verlegern treffen. Dabei werde ich wahrscheinlich wie letztes Jahr Geld ohne Ende beim Matchastand und Buchkäufen verlieren, während ich total überhitzt zwischen Bahnhof, Messe, Hotel und Interviews hin und her laufe und versuche zu vergessen, dass ich zwei Klausuren in der folgenden Woche habe. Nein, ohne Ironie, ich freue mich ernsthaft sehr darauf wieder auf der Messe zu sein :). Es war bereits letztes Jahr ein fantastisches und bereicherndes Erlebnis. Wie letztes Jahr, werde ich auch dieses Mal möglichst viel auf meinem Instagramaccount dokumentieren, wer also nichts verpassen will, sollte mir dort folgen: @leveret_pale

Dieses Jahr bin ich dabei vor allem sehr gespannt auf ein Treffen mit dem SadWolf Verlag.

Ich gehöre nämlich mit meiner Science-Fiction Kurzgeschichte „XN4-DMT“ zu den Siegern des SadWolf-Anthologie-Contests ( https://sadwolf-verlag.de/blog/2018/02/17/die-sieger-des-1-sadwolf-anthologie-contest/ ). Meine Geschichte wird mit denen der anderen neun Sieger in der Noir-Anthologie erscheinen, die pünktlich zur Messe am 15.03 erscheint und dort präsentiert werden wird. Ich freue mich extrem darauf, denn es die erste Veröffentlichung einer meiner Texte in einer Anthologie eines Verlages und noch dazu beim SadWolf Verlag, den ich eh schon seit einigen Jahren lese und verfolge. „XN4-DMT“ ist die erste meiner neuer Geschichten und die erste, die ich seit Juni 2017 veröffentliche, und ich rate jedem Fan meiner bisherigen Bücher, sich diese Kurzgeschichte von mir nicht entgehen zu lassen.

Klappentext der Anthologie (SadWolf Verlag):

»Ich fühlte Euphorie, zugleich war ich entsetzt, dass wir es wirklich taten.«

Spannend, tiefgründig und nervenaufreibend präsentiert sich die 1. SadWolf-Anthologie. Erleben Sie die Manipulation unserer Gedanken in einer vielleicht nicht allzu fernen Zukunft, fürchten Sie die verstörenden Mordmotive eines alternden Kannibalen, tauchen Sie ein in die zwiespältige Gedankenwelt junger Outlaws, die sich nehmen, was sie wollen, weil sie sich für Götter halten. Genießen Sie unsere Noir-Kurzgeschichten und entdecken sie verborgene Facetten des Menschseins, die selten an die Oberfläche treten.

Zehn Autorinnen und Autoren laden Sie ein, ihnen in literarische Abgründe zu folgen, die es bisher so noch nicht gegeben hat. Lassen Sie sich auf dieses Abenteuer ein, und erfahren Sie die neu definierte

NOIR side of life

NOIR – neu definiert

Mit dieser Anthologie schlägt der SadWolf Verlag ein neues Kapitel seiner Geschichte auf. Zu Beginn des Jahres 2018 wurde ein neues Verlagskonzept geschaffen, unter dem in Zukunft alle bisherigen und neuen Veröffentlichungen angesiedelt sind.
»The NOIR Side of Life«, das bedeutet:

Noir Contemporary
Brisante aktuelle Themen, komplex, intellektuell herausfordernd

Noir Fantasy
Neue, originelle Welten, innovativ und atmosphärisch

Noir History
Akribisch recherchierte Geschichte, lehrreich, unterhaltend, alles andere als klassisch-historisch

Noir Sci-Fi
Revolutionäre Szenarien, experimentell, visionär

Noir Thriller & Crime
Düstere Verbrechen, unvorhersehbar, beklemmend

Die Anthologie  wird 14,99 € kosten und offiziell am 15.03.2018 erscheinen. Ihr könnt das Buch bereits vorbestellen, z.B. beim Amazon http://amzn.to/2p2mVxe.

Die ISBNs: „978-3-946446-75-0“ »Noir Anthologie (Klappenbroschur) (noir1)« „978-3-946446-76-7“ »Noir Anthologie (Epub) (noir1)« „978-3-946446-77-4“ »Noir Anthologie (Mobi) (noir1)«. Ihr könnte die Anthologie hier vorbestellen: